Sprechstunde

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Auf Titos Gleisen in die Wolken

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Vor den letzten beidern Spielen der Fußballweltmeisterschaft 2014 hatte ich nur zwei Wünsche:

1. Es möge der bessere gewinnen
2. Der Sieger möge aus Südamerika kommen

Nachdem die Seleção gestern eher unrühmlich abgetreten ist, ruhen meine Hoffnungen noch wenige Stunden auf den Argentiniern, die noch zwischen der Deutschen Nationalmannschaft und dem ruhmumwölkten Olymp der Fußballwelt stehen.
Wenn Sie diesen Text lesen, wir sich wohl wieder bewahrheitet haben, dass im internationalen Fußball viele Mannschaften einem Ball nachlaufen, damit die Deutschen Meister werden, aber noch lässt es sich träumen.

Deshalb ein paar Fotos von einer der schönsten Bahnreisen, die man weltweit unternehmen kann:

Tren a las Nubes, der Zug in die Wolken
http://en.wikipedia.org/wiki/Tren_a_las_Nubes

Dabei handelt es sich eigentlich um eine, die Anden überquerende, Verbindung zwischen Argentinien und Chile, die aber derzeit nur für Touristen zwischen Salta (NO-Argentinien) und dem Viaduct La Polvorilla in 4,220 m befahren wird.

In der Vergangenheit gingen die Betreiber immer wieder in Konkurs, so dass es unsicher war, ob man zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Ticket buchen konnte, derzeit scheint sich das Geschäft aber wieder zu rechnen und die Tickets lassen sich sogar schon im Internet (mit ein bißchen Spanisch) buchen ( http://www.trenalasnubes.com.ar/noroeste_argentino/turismo_salta/en_tren_a_las_nubes_home.html )

um in 15h 434 km zurück zu legen und sich über 29 Brücken, 21 Tunnel, 13 zum teil sehr spektakuläre Viadukte, 2 „Spiralen“ und 2 „Zigzags“ kutschieren zu lassen. Bei den letzten beiden Begriffen handelt es sich um technische Meisterleistungen, um auf engstem Raum einen maximale Höhenunterschied zu bewältigen, um die Steigung der Geleise nicht zu hoch werden zu lassen.

Unter den vielen Arbeitern, die die Gleise durch unwirtlichstens Gebiet legten war auch niemand geringerer als Josip Broz Tito. Mehr Details über die Geschichte des Projekts finden Sie hier.

http://www.flyer-de.de/Home/Adventure/Tren_a_las_Nubes/Geschichte/geschichte.html

Für diejenigen, die Angst vor der Höhenkrankheit haben, sind Sauerstoffflaschen an Bord, die von vereinzelten amerikanischen Touristen bisweilen hysterisch eingefordert werden. Alternativ kaufen Sie sich (ganz legal) ein Säckchen Coca-Blätter und kauen diese, bis Ihre Zungenspitze gefühllos wird, ein altes Indo-Hausmittel.

Written by medicus58

13. Juli 2014 at 11:17

Was haben billige Birnen mit den Pferden in der Lasagne zu tun?

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Birnen Billig

Europa vergeht der Appetit angesichts des aktuellen Skandals um Pferdefleisch in Conveniencespeisen, die eigentlich Rindfleisch versprachen.
Und wieder haben wir es ja eh schon seit 2011 gewusst, wie aktuell die Times (Zitat aus dem der Spiegel http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/pferdefleisch-skandal-britische-firma-warnte-schon-2011-vor-betrug-a-883907.html) aufdeckte, dass da betrogen wurde.
Nicht unlustig, dass ich auch hier auf diesem Blog mir Gedanken über die verschiedenen Lebensmittelskandale gemacht habe, als es den Deutschen vor ihrem Gammelfleisch grauste:
Ich verzichte http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38730
pic

Dabei ist doch Ursachenforschung so einfach:
Aktuell ködert uns BILLA (aber natürlich könnte auch hier jede andere Kette stehen) mit
frisch geernteten Williams Birnen aus Argentinien zu 1,79 € das Kilo
Nach dem Tarifrechner der Österreichischen Post (http://www.post.at/tarifrechner.php), kostet die Beförderung eines
ein Kilogramm schweren Paket nach Argentinien: 21.80 €

Jetzt kommt sicher wieder jemand damit,
dass ja nicht jedes Kilo Birnen extra verschickt wurde,
dass es hier auch um Gegengeschäfte, Währungsparitäten, Lockangebote (-40%) und
was-weiss-der Teufel-noch-alles geht ….
und hat mit allem recht
und wird wie wir alle immer wieder mit Übelkeit kämpfen,
wenn sich ab und an nicht mehr verheimlichen läßt, was alles passiert, damit das alles möglich ist.

Patagonien hat übrigens auch große Pferdeherden
und Schluß

Written by medicus58

17. Februar 2013 at 19:10

Spinnen am Ende der Welt

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Es gibt Städte, die sich einer glorreichen Geschichte rühmen können, diese war eine Sträflingskolonie.
Megacities beherbergen mehr Menschen als unser Land Einwohner hat, gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts lebten gerade mal 40.000 Menschen dort, die Zuwachsraten sind aber enorm.

Was Ushuaia (Argentinien) auszeichnet ist seine Lage an der Südseite der Isla Grande de Tierra del Fuego am Nordufer des Beagle-Kanals, jenes Abschneiders für all diejenigen, die sich die Fahrt um Kap Hoorn ersparen wollen. Auch wenn Ushuaia seinen Titel als „südlichste Stadt der Welt“ an Puerto Williams (Chile) (http://de.wikipedia.org/wiki/Puerto_Williams) abgeben musste, erfreut es sich steigender touristischer Beliebtheit.

Wenn ich auf rezenten Fotos der Stadt deren Wachstum, 13 Jahre nach meinem eigenen Aufenthalt, bestaune und auf booking.com von 60 (!) Hotels lese,
die dort online zu buchen sind (http://tiny.cc/rl6mlw), dann frage ich mich, ob ich heute noch die Stelle am Westende der Stadt finden würde, an der dieses Bild entstanden ist.
Auf maps.google scheint es mir durch eine Art Einkaufszentrum ersetzt …

Das Wetter an diesem Tag war stürmisch und ein kalter Regen peitschte durch die Stadt. Über Nacht fiel dann der erste Schnee des Jahres un verwandelte die Umgebung in ein wahres Traumland. (Sollte ich diese Rubrik weiterführen, wird sie sicher früher oder später ein Bild des Lago Escondido im Schnee einfinden). Am Anreisetag war es nur unwirtlich und nass, das Zimmer der Unterkunft nur um weniges wärmer, so dass der Wunsch nach einem Abendessen in warmer Umgebung ziemlich drängend war.
Die kulinarische Spezialitäten der Gegend sind die Centoillas (Seespinne, Rote Königskrabbe, …), die die meisten Restaurants aber auch die Fischer selbst in kleinen Hütten am Straßenrand anboten.

Der abgebildete Laden schien irgendwie einladend und wir nahmen (als einzige Gäste) auf den einfachen Sesseln Platz. Die Speisekarte enthielt vorwiegend Centoillas in allen möglichen Zubereitungsarten:
zur Vorspeise roh nur mit Zitrone mariniert als Ceviche
(http://en.wikipedia.org/wiki/Ceviche)
in einer Suppe und
als Hauptspeise (lauwarm wie Hummer  zu verschiedenen Beilagen).
Nach meiner Bestellung, natürlich jeder Gang mit Centoilla, meinte der Wirt schmunzelnd, dass ich wohl Centoillas zu mögen scheine ….

Ja und zur Rechnung, die lag damals nicht höher als das was man in Wien für einen Scampicocktail aus der Dose bezahlt hätte … wird sich vermutlich auch schon geändert haben …

Meine nächste Centoilla habe ich später auf einem Markt in Japan gegessen, hier war das gute Stück aber etwas teurer, trotzdem die „Centoillas meines Lebens“ genoss ich in einem kleinen Fischerhäuschen am Westrand von Ushuaia.
Die „Austern meines Lebens“ nahm ich in Knysna (Südafrika) zu mir, aber das ist natürlich eine andere Geschichte ….

Written by medicus58

4. Oktober 2012 at 16:40

Veröffentlicht in Reisen

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