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Haut ihnen bloß nicht die Scheibe ein

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Die trauen sich was, die Apotheker hier.

Im Zeitalter der globalen Hamsterei zeugt es von Mut die letzten Mundmasken des Landes ins Schaufenster zu hängen.

Juweliere sind da vorsichtiger.

Written by medicus58

28. Februar 2020 at 23:56

Generika und die bösen Ärzte

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Dutzende Medikamente, vor ein paar Tagen sprach der Kurier von 50, heute der ORF von 80 und der Standard von 1% von 13.000 Produkten, sind aktuell nicht lieferbar. Stand heute geht es um 210 Präparate.

Auch Ihr Medicus zählt zu denen, die schon stundenlang herumtelefonierten, um ein akut benötigtes und wirklich lebensnotwendiges Präparat herbeizuschaffen. Die Gründe sind komplex und finden sich alle irgendwo zwischen Globalisierung und Gewinnmaximierung der Pharma Industrie und dem Parallelhandel des Großhandels, was man zumindest ersterer, sorry politisch Gleichgesinnter, börsennotierten Unternehmen nicht wirklich verbieten kann ohne unser Wirtschaftssystem prinzipiell in Frage zu stellen. Wozu ja kaum jemand bereit zu sein scheint …

Warum man über den Parallelhandel nicht spricht ist mir unverständlich…

Wie immer wenn es ein für die Politik brisantes Problem gibt, taucht Patientenanwalt Bachinger auf und findet eine Lösung, die zwar denen hilft, die ihn eingesetzt haben, aber weniger den (berechtigten oder unberechtigten) Interessen der Patienten.

Vergleiche:
Wessen Anwalt ist denn ein Patientenanwalt?
Spitalsranking: Freut Euch nicht zu früh

Jurist Bachinger weiß natürlich sofort, dass die Lösung in der ärztlichen Verschreibung von Substanznamen statt der Verschreibung bestimmter Präparate die Lösung wäre und erntet natürlich das Wohlwollen der Apothekerkammer, während Ärztekammerpräsident Szekeres im Interview nur die Rolle des Bremsers bleibt, wenn er darauf hinweist, dass es schon noch Sache des Arztes wäre, Medikamente für ihre Patienten auszuwählen. Was er nicht anspricht, kommt (siehe unten) dann nach einer Schrecksekunde als APA-OTS, war aber im Ö1 Morgenjournal weder aus seinem Munde zu hören (politische Korrektheit?) noch Thema für die Moderatorin.

Jetzt ist die Frage, in welchem Ausmaß Generika den Originalpräparationen gleichwertig sind eine endlos diskutierte Frage und wird hier nicht zu beantworten sein. Wie die meisten ist auch Ihr Medicus der Meinung, dass es für viele Präparate wirklich egal ist, aber der Gesetzgeber misst bei der erleichterten Zulassung von gleichen Wirkstoffen mit unterschiedlicher Galenik mit zweierlei Maß (Beispiel Schilddrüsenhormone). Auch soll nicht unterschätzt werden, dass vor allem betagte Patienten oft schon durch eine andere Packungsfarbe verwirrt werden.

Wie so oft im Gesundheitssystem geht es aber den Mitspielern um anderes: So wie Bachinger eher der Anwalt politischer Interessen ist als der der Patienten, kommt häufig das Gute nicht aus sondern in die Apotheke (Vergleiche: Das Gute kommt aus der Apotheke ….).

Die Liebe der Apotheker zur E-Medikation in ELGA ist nicht ausschließlich der Sorge um medikamentöse Interferenzen geschuldet sondern einerseits, so wie der Wunsch einer Wirkstoffverschreibung, der vereinfachten Lagerhaltung (wie viele Generika des selben Wirkstoffs soll man sich den aufs Lager legen?) sondern auch der Abwehr von DM, BIPA et al, die schon längst (wie übrigens auch international sehr häufig) rezeptpflichtige Präparate abgeben. Da habe ich übrigens noch keinen Apotheker erlebt, der so wie jetzt bei der Wirkstoff-Verschreibung (aut-idem) auf internationale Beispiele verweist.

Da hilft es nur wenig, wenn die ÖÄK dann eine OTS-Aussendung nachschießt und auf die finanziellen Interessen der Apotheker in dieser Frage verweist. Das liest dann eh niemand mehr …

Aut-idem: Hier geht es nur um finanzielle Vorteile für die Apotheken

Verstehen Sie mich richtig, persönlich besorge ich mir die meisten Medikamente in der Apotheke auch über den Wirkstoff und nehme das Präparat, das gerade im Lager liegt, aber ich mache auch begründete Ausnahmen.

Was mich hier viel mehr ärgert, ist das Missverhältnis wie mit der beruflichen Qualifikation einzelner Berufsgruppen umgeht:

Nach meiner Erfahrung ist es in vielen Apotheken gängige Praxis, dass verschreibungspflichtige Medikamente ohne akuten Notfall nur auf Basis der diagnostischen Fähigkeiten des Apothekers abgegeben werden (Der Kunde ist König und der Patient Kaiser) und das wirkliche Geschäft im zusätzlichen Verkauf anderer Produkte (Homöopathika, Vitamine, Kosmetika, ….) liegt.

Wird beim üblichen Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Magenschmerzen, Schlafstörungs-Patienten eh egal sein, nur wird die Qualifikation zur Diagnosestellung im Pharmaziestudium nicht annähernd so ausführlich vermittelt, wie im Medizinstudium. (Meine Ärztegeneration hat auch eine Pharmakologieprüfung absolviert, nur kenne ich keinen Arzt der auf die Idee käme sich nun als Apotheker zu betätigen.) Für die Apotheker ist hier die Hemmschwelle deutlich niedriger.

Oder ganz trivial: Was würde die Behörde sagen, wenn Sie auf die Dienste eines Architekten oder Statikers beim Bau Ihres Eigenheims verzichten wollten, weil schließlich der Maurer schon seit Jahren Häuser baut und schon wissen wird, wie das geht …..

Sollen sich die Apotheker was ersparen, aber dann sollen sie das eingesparte Geld an das öffentliche Gesundheitssystem zurück geben …

Written by medicus58

13. August 2019 at 16:25

Das Gute kommt aus der Apotheke ….

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Apotheke

 „Das Gute kommt aus der Apotheke …. und die Ärzte sind geldgierige Säcke.“
könnte man einen seit vielen Jahren von der Österr. Apothekerkammer getrommelten Werbeslogan paraphrasieren.

Abgesehen von den Hausapotheken bei etwa 950″Landärzten“ erfolgt die Medikamentenversorgung der Patienten über standortgesicherte Apotheken. Die 2006 in der Apothekengesetznovelle festgelegte Sicherung der ärztlichen Hausapotheken wurde vom Obersten Gerichtshof 6/12 aufgehoben.

Dies ist nachvollziehbar, denn die ärztliche Entscheidung für oder gegen eine medikamentöse Therapie sollte keinen direkten Einfluss auf sein geschäftliches Ergebnis haben.

Die Österreichische Ärztekammer hat nun einen auf den ersten Blick genialen Schachzug gemacht
(http://diepresse.com/home/leben/gesundheit/1576177/Aerzte-wollen-mehr-Hausapotheken
http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/medikamente-direkt-vom-arzt-plan-sorgt-fuer-aufruhr/56.973.450):
Ärzte sollen bestimmte Routinemedikamente im Bedarfsfall an ihre Patienten abgeben dürfen aber dafür kein indiuviduelle Honorar verrechnen dürfen, sondern so wie in manchen Schweizer Kantonen, nur ein umsatzunabhängiges Honorar für die Vorhalteleistung an sich bekommen.

Proteste der Apothekerkammer kamen wie erwartet.

Klar, für den fiebernden Patienten ist es praktischer sein Medikament gleich mit der Diagnose seines Infektes zu bekommen und nicht noch extra eine offene Apotheke suchen zu müssen. Für die Apotheken bedeutet dies aber, dass sie um die Möglichkeit umfallen, zusätzlich zu den rezeptierten Spezialitäten noch ein paar andere Goodies an die Frau (seltener an den Mann) zu bringen: Homoeopathika, Pflegeprodukte, … etc.

Die Medien mögen sich über die Kampfhähne freuen, vergessen aber einen still im Hintergrund agierenden „Dritten Mann“:

Die Rolle des Medikamentengroßhandels.

Zwischen den ca. 2.100 Herstellern medizinischer Produkte und den ca 2300 Kunden (Anstaltsapotheken (ca 25% des Marktes), Öffentlichen- und Filialapotheken (ca. 75% des Marktes, die auch die ca. 959 ärztliche Hausapotheken versorgen) steht der Pharmagrosshandel mit 8 Großhandelsunternehmen, die 95% des heimischen Marktes kontrollieren.Die drei größten Unternehmen der Branche erreichen zusammen einen Marktanteil von über 80 %. Zwei davon sind zudem Töchter der größten paneuropäisch tätigen Großhandelskonzerne und damit international integriert.

Innerhalb der EU gibt es ca, 700 Großhändler
.

Auch den deutschen Pharmagroßmarkt teilen sich Heute teilen sich im Wesentlichen fünf Großhändler Phönix, Alliance Healthcare, Celesio, Noweda und Sanacorp auf.

Die Player in Österreich heißen:

G & M PharmaGrabner-Marik GroßhandelsGesmbH, 5280 Braunau/Inn, oÖ, regionale Schwerpunkte Salzburg, oÖ, NÖ und Steiermark;
Spezialvertrieb von diätischen Nahrungsmitteln, eigene Produktion

Herba Chemosan Apotheker AG, 1110 Wien, Marktführer in Österreich mit nahezu 50 % Marktanteil

Jacoby Pharmazeutika AG, 5400 allein-Kaltenhausen, Salzburg, Familienbetrieb mit 150 Mitarbeitern, betreut Kunden in Westösterreich, zusätzlich oTC-Produkte, Veterinärmedizin und Ästhetische Medizin

L. Kögl Pharma GmbH, 6020 Innsbruck, Tirol, Region Vorarlberg, Nord-, Süd- und Osttirol; in den 90er-Jahren europaweit Pionier bei der papierlosen Kommissionierung des gesamten Warenflusses

Kwizda Pharmahandel GmbH, 1200 Wien, ehemaliger k. k.-hoflieferant, heute internationale Ausrichtung

Pharmosan Handelsgesellschaft mbH, 1120 Wien, 1977 von Sigismund Mittelbach gegründet; die Pharmosan-Unternehmensgruppe
produziert auch Nahrungsergänzungsmittel der Marke „Nutrico“.

Phoenix Arzneiwarengroßhandlung GmbH, 1140 Wien, unter dem Dach der PhÖNIX Group, dem zweitgrößten Pharmahandelsunternehmen in Europa

Richter Pharma AG, 4600 Wels, OÖ, http://www.richter-pharma.at human und Marktführer in Veterinärgroßhandel;

Jetzt sind zwischen Hersteller und Detailverkäufer geschaltete Logistikbetriebe an sich nichts Besonderes, jedoch warfenNaturalrabatte an Apotheken und Ärzte in der Vergangenheit immer wieder ein schiefes Licht auf die Branche.

2008 deckte der Stern auf, wie sich deutsche Großapotheken über einen in Wien beheimateten Verein (Global Apo) umsatzabhängige Rabatte überweisen liessen. Es mag bezweifelt werden, dass die Branche in Österreich nicht auf vergleichbare Ideen gekommen ist.
(http://www.stern.de/wirtschaft/news/pharma-skandal-die-geheime-kasse-der-apotheker-647389.html)

2013 kamen die deutschen Apotheken nach einem Spiegelartikel ins Gerede, weil sie (verschlüsselte) Verschreibungsdaten an die Firma IMS Health weiterverkauften. Für Österreich stellte sich aber dann heraus, dass diese Daten hier von Ärzten zT ohne deren Wissen abgeaugt werden
(http://www.unwatched.org/20130821_Verschreibungsdaten-Skandal_Aerztekammern_und_Datenschuetzer_pruefen_Konsequenzen

http://www.unwatched.org/20130830_Skandal_um_Gesundheitsdaten_Heimlich_Schnittstellen_in_Ordinationen_installiert).

Der „Große Datenskandal bei Apotheken“ (http://oesterreich.orf.at/stories/2605702/) bei dem u.a. die Rezepte des Bundespräsidenten im Magazin NEWS landete weil jemand die Festplatte des größten Apotheken-Softwaresystem Österreichs (AVS-System des Österreichischen Apotheker-Verlags) kopiert hat, regte nur kurz auf und wurde weniger als Beispiel für die Gefährlichkeit eines hochkonzentrierten Marktes gesehen als als Argument gegen ELGA.

Als die Österreichische Post auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern war und das Oligopol des Pharmagroßhandels aufzubrechen drohte, (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/rabatte-fuer-apotheken-oesterreicher-mischen-pharmahandel-auf-12533732.html) wurde kurz wieder öffentlich über Rabatte an die Apothekengesprochen.

Rabatte und Handel mit Marktdaten sind ja aus allen Branchen wohlbekannt, nur in direkten Gesprächen mit befreundeten Apothekern hört man aber von einer meiner Meinung nach viel problematischeren Verstrickung zwischen Großhandel und der einzelnen Apotheke:

Während von den ganz wenigen Gruppenpraxen abgesehen
die ärztliche Praxis einem einzelnen Arzt zugeordnet werden kann, ist dies bei den Apotheken anders.
Häufig gehören mehrere Apotheken ein und der selben Gruppe – oft branchenfremder – Investoren oder ein wohlhaben gewordener Apotheker leistet sich mehrere Standorte.
Vergleichbar mit den früheren Brauereimonopolen binden sich viele Apotheken oder Apothekengruppen mit Exklusivverträge an einen einzigen Großhändler, wobei wohl vermutet werden kann, dass sich der für diese freiwillige Beschränkung erkenntlich zeigen wird.
Schon bei der Gründung einer Apotheke und natürlich bei der Weitergabe spielt der Großhandel eine wichtige Rolle. Natürlich will man ja seinen Kundenstock nicht verlieren.
Da ist man doch gerne mit der Planung und Finanzierung etwas behilflich ….

Selbstverständlich werden diese Aktivitäten des Pharmagroßhandels an der Front  nicht öffentlich und beeinflussen den Markt in einer unerwünschten Weise, nur bleibt dies innerhalb der Branche und wird deshalb nicht öffentlich. Schließlich haben ja alle was davon – wenn sie bereits im Boot sind.

Written by medicus58

10. April 2014 at 07:00

Der Liebe Gott macht einen wieder gesund. Warum macht er einen dann überhaupt krankt?

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Brain cross health

Dies ist hier weder der Ort noch das Format um die komplexen Wechselwirkungen zwischen religiösem Glauben und Krankheit erschöpfend zu analysieren. Ich bin aber über eine Jubelmeldung der kathpress über einen österr. Psychiater und Opus Dei Mitglied mit eigenem Wikipedia Eintrag (http://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_M._Bonelli) gestolpert, die ich hier zumindest „verewigt“ wissen wollte.


Religion schützt die seelische Gesundheit und kann auch von der Medizin als wichtige Ressource des Menschen angesehen werden. Das hat der Wiener Gehirnforscher Raphael M. Bonelli mit Kollegen der Duke University in einem gross angelegten Studienvergleich dargelegt, der demnächst im „Journal of Religious Health“ publiziert wird.
http://kipa-apic.ch/index.php?pw=&na=0,0,0,0,d&ki=241805

Auch wenn die Meldung vom 1. April stammt, handelt es sich dabei offenbar um keinen Scherz.

Bonelli zeigte sich „überwältigt“ von dem für wissenschaftliche Verhältnisse „sehr eindeutigen Ergebnis“: Je nach Krankheitsgruppen seien die Hinweise auf eine Schutzfunktion durch Religiosität teils äusserst stark, allen voran bei Sucht, Depression und Suizid, doch auch bei Demenz waren die Resultate vielversprechend. Religion sei somit durchaus ein mit Alter oder Geschlecht vergleichbarer psychiatrischer Parameter, so der Wiener Forscher: „Wäre Religion ein Medikament, kann man sagen, es wäre mit Sicherheit zugelassen.“

Natürlich könnte man nun mit Leichtigkeit all die Fälle religiösen Wahns anführen, die zu Selbstverstümmelung, Selbstmord und Massenmord führten, nur um mit einiger Berechtigung den Vorwurf zu ernten, dass all dies auch von explizit a-religiösen Menschen begangen wurde, oder dass es sich hierbei eben nicht „um den wahren Glauben“ gehandelt hätte.

Wie sehr der Glaube an sich, auch ohne religiösen Hintergrund, eine Placebowirkung (http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo) auslöst, ja selbst die enttäuschte Hoffnung eine Nocebowirkung (http://de.wikipedia.org/wiki/Nocebo-Effekt) zeitigt, hat aber zuerst die Naturwissenschaft gezeigt, nicht etwa religiöse Propheten ….

 

Wenn nun ultraorthodoxe Kreise ihren – per definitionem nicht widerlegbaren und somit nicht naturwissenschaftlichen Glauben – ein naturwissenschaftliches Mäntelchen überziehen, dann ist dieses Intelligent Design (http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Design) mehr als durchsichtig.

Trotz meiner ausgesprochen agnostischen Grundposition, maße ich mir als naturwissenschaftlich denkender Mensch in Ermangelung einer aussagekräftigen Versuchsanordnung nicht an, die positiven und negativen Folgen des Glaubens an einen „persönlichen Gott“ buchhalterisch  abzuschätzen (meiner persönlichen Empfindung behalte ich ausnahmsweise mal für mich), aber in gewisser Weise ist Herr Kollege Bonellis Wunschtraum einer Religion als Medikament ohnehin schon Wirklichkeit.

Die verfassungsmäßige Privilegien ihrer Gewinnspannen haben die Verteilerorganisation von Medikamenten, also die Apotheken (http://diepresse.com/home/gesundheit/1270753/Gesundheit_VfGH-kippt-Apothekenregelung), ebenso wie die Verteilerorganisationen staatlich anerkannter Religionen, auch wenn nur gegen letztere aktuell unterschreiben kann (http://www.kirchen-privilegien.at/unterschreiben/).

Eine weitere Parallele ist die überzufällig häufige Verwendung verschiedener christlicher Heiliger im Apothekennamen, obwohl andere Berufe (z.B. Bäcker oder Bergleute mehr Schutzheilige aufweisen können als die Pillendreher (http://www.heiligenlexikon.de/Patronate/Patronate-Berufe.htm). Trotzdem wäre für eine allfällige Apothekenpflicht für die christliche Religion namentlich schon vorgebaut.

Der Kunde ist König und der Patient Kaiser

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In der Regel ist es der Objektivität nicht zuträglich, wenn man „aus aktuellen Anlass“ Gesetze beschließt oder Blogs schreibt, jedoch passen meine heutigen Erlebnisse sehr gut zu einer aktuell wieder aufgewärmten Debatte über die Existenzberechtigung von Apotheken bzw. ob auch Drogerieketten rezeptpflichtige Medikamente vertreiben dürfen. http://derstandard.at/1336697977977/Liberalisierung-Medikamente-aus-dem-Drogeriemarkt

Erlebnisbericht:26.5.2012 vormittags Apotheke Kaiserkrone Wien Mariahilf, die Speerspitze „Alternativer Medizin mit Schwerpunkt Homöopathie“ http://wp.me/p1kfuX-8D)

Geschäftsraum wie immer rammelvoll, Geschlechtsverhältnis der Kunden etwa Frauen:Männer = 9:1
Das Verhältnis von verschreibungspflichtigen Medikamenten und dem Rest (Homöopathie, Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, Badezusätze, Aromathapie, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin, Tibetische Medizin, Ayurveda, Massageöle …. etc.) im Gesichtsfeld des Kunden etwa: 1:99.

Gesprächsfetzen der Kundengespräche vor mir:

Zwei verbreitete und rezeptpflichtige Medikamente: „haben wir leider nicht lagernd, müssen wir bestellen“.

Ein „alternativmedizinisches“ Produkt: „Das bekommen Sie nur in den Rat und Tat Apotheken (http://www.rat-tat.at/), nicht bei uns, denn sonst müssten wir dort einen Mitgliedbeitrag zahlen, ich könnte ihnen aber etwas aus unserem Sortiment anbieten„.

Rezeptgebühr wurde eingehoben
, obwohl auf dem ordentlich ausgefüllten Spitalsrezept ersichtlich war, dass Patientin von der Rezeptgebühr befreit war.

Es wurde ein Kunde (nicht der Patient) gefragt, ob denn dem Patienten die Einnahmefrequenz klar wäre, obwohl aus der Zusammenstellung des Rezepts klar war, dass es sich hier um die Medikamente für eine betagte, unter schwerer antipsychotischer Medikation stehende Person handeln musste.

Bei keinem Verkaufsgespräch erfolgte irgendeine Beratung der Kunden hinsichtlich Nebenwirkungen und Einnahmemodalitäten, die immer als Berechtigung dafür angeführt wird, dass rezeptpflichtige Medikamente nur in Apotheken und durch speziell geschultes Personal abgegeben werden dürfen.

Ein rezeptpflichtiges Medikament wurde ohne dass es sich um eine Notfallsituation gehandelt hat ohne ärztliche Verschreibung gemeinsam mit einem ebenfalls privat bezahlten nichtverschreibungspflichtigen Mittel abgegeben. Die Indikation wurde nicht hinterfragt, es erfolgte keine Beratung.

Link: Rezeptblog.at „Übrigens e-Medikation und Arzneimittelsicherheitsgurt haben nur den einen Hintergrund (Patientensicherheit ist es nicht!): Die Apotheken brauchen einen USP, der ihre Privilegien schützt!“  http://fb.me/1MlxBHNCk

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