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Das wahre Problem am Esoterik Skandal im KH Nord

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Pünktlich vor der Klausurtagung der Wiener SPÖ platzierte gestern (14.03.2018 18:31) die Krone  
Finanzdesaster KH Nord 95.000 Euro Steuergeld für „Bewusstseins-Forscher“
Wie danach auch andere Medien berichteten hat „die Projektleiterin des KH Nord“ freihändig den Auftrag erteilt, u.a. das Skandal geschüttelte Projekt „energetisch zu reinigen„.
Die Stadträtin ließ ausrichten, dass das gar nicht gehen würde und der AKH und KAV Direktor Wetzlinger „zeigte Stärke“ und suspendierte die mutmaßliche Auftraggeberin und schickt die Innenrevision aus. Selbstverständlich ist die Opposition fassungslos  und VP-Juraczka verstieg sich sogar zur Aussage:
Es ist zu prüfen, ob Esoterik auf Steuerzahlerkosten nicht im höchsten Maße strafrechtlich relevant ist

Neben dem ohnehin schon offenkundigen Chaos im besagten Projekt liegt das wahre Problem aber woanders:

Schon längst haben sich para- und unwissenschaftliche Konzepte in vielen Köpfen breit gemacht und die Politik macht mit, weil man zumindest die Stimmen der Personen nicht verlieren will, die schön längst ihren Verstand verloren haben. 

Kein Kuraufenthalt ohne Granderwasser.
Die gesetzlichen Gebietsschutz genießenden Apotheken verwenden ihn nur allzu gerne um den Kunden gewinnbringend Homöopathie , Schüssler Salze und ähnliches zu verkaufen, die im Gegensatz zur Chemie doch nicht schaden würde.
Keine Ärztekammer ohne Referat für Alternativmedizin, das sich kaum gegen all den Schwachsinn ausspricht sondern eher entsprechende Kurse (200 Stunden Theorie, 150 Stunden Praxis) anbietet.

Das Krankenhaus Hietzing betreibt eine homöopathische Ambulanz im Rahmen der Gynäkologie.

Aber das Krankenhaus Nord ist wahrlich nicht das einzige Krankenhaus, das sich mit esoterischen Schnick-Schnack schmückt:
Auch Geowave, „ein echtes Zufallsprodukt“ wie man auf der Homepage des Herstellers zugibt, soll tausende Personen medizinisch und kinesiologisch vor Reizzonen durch Wasseradern, Erdverwerfungen, Erdgitternetze, etc. geschützt haben. Der ehemalige Ärztl. Direktor des LKH Salzburg (Universitätsklinik PMU Salzburg) freute sich somit folgerichtlich über 150 GeoWave-Wellen in „seinem Spital“ installiert zu haben.

Die nuklearmedizinische Therapiestation an der Universitätsklinik Innsbruck rühmt sich nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltet zu sein.

Das Immanuel Krankenhaus Berlin bietet Meditation, Ayurveda, TIM, TCM, TEM, Visualisation, Bodyscan, Yoga, Tai Chi, Qi Gong und kognitive Restrukturierung an.
Der Dienst für Komplementärmedizin, der im Krankenhaus von Meran als Pilotprojekt initiiert wurde, hat sich nach eigenen Angaben als sehr erfolgreich erwiesen.

Das Spannungsfeld wurde bereits in dem 2014 erschienene Buch „Komplementärmedizin im Krankenhaus“ auf den Punkt gebracht:
.Nicht erst im Zuge des anziehenden Wettbewerbs stehen Krankenhäuser vielerorts vor der Entscheidung, dem Trend zu folgen und das eigene Indikations- und Behandlungsspektrum um komplementärmedizinische Angebote zu ergänzen.

Wahrscheinlich stand hinter dem schwachsinnigen Auftrag im KH Nord die übliche Mischung aus Halbwissen und Freunderwirtschaft und als Begleitmusik zur beabsichtigten Elimination der Gesundheitsstadträtin kam das G’schichtl gelegen.
Vermutlich wollte man nur eine billige Methode finden, die Störfelder der nahen Schnellbahn von den Magnetresonanz-Tomografen fern zu halten … (end of sarcasm)

Das wirkliche Problem ist, dass nicht nur in der Politik Fake News Einzug gehalten haben und sich niemand
diesem Gemenge aus „man weiß ja nie„, „nutzt nix, dann schad’s nix“ und dem tiefen Misstrauen an die Wissenschaft, die man halt nicht ohne gewisse Vorbildung verstehen kann, entgegenstellt.

Ich nehme jede Wette an, dass, wäre die Sache jetzt nicht aufgeflogen, man auch aus so manchem Politiker Mund bei der Eröffnung stolz gehört hätte, dass hier Spitzenmedizin ermöglicht wurde, man aber auch ganz besonders darauf geachtet hat, dass für ein positives energetisches Umfeld gesorgt wurde, die die Heilung begünstigt.

Link: Die schräge Welt des Spital-„Energiereinigers“

Written by medicus58

15. März 2018 at 21:27

SPÖ: Bitte, bitte wählt uns ab …

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Herm

Esoteriker und Jünger der Alternativmedizin unter meinen Lesern (wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass dieser Blog sehr viele anspricht) wüssten, was mit den Sieben Hermetischen Prinzipien gemeint ist oder würden ihr Gedächtnis umgehend im Kybalion (http://de.wikipedia.org/wiki/Kybalion) auffrischen.

Den augenscheinlichen Todestrieb der SPÖ erklärten sie sich wohl mit dem zweiten Prinzip:

Prinzip der Analogie: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“.
Oder anders ausgedrückt: Die Verhältnisse im Makrokosmos entsprächen demnach denen im Mikrokosmos.

Man traut seinen Augen nicht, wenn ein SPÖ Landeshauptmann am Tag vor der Wahl seinen Rücktritt verspricht wenn er unter 30% Zustimmung bekommt und dann ohne weitere Erklärungen mit 29,3% den Anspruch auf den Landeshauptmannposten erhebt.
(http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4743966/Steiermark_OVP-und-SPO-behalten-ihre-Chefs)
Am 10.6. verlässt er dann zwar überraschend zurück, weil sich die ÖVP erfolgreich den Landeshauptmannsessel erpresst, was aber weniger die Verlässlichkeit der SPÖ restituiert als den unbedingten Willen an der Macht zu bleiben demonstriert.

Man reibt sich die Augen, wie die Genossen trotz der 2004 und 2014 am Parteitag paktierten Anti-FPÖ Linie im Burgenland nach dreitägigen Gesprächen eine SPÖ-FPÖ Koalitionsregierung schmieden und einen der prononciertesten Gegner einer Zusammenarbeit mit den F-en, SPÖ Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, gleich in diese Landesregierung aufnehmen. Darabos, der noch vor exakt einem Jahr über die APA ausrichten ließ, dass
Mit der FPÖ kein Staat zu machen ist
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140526_OTS0176/darabos-mit-der-fpoe-ist-kein-staat-zu-machen), macht nun eine Landesregierung mit den Blauen.

Hermes Trismegistos und die Tempelschule des hermetischen Lichts der Weisheit (http://www.hermes-trismegistos.com/) nimmt es da kaum Wunder, dass sich dieser Wahnwitz im Großen auch auf der kleinen Baustelle des Wiener Gesundheitssystems fortsetzt:

Eigentlich ohne sachlichen Zwang, holte sich SPÖ Gesundheitsstadträtin Wehsely zusätzlich zur Ihr hörigen Gewerkschaft der Gemeindebediensteten unter der Führung eines SPÖ Gemeinderates, der den Karrierestapfen des SPÖ Sozialministers folgt, der 2014 das aktuelle Ärztearbeitsgesetz durchgeboxt hat (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UX )
auch noch den SPÖ Ärztekammerpräsidenten dazu, um ihre Vorstellungen vom neuen Ärzte-Entlohnungsschema durchzunicken.
(Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm)

Wenn in den folgenden Wochen das Kleingedruckte der Vereinbarung von diesem Kammerpräsidenten, trotz redlicher Versuche nicht mehr abgeleugnet werden kann (Die Argumentationen des Präsidenten haben Unterhaltungswert http://wp.me/p1kfuX-UeLügt der Präsident? http://wp.me/p1kfuX-Ub) und er daraufhin seine Unterschrift zurückzieht, wird er von seiner Parteifreundin öffentlich hingerichtet (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT).

Kurz darauf lädt diese dann den Vizepräsidenten der ÄK zu „Nachschärfungen“ ein, und dieser schwärmt zur Verwunderung der KAV Ärzte sogleich medial von einer erzielten Teillösung.

Kurz vor der (wie vielten eigentlich?) Abstimmung in der Ärztekammer über das „nachgeschärfte und nachbesprochene Paket„, verkünden ungefragt die Sozialdemokratischen Ärzte unter der Führung eines Primars des Sophienspitals (Prof. Marcus Köller) übrigens aus einem Krankenhaus, das ohnehin geschlossen wird und das auf Grund seiner Struktur als besseres Pflegeheim vom Druck der Akutmedizin und andauernden Rettungszufahrten im Nachtdienst „nicht allzu sehr gestresst wird“, dass sie, die sozialdemokratischen Ärzte das Angebot der sozialdemokratischen Stadträtin annehmen
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150603_OTS0145/sozialdemokratischen-aerztinnen-nehmen-verhandlungsergebnis-der-stadt-wien-und-der-wiener-aerztekammer-an).

Die Beschlussfassung erfolgte übrigens hinter dem Rücken des 1. Stv. Vorsitzenden der sozialdemokratischen Ärzte, niemand geringerer als Ärztekammerpräsident Szekeres, der aber im Gegensatz zur Euphorie seiner Gesinnungsfreunde seit Wochen gewichtige Zweifel am Verhandlungsergebnis geäußert hat, und der nun plötzlich, was auch immer das heißen mag „für die Zeit seiner Präsidentschaft die SPÖ Mitgliedschaft ruhend stellt“ (http://kurier.at/chronik/wien/aerztekammer-praesident-szekeres-stellt-spoe-mitgliedschaft-ruhend/134.501.882).

Gleich danach setzen die sozialdemokratischen Ärzte ihren Präsidenten Marcus Köller ab, der seine Trauerarbeit am selben Tag fünfeinhalb Minuten lang in der ZIB 24 ausleben darf: http://tvthek.orf.at/program/ZIB-24/1225/ZIB-24/9930840/Vorsitzender-der-sozialdemokratischen-Aerzte-im-Interview/9930874

Letztendlich führt uns das alles zum 6. Hermetischen Gesetz, dem Prinzip der Kausalität:
Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz 

Ich glaub mich tritt ein Alpaca

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So nebenher läuft das Radio und ich höre im Radiodoktor, dem Ö1 Gesundheitsmagazin (http://oe1.orf.at/programm/378947), eineziemlich unkritische Werbung für die Tiergestützte Therapie mit Alpacas.
Hier die Sendungsbeschreibung

Die Gemeinde Gföhl im Waldviertel hat seit 2011 drei neue tierische Bewohner. Das wäre jetzt keine Meldung wert, handelte es sich bei den Dreien nicht um Alpacas. Deren Heimat liegt in den südamerikanischen Anden. Die Wolle der kuscheligen Tiere, die optisch einem Lama ähneln, war schon bei den Inkas begehrt.
Aber ihrem Besitzer, Dr. Wolfgang Schuhmayer, geht es nicht um die Körperbehaarung der Vierbeiner. Der Allgemeinmediziner setzt die Alpacas für therapeutische Zwecke ein.
Die sogenannte „tiergestützte Therapie“ erobert seit einigen Jahren immer mehr Bereiche. Zuerst wurden Tiere in Altersheimen eingesetzt. Dann ist natürlich die Hippotherapie zu nennen. Das Reiten auf Pferden unter physiotherapeutischer Anleitung kann bei vielen körperlichen Beeinträchtigungen hilfreich eingesetzt werden. Aber das sind nur einige der Einsatzmöglichkeiten von tiergestützter Therapie.
Dominique Stiefsohn hat Wolfgang Schuhmayer auf seinem Hof in Großmotten besucht und mit ihm über die Therapieerfolge mit Alpacas und über deren Besonderheiten gesprochen.

Ich liebe Alpacas, das Bild zeigt übrigens eine persönliche Begegnung in den chilenischen Anden, aber die Erfahrungsberichte des „Allgemeinmediziners Schuhmayer“ nehmen mich schon wunder, denn bisher ist mir Kollege Schuhmayer in anderen Rolle über den Weg gelaufen:

Selbstbeschreibung: http://www.aiaatr.com/kompetenz.html

Wirtschaftsjournalist
Mehrjährige Praxis in der Krankenpflege
Medizinstudium an der MedUni Wien
Notfallmedizinausbildung des Österreichischen Bundesheeres
Gastdozent an der MilAk Wr. Neustadt
Tätigkeit in der allgemeinmedizinischen Praxis
Medizinjournalist
10 Jahre Pharmaindustrie / Management
Verlagsleitung Österreich Medical Tribune
18 Jahre unabhängige Kommunikationsberatung mit Schwerpunkt Medizin/Gesundheit
Internat. Wissenschaftsjournalist (A,D,CZ,NL,USA)
Postgraduelle Beschäftigung mit dem Thema PTSD
Hospitierung an der MedUni Wien im Bereich ADHS & Autismus (b. Prof.in Dr. Brigitte Hackenberg)
Internationale ADHS-Publikation
Zusätzliche berufsbegleitende Ausbildung bei der Österr. Ges. f. tiergestützte Therapie
WIFI-Diplom: Personal Coach im tierassistierten Setting
Verschiedene Publikationen – zuletzt Fallstudie bei der ÖGPP-Jahresstagung (siehe Wissenschaft) April 2014
Wissenschafts- & Gesundheitspublizist – mit K. Zwiauer „Kindern helfen ohne Medikamente“
Tiertrainer

Als Geschäftsführer der MEDCOMMUNICATIONS GmbH(http://www.v-p-c.at/1.html) warb er in den letzten Jahren als „Arzt mit einer 35 jährigen Erfahrung als Medizinjournalist“ mit seinen guten Verbindungen zur überschaubaren Schar österreichischer Medizinjournalisten als Veranstalter von Pressekonferenzen und Werbestrategien.

Es sei schon an dieser Stelle verraten, dass wir etwa Full-Service-Pressekonferenzen inkl. Medienbeobachtung zu diesen Themenbereichen, sofern die Inhalte aus unserer Sicht medientauglich erscheinen und die Chemie mit der AuftraggeberIn stimmt, um 3.000.-€ (exkl. Abgaben) anbieten. Das ist tatsächlich der Satz unseres Gründungsjahres 1996.

Nicht dass Dr Schuhmayer 2011 (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120625_OTS0204/eroeffnung-des-alpacatherapiehofes) nun das Erste Institut für tiergestützte Therapie in Österreich eröffnet hat, halte ich für bemerkenswert, sondern dass der Kommunikationsberater von Ö1 alsTherapie(!)experte interviewt wurde:

Der Allgemeinmediziner setzt die Alpacas für therapeutische Zwecke ein. 

Die Tiergestützte Therapie (TGT) stellt eine nicht-medikamentöse Behandlungsoption in der Versorgung von Klienten mit psychischen Belastungszeichen dar. Ob diese krankheitswertig sind oder noch nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Das „Österreichische Institut für Alpaca-Therapie & Forschung“ (Austrian Institute for Alpaca Therapy & Research, AIATR) bietet diese Möglichkeit als einzige autorisierte Institution in Österreich an.

Na wenn es egal ist, ob was krankheitswertig ist oder nicht, dann freue ich mich auf zukünftig viele andere therapeutische Streichelzoos. Hoffentlich werden die dann vom Medienexperten Schuhmayer auch zertifiziert …

Aber:

Dieser Therapieansatz ist ein relativ junger. Erst vor 20 Jahren begann man, sich mit den therapeutischen Möglichkeiten des Einsatzes von Tieren intensiver zu befassen. Große Studien zum Therapieerfolg liegen bislang noch nicht vor. Lediglich Erfahrungsberichte und kleinere Studien belegen die Wirksamkeit der TGT.

Einem Schulmediziner würde man hier entgegenen, dass er eben keine Evidenz vorweisen kann, aber ein Medienprofi kommt trotzdem ins Radio ….

http://www.springermedizin.at/artikel/33461-tiergestuetzte-therapie

Alternativmedizin: Ein paar Schlaglichter auf den Irrsinn

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Eso

Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Arthrose, Arthritis – alles Medizinskandale!
Alternative Therapiekonzepte bei Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Arthrose, Arthritis u.a.
„Etwa 3% aller Krankheitsopfer erliegen ihrer Krankheit – die restlichen 97% erliegen ihrer Unwissenheit..!“
http://www.medizinskandale.com
Vom Stand des gesunden Menschenverstandes jedoch, vom Stand einer gewissen Paradies- Sicht aus betrachtet, sind Allergien sinnvolle Reaktionen eines unendlich weisen Körpers, der höchst erfolgreich durch die Jahrmillionen der Evolution kam. Er reagiert einfach auf, für ihn schädliche Stoffe, indem er sie ausscheidet, deponiert oder ‘alles auf 180 dreht’ um sie umgehend wieder loszuwerden.
http://payoli.wordpress.com/
Da wo ich herstamme in einem Nachbardorf gibt es seit einigen Jahren eine Heilpraktikerin. In einem anderen Nachbardorf häufen sich in den letzten Jahren ziemlich die Krebsfälle (Verdacht ist/war u.a. ein Mobilfunk-Richtfunkmast ) und auch das Auftreten von Kropf.

Eines Tages erwischte der Krebs wieder mal einen Mann, das ist auch schon ein paar Jahre her. Es wurde dann wohl das komplette Standardprogramm durchgezogen (Bestrahlung, Chemo, etc.), aber irgendwann wußten die Mediziner nicht mehr weiter und sie gaben dem Mann die Diagnose nicht mehr heilbar.
Seine Frau wollte das aber nicht hinnehmen und sie hatte von der Heilpraktikerin gehört. Deshalb ging sie mit ihrem Mann dorthin. Die Heilpraktikerin untersuchte den Mann wohl eine ganze Weile (d.h. man nennt das glaube ich eine ausführliche Anamnese – viel zu teuer bzw. unrentabel in unserem Gesundheitssytem Angry ) und empfahl ihm dann:

Ziegen zu züchten!!!

Ich weiß nicht mehr genau was der Mann vorher gemacht hatte, aber es war glaube ich total etwas anderes.
Jedenfalls der Mann lebt heute, ihm geht’s gut und er hat keine Spuren des Krebses mehr.

http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=18176.0

Stop the Thyroid Madness
Thyroid Madness Definition: Treating hypothyroid patients solely with T4-only meds. http://www.stopthethyroidmadness.com/

Gibt’s auch auf Deutsch: Das muss ich jetzt irgendwie in den Griff bekommen, und dann wende ich mich an die Apotheke in München, die Janie erwähnt, und bei der man getrocknete Schilddrüse bekommen kann. Vielleicht kann man mir dort jemanden empfehlen, der mich nach meinen Symptomen einstellt – ich wäre bereit, dafür durch ganz Deutschland zu fahren. Der letzte Arzt, den ich auf das natürliche Schilddrüsenpräparat ansprach, meinte, da sollte ich die Finger von lassen – in den USA sei Schweineschilddrüse heimlich in Hamburgern verarbeitet worden und es sei zu massenweise Schilddrüsenüberfunktionen gekommen. Naja, wenn jemand ohne Unterfunktion L-Thyroxin schluckt, bekommt er auch eine Überfunktion. Also, was beweist das? Das beweist doch eigentlich nur, dass es tatsächlich funktioniert! Janie, ich bin Dir unendlich dankbar, und ich hoffe, dass Du vielen Frauen mit Deinem Buch helfen wirst!

Krebszellen mögen keine Himbeeren
als esoterisch.naturwissenschaftlicher Mix
https://www.youtube.com/watch?v=fHnPhuTylcc

und wenn Sie noch Nerven haben eine Predigt gegen die onkologische Chemotherapie hören wollen und die „Kausanetik“verstehen wollen weshalb „Krankheiten eine höhere Form der Gesundheit sind“ (ca. 50. Min) ziehen Sie sich das rein.
Man könnte auch sagen „Transaktionsanalyse goes berserk

„Jedes Symptom ist zuerst einmal gut, hätten sie das Symptom nicht würden Sie früher sterben … Die Natur hat immer recht!“

„10 Jahre keinen Schnupfen ist nicht gesund sonder ihr Körper ist so blockiert, dass er nicht mehr regulieren kann“

https://www.youtube.com/watch?v=yXoc_dGuvro

Written by medicus58

12. Juni 2014 at 07:31

Prayer Gauge Debate oder Lässt Gott Dampf ab?

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prayer gauge

Als im Dezember 1871 der Prince of Wales, der spätere Edward VII, vom Typhus befallen wurde, eine Krankheit, an der sein Vater zehn Jahre davor verstorben war, betete die ganze Nation für ihn.

Ob das gekrönte Haupt wegen oder trotz der Bemühungen von Sir William Withey Gull (en.wikipedia.org/wiki/Sir_William_Gull,_1st_Baronet ), einem der prominentesten Schulmediziner der Zeit, überlebte, war Anlass für eine lebhafte Debatte, die als „Prayer-Gauge Debate“ in die Geschichte einging.

Auf der einen Seite stand der Erzbischof von Canterbury, der übrigens das neue Telefonsystem benützte, um besondere Gebete in alle Kirchen seines Einflussgebietes zu tragen.
Auf der Gegenseite stand die Schulmedizin, die sich in dieser Zeit gerade begann als Teil der Naturwissenschaft zu sehen und deren Erkenntnisse zu nutzen.

Letztlich ging es um die Frage, ob sich Gott an die eben gefundenen Naturgesetze halten muss, oder ob Wunder durch die Kraft des gemeinsamen Glaubens eben diese Naturgesetze außer Kraft setzten können.

John Tyndall (en.wikipedia.org/wiki/John_Tyndall ), ein prominenter Physiker, schlug 1872 in einem Artikel in „Contemporary Review einen Test vor, um das Problem einer naturwissenschaftlichen Lösung zuzuführen: The `Prayer for the Sick.’ Hints toward a Serious Attempt to Estimate its Value,“ vol. xx. 205-210“
Er schlug vor, die Gläubigen mögen über einen ausreichend langen Zeitraum für die Heilung einer bestimmten, gut untersuchten Krankheit in einem bestimmten Spital unter der Führung eines anerkannten Mediziners beten. Danach sollte verglichen werden, ob sich die Todesrate in diesem Spital von jener in allen anderen, ebenso gut geführten Spitälern der Nation unterscheidet.
Der Vorschlag wurde heftigst diskutiert, aber nie ausgeführt.

2007 erschien im Med J Aust; 186 (10): 51 ein Artikel (Prayer as medicine: how much have we learned?), der versuchte naturwissenschaftliche Erklärungen für eine von vielen Menschen behauptete gesundheitsfördernde Wirkung des religiösen Gebetes zu finden (https://www.mja.com.au/journal/2007/186/10/prayer-medicine-how-much-have-we-learned).

Auch für ihren damals etwa 10jährigen „Medicus“ haben intensive Gebete zu Pater Pio (de.wikipedia.org/wiki/Pio_von_Pietrelcina) nach Jahren eine Serie von Mittelohrentzündungen beendet.
Die Nachhaltigkeit der Wirkung war so groß, dass es nach Austritt aus dieser Glaubensgemeinschaft noch Jahrzehnte dauerte, bis ich erneut an einer Mittelohrentzündung erkrankte ….

Ob nun der Glaube Berge (oder eben Krankheitserreger) zu versetzten vermag, ist aber gar nicht mein Thema.

Für mich ist diese „Prayer Gauge Debate“ vor allem interessant, da sie aufzeigt, dass man selbst in der Debatte des Göttlichen nicht um die in Logik und Mathematik entwickelten Techniken herumkommt, wenn man Glaube oder Erfahrung objektivieren möchte.

Religionen gibt es viele, Ratio gibt es nur eine.
Techniken um die Aussagen einzelner zu prüfen haben die Religionen keine entwickelt, das mag einen Grund haben.

Das „Gauge“, also Barometer, verdankt der Konflikt übrigens der Hoffnung, man könnte die Wirkung von Gebeten so einfach wie den Dampfdruck messbar machen. Wir befanden uns damals eben auf dem Höhepunkt der industriellen Revolution.

home.comcast.net/~oregonstate-fscf/PrayerGauge_May_29_2012.pdf
www.ccel.org/s/schaff/encyc/encyc09/htm/iv.iv.xv.htm
quod.lib.umich.edu/m/moa/aga3363.0001.001/3

Der Diebstahl der Ganzheitsmedizin

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Weite
OK, ist ja nur wieder ein Buchautor und Arzt mit allen Kassen irgendwo in der deutschen Pampa, aber bei Durchsicht eines Online-Interviews des Kollegen Hobert (http://www.drhobert.de/) mit der „Gesundheitszeitung“ (12.000 Auslagestellen + Online)
( http://www.die-gz.de/hannover/lokales/lokales_13_06_03.html) platzte Ihrem GTLMedicus wieder einmal der Kragen.

Ganz exemplarisch:

Zuerst die Affirmation der doch so fortschrittlichen Schulmedizin, in deren Glanz man sich natürlich auch sonnen möchte:

versetzt uns heute in die Lage Gesundheit und Lebenskraft in einem kaum vorstellbaren Ausmaß zu fördern. Viele innovative medizinische Errungenschaften machen bislang unvorstellbares (sic) möglich.“

Dann die Absetzbewegung:

Teilbereiche der pharmazeutisch geprägten Schulmedizin mit ihrem oft seelenverachtenden, materialistischen Menschbild und ihrem Hang zu statistischen Manipulationen die Grenzen des Verträglichen überschreiten und ebenso wie zu viele überflüssige Operationen in Deutschlands Krankenhäusern zu einem wirklich lebensbedrohlichem Gefahrenmoment für unser Leben werden.“

Mit dem abschliessenden Heilsangebot aus dem eigenen Bauchladen:

Die Essenz der unterschiedlichen philosophischen Grundlagenwerke der alten Weisheitslehren aus China, Tibet und Indien hat sehr effektive Diagnose- und Heilverfahren hervorgebracht die nun immer mehr Beachtung finden.“

Auf seiner Homepage definiert unser Kollege „ganzheitlich“ wie folgt:

„Körper, Geist und Seele sind als Einheit untrennbar miteinander verbunden. Heilung kann nachhaltig nur gelingen, wenn das gegenseitige Wechselspiel ausreichend Beachtung findet und es darüber hinaus zu Einsichten kommt die inspirieren und Mut machen, neue Wege zu gehen.“

Was sich hier als so zeitgemäße Erkenntnis gibt, ist über 2400 Jahre alt und verbindet die (Vier)Säftelehre der alten Griechen (http://de.wikipedia.org/wiki/Humoralpathologie ) mit Galens Psychologismen(http://de.wikipedia.org/wiki/Temperamentenlehre) und den vagen eurozentristischen Vorstellungen über die Geheimnisse außereuropäische Kulturen.

Dass unter dem Deckmantel spukhaften Geschwubels „neuesten Erkenntnisse über die Wirkungsweise der Zellmembran und der ihr innewohnenden Intelligenz“ schon rein logisch betrachteter Schwachsinn weitergegeben wird 
Intelligenz einer Membran? weshalb dann ein Zentralnervensystem? – 
stört ja nicht, weil man das ja in Buchform vorlegt und in einer 240-stündigen Ausbildung „Integrale Medizin“ auch vorträgt.

Da erblasst ja der hartgesottendste Evangelikale und wirf sein „Grand Design“ in den Problemstoffbehälter.

Die – wo immer möglich – auf naturwissenschaftlich Evidenz fußende „Schulmedizin“ hat sich den Begriff „Ganzheitsmedizin“ von Kasperln und Scharlatanen einfach entwenden lassen. 

Statt darauf hinzuweisen, dass die Schulmedizin in sich einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, in dem sie Diagnose und Therapie mit der „Ganzheit“ aller bislang bewiesenen naturwissenschaftlichenErkenntnisse in Einklang zu bringen sucht, 
überlassen wir den Begriff Besessenen oder Geschäftemachern, die uns einen Cocktail aus Mystik, Esoterik, Psychoschmäh und privatem Weltbild kredenzen.

„Dr. Hobert beschreibt, wie man mit der Intelligenz des eigenen Körpersystems seinen Alltag radikal verändern und seine Zukunft neu ausrichten kann. Es führt den Leser zu ungeahnten Quellen der Kraft.“

Abschließend sein nur noch erwähnt, dass die zunehmende Fächerspezialisierung in der Schulmedizin kein Gegenargument ihres „ganzheitlichen Ansatzes“ darstellt, sondern eine Notwendigkeit der enormen Fülle an Information und Herausforderungen ist, die die Fähigkeiten eines Einzelnen übersteigen. 
(Man möge mich abhalten eine komplizierte Geburt zu leiten, auch wenn ich das irgendwann einmal gelernt und sogar in Einzelfällen gemacht habe, wenn irgendwo ein hauptberuflicher Geburtshelfer anwesend ist …)

Nur den Propheten der „Alternativen Ganzheitsmedizin“ gelingt es problemlos zwischen „vedischen Tinkturen„, „indianischen Wurzeln“ und „tibetischer Hausapotheke“ zu oszillieren …  

Links:

Ein Besuch in der Apotheke: Der Kunde ist König und der Patient Kaiser: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=62390  

WIE LÄSST SICH GEGEN DIE FÜLLE DER ALTERNATIVEN IN WENIGEN SÄTZTEN ARGUMENTIEREN?
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32318

Ein Überblick über das Angebot einer Apotheke:
ALTER-NAIV-(?)-MEDIZIN II
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33145

Gesundheitsreform hin : Alternativmedizin her

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Auf http://www.aaskolnick.com/medhist.htm wird vom Wissenschaftsjournalisten Andrew A. Skolnick

eine
Geschichte der Medizin seit 2000 vor Christus
erzählt, die ich nachfolgend übersetze.

Ca. 2000 v. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Essen Sie dieser Wurzel.

Ca. 1000 n. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Wurzeln sind heidnischer Unsinn. Sagen Sie dieses Gebet auf.
Ca. 1700 n. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Gebete sind abergläubisch. Trinken Sie diese Tinktur.
Ca. 1850 n. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Diese Tinktur war Schlangenöl, nehmen Sie lieber diese Tablette.
Ca. 1950 n. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Die Pillen sind unwirksam. Nehmen Sie ein Antibiotikum.
Ca. 2000 n. Chr.
Patient: Ich habe Halsschmerzen.
Arzt: Antibiotika sind unnatürlich. Essen Sie diese Wurzel.

In diesem Sinne wollen wir nun auch hier Sie in die Geheimnisse der
Alternaiven Medizin
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32318
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=33145
einweihen.
Den Beginn machen wir mit einer einfachen indigenen Heilmethode

Limpia con el huevo
(Reinigung mit dem Ei)

die sich in den Anden seit Jahrhunderten bewährt hat.Es ist, wie praktisch, sowohl ein Diagnose- als auch ein Heilverfahren.
Der Heiler nimmt ein frisches, weder erhitztes noch gekühlte Ei in die rechte Hand, wobei der spitzere, der positive, Pol zeigt zu seiner Hand. Um die Reinigung am Kranken vorzunehmen fährt er dann mit dem runden Pol über dessen Körper und zieht die ganze negative Energie in das Ei.

Während wir in der Schulmedizin noch stur auf die Reihenfolge:
zuerst Diagnose und dann Therapie
beharren, sind indigene Heiler da schon weiter und kehren diesen Prozess um.
Gießt man nach der Reinigung das Ei in ein Glas Wasser, erkennt der Kenner sofort, was zuvor geheilt wurde:

Rote Schlieren im Eigelb sprechen, nein nicht für eine besprungene Henne, sondern für Probleme im Kreislauf– oder Atmungsbereich, für cerebrale oder psychische Störungen oder das Werk eines Hexers.
Feine Härchen im Ei identifizieren negative Energie.
Eine weißliche Blase identifiziert den Egoisten.
Dunkle Flecken im Eiweiß zeigen einen geschwächten Lebensimpuls, eine Herz- oder Blutschwäche.

So einfach ist das und alles ohne e-card!

Und jetzt hören’s auf zu lachen, mir ist das Lachen schon längst vergangen.

Bernhard Wörrle: „Heiler, Rituale und Patienten – Schamaismus in den Anden Ecuadors, Berlin 2002

Written by medicus58

14. Juni 2012 at 19:00

Der Kunde ist König und der Patient Kaiser

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In der Regel ist es der Objektivität nicht zuträglich, wenn man „aus aktuellen Anlass“ Gesetze beschließt oder Blogs schreibt, jedoch passen meine heutigen Erlebnisse sehr gut zu einer aktuell wieder aufgewärmten Debatte über die Existenzberechtigung von Apotheken bzw. ob auch Drogerieketten rezeptpflichtige Medikamente vertreiben dürfen. http://derstandard.at/1336697977977/Liberalisierung-Medikamente-aus-dem-Drogeriemarkt

Erlebnisbericht:26.5.2012 vormittags Apotheke Kaiserkrone Wien Mariahilf, die Speerspitze „Alternativer Medizin mit Schwerpunkt Homöopathie“ http://wp.me/p1kfuX-8D)

Geschäftsraum wie immer rammelvoll, Geschlechtsverhältnis der Kunden etwa Frauen:Männer = 9:1
Das Verhältnis von verschreibungspflichtigen Medikamenten und dem Rest (Homöopathie, Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel, Badezusätze, Aromathapie, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin, Tibetische Medizin, Ayurveda, Massageöle …. etc.) im Gesichtsfeld des Kunden etwa: 1:99.

Gesprächsfetzen der Kundengespräche vor mir:

Zwei verbreitete und rezeptpflichtige Medikamente: „haben wir leider nicht lagernd, müssen wir bestellen“.

Ein „alternativmedizinisches“ Produkt: „Das bekommen Sie nur in den Rat und Tat Apotheken (http://www.rat-tat.at/), nicht bei uns, denn sonst müssten wir dort einen Mitgliedbeitrag zahlen, ich könnte ihnen aber etwas aus unserem Sortiment anbieten„.

Rezeptgebühr wurde eingehoben
, obwohl auf dem ordentlich ausgefüllten Spitalsrezept ersichtlich war, dass Patientin von der Rezeptgebühr befreit war.

Es wurde ein Kunde (nicht der Patient) gefragt, ob denn dem Patienten die Einnahmefrequenz klar wäre, obwohl aus der Zusammenstellung des Rezepts klar war, dass es sich hier um die Medikamente für eine betagte, unter schwerer antipsychotischer Medikation stehende Person handeln musste.

Bei keinem Verkaufsgespräch erfolgte irgendeine Beratung der Kunden hinsichtlich Nebenwirkungen und Einnahmemodalitäten, die immer als Berechtigung dafür angeführt wird, dass rezeptpflichtige Medikamente nur in Apotheken und durch speziell geschultes Personal abgegeben werden dürfen.

Ein rezeptpflichtiges Medikament wurde ohne dass es sich um eine Notfallsituation gehandelt hat ohne ärztliche Verschreibung gemeinsam mit einem ebenfalls privat bezahlten nichtverschreibungspflichtigen Mittel abgegeben. Die Indikation wurde nicht hinterfragt, es erfolgte keine Beratung.

Link: Rezeptblog.at „Übrigens e-Medikation und Arzneimittelsicherheitsgurt haben nur den einen Hintergrund (Patientensicherheit ist es nicht!): Die Apotheken brauchen einen USP, der ihre Privilegien schützt!“  http://fb.me/1MlxBHNCk

Bittere Pillen, Saure Trauben oder Katharsis?

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Kurt Langbein, 
Journalist und 1983 Co-Autor eines der erfolgreichsten Sachbücher (Bittere Pillen) des deutschsprachigen Raumes 
erklärt uns seit Jahrzehnten die Medizin, 
seit 1992 über die Multimedia-Agentur Langbein & Partner Media http://www.langbein-partner.com und 
seit 2001 auf www.surfMED.de, einem nach Selbstdefinition
 „unabhängigen und expertengeprüften Lexikon für Ihre Gesundheit“ mit jedoch explizit alternativmedizinischer Tendenz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Langbein

In seinem Buch Das Medizin Kartell liest sich seine 
Kritik an der Schulmedizin so:

DAS MEDIZINKARTELL – EIN TÖDLICHES GEFLECHT AUS PROFITSUCHT
UND GRÖSSENWAHN?
In diesem Buch zeigen Kurt Langbein und Bert Ehgartner, warum. 
Ihre harte Diagnose der Todsünden der Gesundheitsindustrie ist eine umfassende Innenansicht des Medizinkartells, die am Bild der selbstlosen Heiler erhebliche Kratzer hinterläßt … 
http://www.steuerembargo.co.de/attachments/article/7/Das%20Medizinkartell.pdf  

2009 erkrankte er, der nach eigenen Angaben schon Darm- und Hautkrebs hatte, an Prostatakarzinom und beschrieb seine bisherigen Erfahrungen in einem eben erschienene Buch „Radieschen von oben„, das er nun durch eine Reihe von Medienauftritte an den Mann (und vermutlich an die Frau) zu bringen sucht. 

An seinen öffentlichen Äußerungen lassen sich die Hauptprobleme seiner bisherigen journalistischen Arbeit gut nachvollziehen. 
Gerade weil sich auch dieser Blog hier gefährlich nahe an dieser Grenze bewegt, wollte ich an diesem Thema nicht vorbeigehen.

Die selbstgerechte Überzeugung vom eigenen Standpunkt wächst mit der Entfernung zum Problem.

Ich war überrascht über die Wucht der Emotionen, obwohl ich selber viele Krebspatienten interviewt und mit der Filmkamera begleitet habe. 
http://derstandard.at/1330389858448/Journalist–Betroffener-Im-Konflikt-mit-dem-Krebs 
 
Ich habe davor ja Filme gedreht über das Leben mit Krebs, Langzeitbegleitungen. Das Überraschende war die Intensität der Empfindungen, die weit über alles hinausgehen, was man davor gedacht hat zu verstehen.
http://diepresse.com/home/gesundheit/735099/Kurt-Langbein_Ich-kaempfe-darum-am-Leben-zu-bleiben 

Kritik ohne Selbstkritik: Statt sich nach der Erkenntnis, dass der journalistischen Zugang die „wahre Situation“ des Patienten nicht erkannt hat, auch zu fragen, ob er nicht auch die „wahre Situation“ des Arztes fehlinterpretiert hat, kommt nicht in Frage. Er kennt zwar ohnehin ein paar gute (alternative) Ärzte, aber dem Rest sei gesagt:
.
Ich glaube aber auch, dass Ärzte den Umgang mit den Emotionen eines Krebspatienten besser kennenlernen sollten. http://derstandard.at/1330389858448/Journalist–Betroffener-Im-Konflikt-mit-dem-Krebs

Es ist ein großer Unterschied, ob man sich seine Meinung durch das Lesen, Recherchieren und Lästern oder durch die tägliche Arbeit in einem Beruf gebildet hat, den man auch erlernt hat
Der unerschütterliche Glaube an das eigene Weltbild, ist konstitutiv für viele selbsternannte Gurus aber sie sollten sich dann nicht auf wissenschaftliche Evidenz berufen.

Wissenschaftsjournalismus tut gut daran, sich der Methoden der evidenzbasierten Medizin zu bedienen. Es sollten eigentlich nur Therapien empfohlen werden, die bewiesen haben, dass sie mehr nützen als schaden. Es ist aber etwas grundlegend anderes, sich als Einzelperson die für einen selbst passende Therapie zu suchen.

Gegen meine Entzündungsneigung nehme ich erfolgreich indischen Weihrauch. Ich spritze mir, mit Pausen, Mistelextrakt. … Das tut mir gut.

Gut, aber keine „Evidence Based Medicine“ auf die sich Langbein doch immer beruft, um ärztliche Anordnungen als unnötig und zu teuer abzulehenen. Dass möglicherweise mit Weihrauch und Mistel schon mehr Geld verdient wird (man bedenke nur wie wenig die Mittel im Gegensatz zu Pharmaka kosten) als mit der Schulmedizin.

Der Journalist beschreibt die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und zieht den Schluss, dass jene Mediziner, die bei Krebsbehandlungen ganzheitliche Ansätze verfolgen – also einen klugen Mix aus moderner Schulmedizin, Psychologie und alternativen Methoden praktizieren – überdurchschnittlich erfolgreich sind. http://oe1.orf.at/artikel/298721  

Das ist Meinung ohne Evidenz. Während Langbein süffisant Archie Cochrane einen der Ahnväter der Evidence Based Medicine zitiert: »Ärzte sind überflüssig« hält er sich selbst nicht an deren System zur Wissensanalyse, wenn es ihm nicht ins Konzept passt:
http://www.steuerembargo.co.de/attachments/article/7/Das%20Medizinkartell.pdf

Ich hatte bis zu dieser Erkrankung das Gefühl, dass ich mit meinem Körper ganz guten Kontakt habe. Ich habe relativ viel Sport gemacht, bin ganz gut mit ihm umgegangen, und er mit mir. Mit der Erkrankung habe ich meinem Körper gegenüber ein tiefes Misstrauen entwickelt und habe lange über die Zeit hinaus, in der ich Beschwerden hatte, Mühe gehabt, einen positiven und vertrauensvollen Kontakt mit ihm wiederherzustellen. Und ein Rest Skepsis bleibt. http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/art114,822688  

Das eigene Vorurteil bedingt gerade bei den selbsternannten Aufklärern und Aufdeckern sehr häufig das abschliessende Urteil, wird aber als absolut und objektiv verkauft. Was als Selbsttherapie beginnt, wird als objektive Wahrheit verkauft.

Während des Schreibens bin ich draufgekommen, wie gut mir das getan hat, weil es mir gelungen ist, Empfindungen zu formulieren und zu präzisieren, die ich nie ausgesprochen hätte.
http://diepresse.com/home/gesundheit/735099/Kurt-Langbein_Ich-kaempfe-darum-am-Leben-zu-bleiben

Es war gar nicht leicht, die für mich passende Therapie zu finden, weil in Österreich die Meinung vorherrscht, dass Prostatakrebs operiert gehört, allenfalls noch eine Hormontherapie sinnvoll sei. 
Diese Aussage ist falsch, da für jede dieser Therapien andere Indikationen vorliegen, die jeder Laie auch nachlesen kann: 
http://www.kup.at/journals/inhalt/1205.html 
 
Viele Kritiker der Schulmedizin thematisieren immer nur die unbestreitbaren Nachteile bestimmter Therapien, verschweigen aber – so sie nicht selbst betroffen sind – dass diese oft ohne echte Alternative sind. Sind sie selbst betroffen, liest sich das so:


Ich habe mich gegen beide Varianten entschieden und mich einer kombinierten Strahlentherapie unterzogen. Dazu habe ich versucht, meine Lebenskraft durch eine onkologische Psychotherapie und Medikamente wie Mistelextrakt möglichst hoch zu halten. 
Ich habe die Begrenztheit der Chemotherapie und Strahlentherapie beschrieben und die großen Zerstörungen, die im ganzen Körper angerichtet werden.
Es ist nur scheinbar ein Widerspruch, wenn man sich dann als Betroffener einer solchen Therapie unterzieht – es gibt leider bis heute keine Therapie gegen Krebs die ohne ein solches Zerstörungswerk auskommt.

Es ist allerdings eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet ein Journalist, der vor dem PSA-Screening warnt, zu den wenigen Menschen gehört, die durch die PSA-Untersuchung rechtzeitig diagnostiziert wurden, und daher Fragen im Standard-Chat beantworten kann.
http://derstandard.at/1330389858448/Journalist–Betroffener-Im-Konflikt-mit-dem-Krebs 

Vielleicht sollte ich mich für die kaum unterdrückbare Häme schämen, aber für mich hat das Bild des selbstlosen Journalisten Langbein nicht nur einige Kratzer abbekommen, …
es erscheint mir mehr denn je als ein Paradebeispiel dafür, dass man aus der Tatsache, dass ein Kritiker bestimmte Dinge zu Recht kritisiert, nicht schliessen soll, dass er auch Recht hat.
Häufig stehen dahinter oft nur Eitelkeit, Profitsucht und Halbwissen …

aber das ist „Eminence Based“, nicht „Evidence Based“, 
ich gebe es ja zu,
Langbein würde es auch öfters gut tun, es zuzugeben.

Links:
http://derstandard.at/1329703080711/Das-aktuelle-Medizinbuch-Kurt-Langbein-Ein-Aufdecker-betroffen

ALTER-NAIV-MEDIZIN

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Alternativmedizin/Komplementärmedizin (CAM) umfassen ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind.
http://www.who.int/medicines/areas/traditional/definitions/en/index.html

Schulmedizin: an Universitäten und Medizinischen Hochschulen nach (natur-)wissenschaftlichen Grundsätzen gelehrt und entwickelt.

Das Match lautet also:

CAM: Homöopathie, Kinesiologie, Aromathapie, Phytotherapie, Cranio-Sacral-Therapie, Traditionelle Chinesische Medizin, Tibetische Medizin, Ayurveda, Yoga, Tai-Chi, Feldenkrais, Alexandertechnik. Osteopathie, Chirotherapie, Massage, Reiki, Therapeutic Touch, … (und jetzt höre ich auf, weil ich nicht soviel bits verschwenden möchte)

gegen:

Schulmedizin

WIE LÄSST SICH GEGEN DIE FÜLLE DER ALTERNATIVEN IN WENIGEN SÄTZTEN ARGUMENTIEREN? 
GANZ EINFACH, MIT EINEM ARGUMENT GEGEN DIE FÜLLE:

OCKHAMS RASIERMESSER: 
Steht man vor der Wahl mehrerer Erklärungen, die sich alle auf dasselbe Phänomen beziehen, soll man diejenige bevorzugen, die mit den einfachsten bzw. der geringsten Anzahl an Annahmen auskommt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser

Deshalb bin ich Schulmediziner, weil ich was gelernt habe, in der Schule!

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