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Österreichisches Allerheiligen

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Nach GrabsteinvoyeurismusOoops, bald hätte ich auf die heurigen Friedhofsfotos vergessen, Praktischerweise gedenken wir am besten der Toten, Familie Engel, und Friedhöfen aus aller Welt,  wollen wir heuer uns mit dem Abfeiern bislang sträflich unbedankter österreichischer Säulenheiliger beschäftigen.

Wie wichtig uns in hierzulande das Fest Allerheiligen ist, erkennt man auch daran, dass in mehreren Bundesländern ganze Orte danach benannt wurden.

Um sich der Heiligen und Märtyrer zu besinnen, führte man im Osten bereits im 4. Jahrhundert jährliche Gedenktage ein (jeweils an ihren Sterbetagen). Da es aber mit fortschreitender Zeit unmöglich schien, jedem der Heiligen einen eigenen Tag des Gedenkens zu widmen, wurde Allerheiligen als Fest geschaffen.

Noch ausgespart von dieser Verehrung sind jedoch einige, deren Wirken für das Verständnis unseres Landes sträflich unterschätzt wird, obwohl sie nachgeradezu als Märtyrer für die Offenbarung der innersten Werte unserer kleinen, verlogenen Alpenrepublik in die Geschichte eingehen werden.

Allen voran soll Bumsti, ein österreichischer Held oder HC, der Heilige Christian genannt werden. Was da scheinbar als Red bulliges Geprahle aufgezeichnet wurde, strafte den Bundespräsi Lügen: Wir sind so. In wenigen Clips wurde ausgesprochen, wofür die Staatsanwaltschaft nun Monate braucht um es, allerdings der türkisen Reichshälfte nachzuweisen.

Auch dem Bundesmaturanten, JÖ, Kurz bringt uns den türkisen Virus Bonus Club und wir dürfen alle nach China reisen wollen wir an diesem Tag dafür danken, dass er einerseits erneut bewiesen hat, dass sich die Tragödien der Geschichte als Farce wiederholen und andererseits, dass man uns dasselbe Ferkel, mal als Haider, mal als Grasser und nun als Basti immer wieder durchs politische Dorf treiben kann und von der Omi bis zur Jungtussi, vom Schüssel bis zum Khol fallen wir alle wieder auf den selben Schmäh rein.

Zuletzt gedenken wir auch und bejubeln die Bundespräsidenten. Nicht einen bestimmten, das wär zu viel der Ehre, sondern all den Ersatzkaisern, die uns das Gefühl geben, dass hinter all dem Treiben noch ein Gerechter auf uns schaut, wahlweise Sümpfe trocken legt, ohne die Verursacher zu benennen, sich nicht mehr wie noch als Abgeordeter während mancher Abstimmung im WC versteckt, sich aber nach Ende seiner Amtszeit gefühlt wöchentlich als moralisches Gewissen medial präsentiert, oder uns versichert, dass wir nicht so sind, wie es uns die WKSTA täglich beweist.

Gedenken wir heute diesen Säulenheiligen unseres Landes, die verstehen machen, was dieses wohlhabende und tief korrupte Land zu dem machte, woran es zugrunde gehen wird: Eine in der sauren Milch der frommen Denkungsart ertrinkende korrupte Bananenrepuplik, die Bananen ebensowenig hat wie Löschflugzeuge, um einen brennenden Wald zu löschen.

Written by medicus58

31. Oktober 2021 at 18:01

Wer zahlt für die Covid Krise, heute Katalonien

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Catalan News berichtet, dass die heurigen Allerheiligen Spezialitäten um 5% teurer wurden. Vergleicht man die Preise mancher Tapas-Ketten in Barcelona, die neben den neuen Preislisten noch irgendwo die alten haben, dann stiegen Pimentos, Tortillias und Co um 15-20%.

In dem Artikel werden neben den Preissteigerungen der Zutaten auch die gestiegenen Strompreise verantwortlich gemacht.

Written by medicus58

30. Oktober 2021 at 20:00

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Friedhöfe aus aller Welt

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Aufmerksame Leser wissen es und von einer Leserin wurde ich verlässlich daran erinnert, dass sich dieser Blog hier alljährlich um Allerheiligen mit den angeblich friedlichsten aller menschlichen Wohnstätten beschäftigt, den Friedhöfen.
2012 habe ich schon unter Letzte Reiseziel: Friedhöfe eine Art Studienreise durch einige Friedhöfe dieser Welt unternommen und dort wollen wir heut anschließen.
Das Bild oben entstand am Cementerio Municipal de Punta Arenas  lange bevor er 2012 zum Nationaldenkmal ernannt wurde. Punta Arenas ist die südlichste Stadt Chiles und  liegt direkt an der Magellanstrasse. Viele der Grabsteine tragen deutsche oder englische Beschriftungen, wie unser nachfolgendes Beispiel.

Die Einwohner Punta Arenas behaupten überhaupt, dass ihr Friedhof der schönste der welt wäre, was vielleicht etwas übertrieben ist, aber ein ziemliches Völkergemisch weist er allemal auf.

Darauf, dass zum Beispiel auf Recoletta in Buenos Aires oft nur das exakte Sterbedatum, nicht aber das Geburtsdatum vermerkt ist, habe ich schon in dem früheren Beitrag hingewiesen. Eine so exakte Dokumentation der Sterbestunde, wie hier in Punta Arenas, fand ich aber noch selten. Keine Ahnung, wer Graciela war, aber sie verschied offenbar exakt um halb zwei, wenn man die Kleine Ungenauigkeit der Stellung des Stundenzeigers mal außer Acht lässt.

Dass sich nach Ausrottung der Ureinwohner an der Südspitze Amerikas ein bunter Haufen von Einwanderern einfand und dann irgendwo bestattet werden musste, überrascht weniger, als dass es auch am anderen Ende der Welt Friedhöfe gibt, in denen viele Reisende ihre letzte Ruhestätte fanden, was vielleicht nur als Zwischenstation geplant war.

Hakodate auf Hokkaido  war einer der ersten Häfen Japans, der für den Handel mit Ausländern geöffnet wurde. Bekanntlich schottete sich das Alte Japan lange gegen fremde Einflüsse ab und versuchte den Kontakt mit Fremden auf ganz wenige Handelspunkte zu konzentrieren. Der Friedhof für Ausländer im Stadtteil Motomachi liegt deshalb auch unmittelbar an der Küste.

Und auch hier finden sich auf so manchem Grabstein „fremdsprachliche Beschriftungen“.


Als der Hafen von Hakodate 1859 auf amerikanischen Druck geöffnet wurde, war der in Schlesien geborene Ludwig Haber gerade mal 16 Jahre alt. Er war übrigens der Onkel des Nobelpreisträgers Fritz Haber. Er kam als 30-Jähriger nach Japan nachdem er vorher längere Zeit in London lebte und Reiseberichte aus Corfu, Ägypten, Indien, Ceylon, China und Niederländisch Oste-Indien (Indonesien) verfasst hatte. In West-Afrika erkrankte er an Malaria deren Rezidiven ihn immer wieder außer Gefecht setzten, so auch im August 1874. Am 11. August 1874 wurde er in einem fremdenfeindlichen Akt von einem Samurai ermordet, er war damals gerade einmal 31 Jahre alt. Seine Ernennung zum Konsul hat ihn nicht mehr erreicht. Wen die ganze Geschichte interessiert, der sei auf diesen interessanten Blog verwiesen: http://ludwighaber.blogspot.co.at/  

Für alle, deren Nekropolophilie noch nicht gestillt ist, hier nur einige Links:

Familie Engel 
Praktischerweise gedenken wir am besten der Toten

Ooops, bald hätte ich auf die heurigen Friedhofsfotos vergessen
Grabsteinvoyeurismus

 

Written by medicus58

1. November 2017 at 19:01

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Allerheiligen

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familie-engel

Meine treue Leserin, Frau Christine Kainz (http://www.christinekainz.at/blog/) mahnte zu Recht ein, dass ich heuer keine „Friedhofsfotos“ auf meinem Blog habe, das soll also (mit ein bisschen Photoshop)  nachgeholt werden und überdies auf Früheres verwiesen werden:

Ooops, bald hätte ich auf die heurigen Friedhofsfotos vergessen https://medicus58.wordpress.com/2013/11/02/ooops-bald-hatte-ich-auf-die-heurigen-friedhofsfotos-vergessen/

Praktischerweise gedenken wir am besten der Toten https://medicus58.wordpress.com/2013/11/22/praktischerweise-gedenken-wir-am-besten-der-toten/ 

Letzte Reiseziel: Friedhöfe https://medicus58.wordpress.com/2012/11/01/%ef%bb%bf%ef%bb%bfletzte-reiseziel-friedhofe/

Der Krieg ist aus – und ich muß gehn – meine Gemälde sollen in allen Museen der Welt gezeigt werden https://medicus58.wordpress.com/2013/01/04/der-krieg-ist-aus-und-ich-mus-gehn-meine-gemalde-sollen-in-allen-museen-der-welt-gezeigt-werden/

Written by medicus58

1. November 2016 at 23:59

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Ooops, bald hätte ich auf die heurigen Friedhofsfotos vergessen

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Dieser Blog hat einige Traditionen, die Grabsteinfotos zu Allerheiligen sind nur eine davon und auf die hätte ich heuer beinahe vergessen.
Zuletzt, 2012, haben wir das unter der Rubrik Reisen gemacht:  Letzte Reiseziele Friedhöfe: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80515 im Jahr davor unter dem Titel Grabsteinvoyeurismus über die Titelwut der Dahingeblichenen (oder ihrer Verwandten) mokiert: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=46270 in der Abteilung Sozialgeschichte gewühlt http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=46272
bzw. uns über seit 1887 fehlende Sterbedaten gewundert: und wenn sie nicht gestorben sind:  http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31701

Die Titelwut am Grabstein ist ja ein überaus lohnendes Motiv, so dass wir auch 2010 uns über Herrn Österreicher multi fun. h.c. a.D. et.etc. den Blog zerreissen konnten: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31700 Auch in unseren heutigen Beispielen wollen wir uns den verdienten Honoratioren widmen, den kuk Hofconcipisten, den Forsträten,
Grabstein 1

den HausbesitzernEhrenbürgern und Bäckermeistern 
Grabstein 3

Mein persönlicher Favorit ist aber Bürgermeister und Ehrenbürger von Purkersdorf etc., etc.
Nicht auszudenken, was Carl Pummer vor seinem Ableben 19o3 noch alles war, was hier nicht Platz fand …

Grabstein 2

Written by medicus58

2. November 2013 at 13:11

Letzte Reiseziel: Friedhöfe

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Wohin pilgert der durchschnittliche Tourist in der durchschnittlichen Metropole?
zu Kathedrale, Museum und Königsschloss
in Wien heißt das Stephansdom, Kunsthistorisches Museum und Schöbrunn
in Paris Notre Dame und Louvre, da letzteres ja sowohl Ex-Schloß als auch Museum ist, bzw. Versailles ein bißchen ungelegen vor den Toren der Stadt liegt,
in London gehts in Westminster Abby, British Museum und zur Wachablöse vor Buckingham Palace

und auch außerhalb Europas findet sich ein Haupttempel, ein Museum und die Herberger längst davongejagter Herrscher z.B. in Peking der Himmelstempel und die Verbotene Stadt, die wiederum Museum und Schloss mit einer Klappe erledigt.
Viel zu selten werden Touristen an einen anderen Ort gelots, der of mehr über Geschichte und Selbstbild eines Ortes aussagt, als die vorgenannten Highlights:
Friedhöfe

Was liegt näher als sich am 1. November eines Jahres sich in der Rubrik „Reisen“ kurz über diese Sehenswürdigkeit zu verbreiten?
Meine persönlichen Favoriten sind u.a.: Recoleta (Buenos Aires): http://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof_La_Recoleta wo keine Schilder den Weg zu Evita’s Grab weisen und trotzdem jeder hinfindent
Kom esch-Schufaka
(Alexandria): wo Römer und Ptolimäer einträchtig und mumifiziert tief im Felsen aufdie Auferstehung warten
Cementerio Municipal (Punta Arenas): wo das wilde Sprachengewirr auf den Grabsteinen von hier im Kindbett verstorbenen britischen Ehefrauen, chinesischen Seeleuten und deutschen Missionaren berichtet
Friedhof und Residenz der Familie Kong in Qufu: in dessen ca.100.000 Gräbern alle Nachkommen des Großen Konfuzius ruhen
Friedhöfe mit ihren Grabinschriften zeigen, was den Menschen vor Ort wichtig war und ist. Der Aufwand mit dem sie ihrer Sterblichkeit entgegenwirken wollen und die Hackordnung wessen Familie näher im Zentrum, beim Eingang oder bei der Kapelle begraben sein darf gibt raschen Einblicke in die lokalen Sozialstrukturen, für die Historiker sonst jahrelanges Quellenstudium benötigen. http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=46272 http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=46270

Die heutigen Bilder stammen vom Mailänder Cimitero Monumentale, einem Fegefeuer der Eitelkeiten und der Nekrophilie, das mindestens so großes Theater darstellt, wie die Scala oder der die Auslagen der Modepäpste.

Wenn sich Herr Campari unter einer brozenen Nachbildung des Letzten Abendmahls zur letzten Ruhe betten ließ, dessen Ausmaße das Grab der Familie Toscanini um das Vielfache in den Schatten stellt, wenn die trauernden Gracien auf ewig auf den Marmorplatten erstarrt sind und noch verzweifelt sind, wenn keiner mehr so richtig weiß, wer denn da begraben wurde, dann jaulen die Geigen, dann dröhnen die Orgelpfeifen und die Chöre schälen sich aus der Dunkelheit der Kathedralen …
Wie schon die Argentinier über Recoleta meinten, es ist viel leichter in Saus und Braus zu Leben und unermesslichen Reichtum anzuhäufen, als ein Grab aus Recoleta zu ergattern ..
Also mein Tip für heute, lassen Sie ruhig mal ein Museum oder eine Schloss aus, aber besichtigen sie unsere Friedhöfe, dort warten auf den Reisenden Einblicke ins „wahre Leben“ eines Ortes, die ihnen die meisten Reiseführer verschweigen …

Written by medicus58

1. November 2012 at 13:19

Veröffentlicht in Allgemein, Reisen

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Grabsteinvoyeurismus

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Der Allerheiligentag naht und somit die Möglichkeit sich einem morbiden Hobby hinzugeben:

GRABSTEINVOYEURISMUS

http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31701

Hatte uns im Vorjahr schon einmal die österreichische Liebe zur Titelansammlung erfreut:  http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=31701 
lehrt uns das heutige Gestein, dass man gerne alle Familienmitglieder beim selben Dienstgeber „unterbrachte“, aber dann doch im Zeitverlauf was anderes am Grabstein zu stehen hatte, um auch nach dem Tode politisch korrekt zu bleiben:

Holte einen im Jahre 1939 „der Teufel“, dann starb man als Bahnbeamter der Deutschen Reichsbahn (D.R.B.). Ereilte einem in der gleichen Firma der Tod im Jahre 1945 (ich nehme mal an nach dem April d.J.), dann starb man als Adjunkt d. Öst. Bundesbahnen.

Written by medicus58

15. Februar 2012 at 09:42

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