Sprechstunde

über alles was uns krank macht

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Kopfschmerzen

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Um den Facharbeitermangel auszugleichen braucht Deutschland und Österreich massive Zuwanderung hörte ich heute einen deutschen Experten sagen.

Andererseits sind auch nach Jahren viele Zugewanderter nicht am Arbeitsmarkt angekommen.

Wir brauchen mehr Mittel, um Zuwanderer zu qualifizieren, sagten deshalb andere Experten.

Wir haben einen massiven Fachärztemangel, da freute ich mich zu hören, dass ein zugewanderter Chirurg nostrifiziert hat, musste aber verwundert hören, dass er jetzt in der Geriatrie arbeiten will.

Noch nie hatten so viele einen Job wie heute, aber die Arbeitslosigkeit wird steigen, hören wir seit Jahren.

Andererseits werden gerade die höherqualifizierten Jobs durch Digitalisierung obsolet werden, während die manuellen Jobs durch Roboter erledigt werden, sagen Experten.

Ich gebe zu, ich krieg das alles nicht auf die Reihe:

Geht uns nun die Arbeit aus oder die Arbeiter?

Braucht eine der am höchsten entwickelten Gesellschaften der Ersten Welt Fachkräfte von außen, weil sie diese nicht mehr selbst hervor bringen (und halten) kann, da sie mit dem Konsum der Billigwaren aus der Zweiten und Dritten Welt voll ausgelastet ist?

Oder ist das eh alles egal und es geht um ganz was anderes?

Written by medicus58

12. Februar 2019 at 17:40

Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen

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Reds

24 Stunden nachdem Tanja Wehsely (SPÖ) jubelte:
Wien investiert sich aus der Arbeitslosigkeit
Stadt Wien sieht für 2015 etwa 4,7 Mrd Euro für nachfragewirksame Ausgaben vor. Wir investieren in Ausbildung, Forschung, Entwicklung, den Ausbau der Öffis, den Bau neuer Spitäler, in die Energiewirtschaft und in viele andere Bereiche. Wien setzt konkrete Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln“
. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150128_OTS0123/sp-wehselysp-ekkamp-wr-landtag-wien-investiert-sich-aus-der-arbeitslosigkeit

verkündete Gesundheitssstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), flankiert vom Wiener Ärztekammerpräsident Sekeres (SPÖ), Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (wieso eigentlich?) und Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten die

Einigung über ein neues Entlohnungsschema für die angestellten Ärzte der Stadt Wien.
(sehr große Strukturreform, Spitalsorganisation auf neue Beine, gutes und solidarisches Ende, durchschnittlich 25% Gehaltserhöhung…) http://wien.orf.at/news/stories/2691951/

Dass die Betroffenen zuerst über die Medien und dann in widersprüchlichen Mails von Dienstgeberin, Ärztekammer und Gewerkschaft informiert wurde, mag man als kleines Kommunikationshoppala abtun, dass 25% (aber hallo!) Gehaltserhöhung etwas ist, was selbst  hartgesottene Metallergewerkschafter nie schafften, sollte das alles in den Schatten stellen.

„Das ist der Stadt auch etwas wert gewesen“ Originalton Wehsely

Auch wenn die bisherigen Mitteilungen, viele Fragen offen lassen, was da zuletzt „im Börserl“ bleiben wird, zumal ein Teil der Gehaltserhöhung erst 2017 (!) kommen wird, relativieren auch die genannten absoluten Zahlen den Abschluss: 70% (47 Mill €) der Erhöhungen kommen aus den Dienstumschichtungen, den Rest (19,9 Millionen €) schießt angeblich die Stadt extra zu, um die Reformen zu finanzieren. Keine Ahnung, welche Zeiträume da summiert wurden, in denen sich die Summe auf die rund 3000 angestellten Ärzte herunterrieselt. An absoluten Zahlen hörte man bis jetzt folgendes:

Turnusärzte verdienen mit 1. Juli 2015 3.400 Euro bis 4.000 Euro brutto monatlich, was eine Steigerung von 25 bis 29 Prozent entspricht.  Fachärzte verdienen künftig zwischen rund 5.200 Euro und rund 7.900 Euro – diese Anpassung wird in zwei Schritten durchgeführt: Die erste Etappe im Ausmaß von 70 Prozent wird mit 1. Juli 2015 durchgeführt, die zweite dann am 1. Jänner 2017.

Da passt der eben erschienene StepStone Gehaltsreport (http://www.stepstone.de/gehaltsreport/), der für Deutschland die Befragungsergebnisse von Fach und Führungskräfte, für Mediziner folgendes ergab:

Das durchschnittliche Brutto­jahresgehalt für deutsche Ärzte beträgt 63.500 €. Das lag im Schnitt über dem Mittelwert alle befragten Berufsgruppen (52.000 €).  Es fand sich ein Süd-Nord und West-Ost Gefälle und das Jahresgehalt in Kliniken ist mit 66.300 €  21% höher, als das von niedergelassenen Ärzten. Je größer der Arbeitgeber, desto besser zahlt er. Bei einem klinischen Groß­betrieb von mehr als 1.000 Mitarbeitern werden im Schnitt rund 78.000 € verdient, bei klei­neren ärztlichen Arbeitgebern (1-500 Mitarbeiter) sind es im Schnitt 58.400 €. Ärzte mit Personalverantwortung verdienen mit durchschnittlich 78.600 € gegenüber anderen Ärzten (63.500 €) um  24% mehr. Bei Chefärzten zeigte die Analyse des Personaldienstleisters Kienbaum ein durch­schnittliches Jahresgehalt von 280.000 €., wobei die Spanne von 80.000 € bis 750.000 € reichte und natürlich gibt es Fächer die sehr gut und solche, die vergleichsweise sehr schlecht verdienen.

Sobald die Details der heute bejubelten Einigung klar werden, kann somit jeder für sich entscheiden, ob sich ein Umzug nach Germanien lohnt.

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