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5 Jahre Fukushima: Expert: „This is a serious situation“

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Fukushima-Daiichi-Nuclear-Power-Station blast2

In den ersten Wochen nach dem Super GAU von Fukushima, war die HP der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)  http://www.grs.de eine der seriösesten Informationsquellen über den aktuellen Wissenstand. Die 5. Auflage 2016 ihres Berichts über den Unfallablauf und die radiologischen Folgen sind auch für nicht einschlägig ge- oder ausgebildete Leser informativ: http://www.grs.de/sites/default/files/pdf/grs-s-56.pdf

Auch dieser Blog beschäftigte sich seit fünf Jahren immer wieder mit der medialen Aufarbeitung des Ereignisses und hat seither eine eigene Rubrik:
https://medicus58.wordpress.com/category/strahlen-risikokommunikation/

2011: 

Chronologie der Ereignisse  http://wp.me/p1kfuX-1R
Chronologie der Ereignisse II
http://wp.me/p1kfuX-24
wie die IAEA vor lauter Maulkörben zur Lachnummer wurde

Fukushima FF http://wp.me/p1kfuX-1J
war lange Zeit einer der am häufigsten via Google angeklickte Beitrag, aber nicht wegen „Fukushima“ sondern wegen das dort erwähnten PC Ganes „SimCity“

WEGWERF-ARBEITER
http://wp.me/p1kfuX-2m
Wegwerf-Arbeiter http://wp.me/p1kfuX-aR
eine Beispiel, wie inzwischen widerlegte Vermutungen eines WDR Reporter weltweite Schlagzeilen generierten

Copy and Paste ist kein Journalismus http://wp.me/p1kfuX-2j
Ein weiterer Beweis für die Schlampigkeit der Medien

Ejaculatio praecox
http://wp.me/p1kfuX-39
Methodenloser Wahnsinn
http://wp.me/p1kfuX-2e
Zuerst Panik, dann Desinteresse

Fremdfürchten http://wp.me/p1kfuX-aL

Ein kurzer Zwischenbericht: Ein paar Gedanken zu Fukushima
 http://wp.me/p1kfuX-1U

Fukushima revisited http://wp.me/p1kfuX-4d

Auch die Katastrophe muss verrechtlicht werden http://wp.me/p1kfuX-2p

3. März 2012:
Die Leere (sic) aus Fukushima http://wp.me/p1kfuX-bT

8. März 2012: Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater http://wp.me/p1kfuX-cc

11. März 2012: @hirn #twitter #fukushima http://wp.me/p1kfuX-co

22. Mai 2012: Nein zum Atom oder Atome sind mir nicht grün http://wp.me/p1kfuX-iy

18.Oktober 2012: Der perverse Zusammenhang zwischen Angst und Information: Fukushima http://wp.me/p1kfuX-tV 

11. März 2014: Wann kommt endlich die Argumentationswende der AKW Gegner? http://wp.me/p1kfuX-LD

6. August 2015: Hiroschima: hier und jetzt http://wp.me/p1kfuX-10T

Written by medicus58

11. März 2016 at 18:36

Wann kommt endlich die Argumentationswende der AKW Gegner?

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radioaktiv2

 

Heute vor drei Jahren ereignete sich der AKW Unfall von Fukushima und die mediale Auseinandersetzung über die gesundheitlichen Folgen geht in die nächste Runde.
Kernthema ist hier das Schilddrüsenkarzinom, da es sich hier um den einzigen Organkrebs handelt, für den -zumindest für Kinder und Jugendliche, eine von keiner Seite zu bezweifelnde Zunahme nach dem AKW Unfall von Chernobyl bewiesen werden konnte.

Im Gegensatz zu Chernobly 1986, wo spät mit systematischen Untersuchungen begonnen wurde, haben die japanischen Behörden unmittelbar nach dem Unfall mit einen Ultraschall Screeningprogramm begonnen, das insgesamt 360.000 Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr einschliessen sollte. Als erstes Ergebnis fanden sich bei einem hohen Prozentsatz kleine Zysten und Knoten, wobei einer später nachgeholte Vergleichsstudie aus einem weiter entfernten Gebiet eine ebenso große Anzahl an morphologischen Veränderungen fand, so dass sich die Frage stellte, ob man nicht einfach durch die exaktere Untersuchugn heute mehr Veränderungen findet, als früher. Wesentlich für das Verständnis ist aber, dass es bislang keinen Beweis gibt, das diese Veränderungen Vorboten von bösartigen Geschwülsten sind. Aus den veröffentlichten Dosisberechnungen ist es auch schwer vorstellbar, dass eine so große Anzahl an Kindern und Jugendlichen eine so große Menge Radiojod aufgenommen haben, dass sich eine allfällige Zunahme von Schilddrüsenkrebs statistisch nachweisen ließe. Weiters wird darauf verwiesen, dass es nach Chernobyl 3-4 Jahre gedauert hat, bis eine statistisch nachweisbare Zunahme erkennbar war.

Pünktlich zum Jahrestag kommen nun von offizieller Seite beruhigende Aussendungen, die von AKW-Gegner sofort in ihrer Glaubhaftigkeit angezweifelt werden. In jedem Fall ein gefundenes Fressen für die Medien und was folgt ist das gegenseitige Aufrechnen, der bislang „gefundenen“ kindlichen Schilddrüsenkarzinomen:

Mit Stand 20.8.2013 wurden bereits
216.809 Kinder und Jugendliche untersucht und nach einer Zweitbegutachtung und 203 Punktionen bei
44 Personen ein Malignom oder ein hoher Verdacht auf ein Malignom ausgesprochen, von den
19 operiert wurden.
18 von diesen hatten ein papilläres SD Karzinom und in
1 Fall war das Endergebnis eine gutartige Veränderung

Aktuell (http://www.aerztezeitung.de/panorama/k_specials/japan/article/856710/fukushima-streitpunkt-schilddruesenkrebs.html)
ist die Zahl der  „gefundenen“ Schilddrüsenkarzinomen
74 von 333.4003 Untersuchten = 0,02%

Die weltweite Inzidenz des SD-CA im Kindesalter ohne Radiojodexposition wird zwischen weniger als 1 und 4:1.000.000 und Jahr angegeben.
In Weissrussland erhielten tausende Kinder > 2 Gy Exposition und die Inzidenz des SD-CA stieg (1990-1994) auf 90:1.000.000/ Jahr.
In Japan ist laut WHO Bericht 2013 selbst in den am höchsten betroffenen Gebieten in der Prefektur eine so hohe Exposition -wenn überhaupt – nur bei einigen ganz wenigen Individuen zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund lassen sich nun trefflich hochrechnen und streiten.

Was ich nur nicht verstehe, weshalb sich die AKW Gegner so sehr auf die Fälle einiger Schilddrüsenkarzinome stürzen, deren kausaler Zusammenhang zum Supergau in Folge der kleinen Fallzahl mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zweifelsfrei herzustellen sein wird, statt dass sie die zwar „benignen“ aber in ihrer Kausalität unmittelbar einsehbaren und hinsichtlich der Anzahl der Betroffenen statistisch viel eindeutigeren Folgen thematisieren.
Im Gegensatz zum Spiegel („Krebsangst frisst Seele auf
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/fukushima-krebsangst-frisst-seele-auf-a-812992.html) ist es eben nicht nur die Krebsangst ist, die nach einer derartigen Katastrophe negative Auswirkungen auf das somatische, psychische und soziale Befinden einer großen Gruppe von Menschen hat.

Dabei meine ich nicht das „Fremdängstigen“, das hierzulande bei jedem Besuch in der Sushi Bar wird, sondern die konkreten Auswirkungen für die lokale Bevölkerung, die seit drei Jahren mit Kontrollen, Grenzwerten und extrem widersprüchlichen Informationen konfrontiert wird.

Written by medicus58

11. März 2014 at 07:15

Der perverse Zusammenhang zwischen Angst und Information: Fukushima

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Einer der wesentlichen Grundpfeiler der Aufklärung war die Überzeugung, dass Wissen (Information) dem Menschen die Angst nehmen kann:

Solange jeder Donner als Willensäußerung der Götter gilt ängstigt uns unsere scheinbare Hilflosigkeit,
wenn wir die dahinter stehenden Mechanismen verstehen, verliert der Donner seinen Schrecken
und wir können unsere Sicherheit durch den Bau von Blitzableitern nachweislich vergrößern.

Dass dieser Ansatz in vielen Fällen nicht stimmt, scheint eine aktuell vom Meinungsforschungsinstitut „market“ veröffentlichte Studie zu belegen, die Der Standard so zusammenfasst:
Die Angst der Österreicher, dass sie in ihrem Land von einer Atomkatastrophe heimgesucht werden könnten, ist seit dem Super-GAU von Fukushima regelrecht explodiert. Während unmittelbar nach den Reaktorunfällen im Frühling 2011 in Japan nur 27 Prozent glaubten, dass sie ein derartiges Szenario betreffen könnte, tun das mittlerweile 78 Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Linzer „market“-Instituts, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden.
http://derstandard.at/1350258660435/Angst-vor-Atomkatastrophe-in-Oesterreich-explodiert

Die Studienautoren fassen ihre Ergebnisse so zusammen:
Die Nähe zu Europa´s Kernkraftwerken und die medialen Berichterstattung über zum Teil große Sicherheitsmängel der AKW hat den Österreichern Angst gemacht.
Die Angst verstärkt sich noch mit höherem Alter, niedrigerem Bildungsstand und auch in den ländlicheren Regionen ist das Vertrauen in die Kernkraftwerke der Nachbarländer massiv gesunken. Fukushima war weit weg und die dramatischen Bilder von damals lehrten uns nicht das Fürchten. Erst die Ergebnisse der Stresstests haben die Einstellung der Österreicher zu Atomstrom wirklich massiv verändert.
http://www.market.at/de/market-aktuell/news/entity.detail/action.view/key.781.html

Jetzt entzieht es sich meiner Kenntnis, wer diese Studie bei market in Auftrag gegeben hat und welche Absicht damit verbunden war.
Die Behauptung, dass erst die „Stresstests“ bzw. deren Ergebnisse die Menschen beunruhigt hätten entspricht nicht ganz der eigenen Erfahrung unmittelbar nach dem Supergau von Fukushima, wo bisweilen der helle Wahnwitz Leute in Österreich getrieben hat, Kaliumjodidtabletten zu schlucken,
jedoch bleibt der beunruhigende Eindruck, dass rationale Information Menschen ängstigt –  und wie schon hier ausgeführt- ,
dass diese Angst zum falschen Zeitpunkt -nämlich zu früh im Sinne einer Ejaculatio präcox (http://wp.me/p1kfuX-39) – auftritt.

Dass dafür neben der hysterisierende medialen Berichterstattung (Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater http://wp.me/p1kfuX-cc)
auch die Lust am Fremdfürchten (http://wp.me/p1kfuX-27) und
unsere prinzipielle Unfähigkeit mit statistischen Informationen über Risiko umzugehen verantwortlich ist wurde hier schon ausgeführt (http://wp.me/p1kfuX-1M).

Ich komme im Zuge der jetzigen Veröffentlichung noch einmal auf das Problem zurück, weil es beispielhaft zeigt, dass wir
zuerst lustvoll in Panik geraten,
weil wir keine Informationen haben,  um das Allerschlimmste auszuschliessen 
aber innerlich wissen, nicht direkt betroffen zu sein (Fremdfürchten)
dann aber,
wenn wir durch zwischenzeitliche Information die Dimension eines Problems eingrenzen könnten,
überschiessend reagieren, weil uns die Informationen klar machen, dass wir doch persönlich – wenn auch in geringem Ausmaß – betroffen sind.

Ich kann mich noch an unzählige, hektische Reporter erinnern, die in den Tagen nach dem Unfall in Fukushima von allen österr. Interviewpartnern nur hören wollten, dass nun Japan für Generationen unbewohnbar sein wird und eher unwillig darauf reagierten, wenn man ihnen vorrechnete, dass die maximale Zunahme der Karzinomrate im einstelligen Prozentbereich liegen wird (Bei einem Ausgangswert von etwa einem Drittel der Menschen in den Industriestaaten, die bereits bisher an einem Karzinom versterben.)

Inzwischen haben wir sehr detailierte Analysen, wie hoch die Strahlenexposition der Japaner (vom Tepco-Mitarbeiter bis zum Bewohner der südlichsten Insel) war und ist (eine von vielen rezenten Zusammenfassungen z.B.:  http://www.world-nuclear.org/info/fukushima_accident_inf129.html) und unter Berücksichtigung aller strahlenbiologischen Erkenntnissen des letzten Jahrhunderst können sagen, dass die initiale Abschätzung wichtig war:

Eine expositionsbedingten Zunahme an Karzinomen in der japanischen Allgemeinbevölkerung wird quantitativ so gering sein, dass sie sich dem statistischen Nachweis enziehen wird.
Das heißt nicht, dass hier „nichts passiert ist„, denn auch der statistisch nicht erfassbare zusätzliche Todesfall ist einer, zu dem es ohne der Katastrophe nicht gekommen wäre und selbst Prozentwerte weit in den Rechtskommastellen sind hochgerechnet auf eine große Population eine große Anzahl.

Aber wer will von der „Normalbevölkerung“  verlangen hier adäquat zu reagieren, wenn in der aktuellen Ausgabe der Österr. Ärztezeitung (http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2012/oeaez-18-25092012/politische-kurzmeldungen-ebola-fukushima-stevia-produkte-mutter-kind-pass.html) zu lesen ist:

Fukushima: erster Fall von Schilddrüsen-Krebs
Nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 wurde nun der erste Fall von Schilddrüsen-Krebs bei einem Jugendlichen bestätigt. Da die Behörden es verabsäumten, Jodtabletten an Kinder im Umkreis von 100 bis 150 Kilometern auszuteilen, werden seit der Katastrophe alle 360.000 Kinder und Jugendlichen der Region untersucht. Von den bis März 2012 untersuchten 38.000 Kindern hatten 13.382 (36 Prozent) Zysten und Knoten in der Schilddrüse. Hochgerechnet könnten damit insgesamt mehr als 100.000 Kinder bereits Zysten und Knoten haben und im schlimmsten Fall 25.000 ein Karzinom entwickeln. Nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986 wurden offiziell 4.000 Fälle von Schilddrüsen-Krebs registriert; die Dunkelziffer war allerdings viel höher.

Damit bezog man sich auf eine auch in der japanischen Presse diskutierten Report der Forschergruppe, die die Schilddrüsenreihenuntersuchungen von 360,000 Bewohnern organisiert hat, die am 11.3.2011 > 18 Jahre alt waren und bislang 80.000 Personen untersucht hat, aber explizit keinen Zusammenhang zwischen dem gefundenen Fall von Schilddrüsenkrebs (der schließlich auch außerhalb von Japan auftritt) und der Strahlenexposition durch die Freisetzung aus den havarierten Reaktoren herstellt:
Shinichi Suzuki, a professor at Fukushima Medical University performing the medical checks, said that there was no confirmed link between the case and radiation released during the nuclear crisis. „Even in the case of Chernobyl, it took at least four years“ before residents developed thyroid cancer symptoms, Suzuki said.
http://www.japantimes.co.jp/text/nn20120913b7.html

Na, da soll sich nun der Laie noch auskennen!
Trotzdem ein Versuch:

Erstens entspricht 1/80.000 = 0,0013%  der Rate jugendlicher Schilddrüsenkarzinome auch in anderen Ländern.
Zweitens, wie schon in der japanischen Stellungnahme angeführt, wissen wir, dass zwischen Strahlenexposition und Krebsentstehung eine gewisse Latenzzeit verstreicht.
Natürlich scheint diese kürzer, wenn man durch intensive Untersuchungen (Screening), das Karzinom schon früher entdeckt, aber trotzdem wäre eine Latenzzeit von 1,5 Jahren sehr kurz.
Nochmals, das schließt nicht aus, dass gerade diese Person ihr SD-Karzinom dem J-131 aus dem Reaktor von Fukushima „verdankt“, aber es beweist es auch nicht!
Die an 46/62 Personen aus dem Unfallgebiet gemessene mediane Äquivalenzdosis der Schilddrüsen wird bei Kindern mit 4,2 mSv und bei Erwachsenen mit  3,5 mSv angegeben (http://www.nature.com/srep/2012/120712/srep00507/pdf/srep00507.pdf ).
Die Werte unter den Evakuierten nach dem Unfall in Chernobyl lagen um den Faktor 4-5 höher, so dass aus diesem Grunde zu erwarten wäre, dass Anzahl der statistisch auf das in Fukushima freigesetzte Radiojod  zurückzuführenden Schilddrüsenkarzinome nicht höher sondern eher niedriger sein müsste, wenn man eine lineare Wirkungsbeziehung postuliert.
Auch hier kann eingewendet werden, dass exakte Messungen nur an einer im Vergleich zur betroffenen Gruppe kleinen Anzahl an Personen vorliegen, jedoch wurden sehr viele Menschen aus der Region grob gemessen und deutlich höhere Werte wären dabei aufgefallen.
Natürlich sind andere Faktoren (Messungenaugigkeiten, Jodversorgung im Unfallgebiet, bewußte Falschmessungen, unterschlagene Daten, … etc.) zu bedenken, aber aus den 38% Knoten und Zysten auf 25.000 Karzinome hochzurechnen ist unzulässig, da aus dem Vorliegen von kleinen strukturellen Veränderungen (Knoten < 5 mm und Zysten < 20 mm) nicht geschlossen werden darf, dass es sich hierbei um Vorstufen eines Karzinoms handelt. Die Berechnung von 25.000 Karzinome basiert aber darauf, dass etwas jede 4. dieser Veränderungen ein Karzinom darstellt und dafür fehlt die Evidenz.
Die Voraussage der Ärztezeitung ist einfach unwissenschaftlich, nicht weil sie nachweislich falsch, sondern weil sie rein spekulativ,
d.h. ohne naturwissenschaftliche Basis ist
.

Richtiger wäre darauf hinzuweisen, dass die intensive Untersuchung von jugendlichen Schilddrüsen im Unfallgebiet eine deutlich höhere Frequenz von morphologischen Organveränderungen gezeigt hat, als in dieser Altersgruppe erwartet wurde und diese Probanden somit weiter in engmaschiger Kontrolle bleiben müssen,
um einerseits auftretende Karzinome frühzeitig identifizieren zu können
(Knoten und Zysten < 5 mm sind durch Feinnadelpunktion und zytologische Untersuchung nicht sicher abklärbar, so dass es einer Verlaufsbeobachtung bedarf) und
in den nächsten 5-15 Jahren vielleicht eine exakte Aussage über die durch den Supergau verursachten Schilddrüsenkarzinome bei Jugendlichen Unfall möglich wird.
Weiters hätte erklärt werden müssen, dass das nun entdeckte Schilddrüsenkarzinom, ebenso wie die kindlichen Schilddrüsenkarzinome die auch in Österreich seit Jahrzehnten dokumentiert sind, wissenschaftlich nicht durch den Supergau in Fukushima erklärt werden können.

Wenn aber die Österr. Ärztezeitung, eine Publikation die sich ausschließlich an Ärzte richtet, auf Schlagzeilenjournalismus und nicht die naturwissenschaftlichen Grundlagen unseres Berufs setzt, wird verständlich, dass die Menschen durch jede Information verängstigt werden.

Link:
Vergleiche kritische Analyse des Problems (engl.) http://www.japanfocus.org/-Iwata-Wataru/3841
http://www.japantimes.co.jp/text/nn20120828a5.html

Written by medicus58

18. Oktober 2012 at 19:00

@hirn #twitter #fukushima

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@Pro Sieben Stark. Das #Galileo-Spezial zu #Fukushima holt sehr gute 12,7 Prozent Marktanteil

twitterte (am 5. März 2012) der Sender, der die Sendung ausgestrahlt hat.

Am 4. März 2012 hat @ProSieben schon den Grundstein für seinen „Erfolg“ gelegt, indem es twitterte:
Empfehlenswert. Wir zeigen gerade eine Reportage über #Fukushima. #Galileo

Heute am Jahrestag schweigen wir für die Opfer, auch @ProSieben, … bis jetzt

Written by medicus58

11. März 2012 at 09:42

Nach 100% ist es aus, das Kasperltheater

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Zum dräuenden Jahrestag des Super-GAUs im AKW Fukushima lud Armin Wolf erneut Kasperl und Krokodil ein, damit sich die PT Zuschauer erneut ergözen mögen, wie sich die beiden nicht einigen.

Das war auch @ArminWolf via Twitter im Vorfeld klar:
Wird eine interessante Fukushima-Debatte jetzt zwischen den Herren Kromp und Steinhauser. Sind sich praktisch in nichts einig.

Georg Steinhauser, eloquenter und telegener Radiochemiker am Atominstitut der TU in statu habilitandi (2008 FAME LAB http://www.youtube.com/watch?v=19Vxg2ZWAlg ) und naturgemäß an der Weiterentwicklung der Reaktortechnik interessiert, sonst hätte er ja am Reinhardseminar inskripiert.

Wolfgang Kromp (Institut für Sicherheits- und Risikoforschung der BoKu) und laut Zeit Online, der Prophet der Apokalypse, die Kassandra der Republik (Der graue Wolf im Heimatlook erklimmt das Podium. Das Trachtenband um den Hals ist sein Amulett gegen die Globalisierung). http://www.zeit.de/2011/13/A-Kromp)

Persönlich hatte ich, der die Nutzung dieser Technologie zur Energiegewinnung seit den 70er Jahre ablehnt aber versucht die Mitte zwischen Verharmlosung und Alarmismus zu finden, die zweifelhafte Ehre in den rufschädigenden Bannstrahl von Kromp zu kommen, weil ich ihm vorwarf, dass seine Argumentation (bewußt?) zu vage bleibt, bzw. er bei seinem Lieblingsthema, das er auch gestern wieder angesprochen hat, (völlig unbekannt was mit Radionukliden im Meer passiert), wissenschaftliche Fakten entweder nicht kennt oder negiert.

Nach der üblich-saftigen Einmoderierung 
„würden Sie Gemüse aus Fukushima essen“ 
wurden gestern in der ZIB2 wieder die üblichen Standpunkte eingenommen:

Steinhauser: „es ist ja gar nicht so viel passiert“
Kromp: „ein Großexperiment, von dem wir nicht wissen was da noch kommt“

Hat das den Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunks erfüllt?

Ich bezweifle es, denn die uns allen von vielen Journalisten gestellte Frage „Ist das schlimm?“ lässt sich naturgemäß die Medien nur befriedigend beantworten, wenn man sich auf ein Ja oder Nein beschränkt,
was aber ohne vorheriger Festlegung des Messsystems aber methodisch angreifbar bleiben muss.

Jedem, der sich jenseits der Baumschule gebildet hat, wurden die Kant’schen Kernfragen:
Was kann ich wissen??
Was soll ich tun??
Was darf ich hoffen??
eingebleut.
Heute müsste der Alte vermutlich seinen Kanon um die Frage des
Wovor soll ich mich fremdfürchten??
(http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35227) ergänzen.

Öffentlich-rechtliche Information sollte meines Erachtens einmal die unbestreitbaren FAKTEN UND IHRE VERTRAUENSBEREICHE festmachen, wobei das Schwergewicht auf diesen Fakten zu ruhen hat, die auch für den hiesigen Medienkonsumenten entscheidungsrelevant sind.

Also konkret müsste man Armin Wolf antworten, dass jeder von uns jedes Gemüse auch aus der Sperrzone einmal essen könnte, ohne dass das sein sicherer Tod wäre, weil es für uns eine EINZELDOSIS wäre, das Problem aber im Dauerkonsum kontaminierter Nahrung der Anreiner liegt.

Theoretisch wird etwa 1 von etwa 1,6 Millionen Menschen, die eine Zigarette pro Jahr rauchen, genau an dieser Zigarette durch Lungenkrebs sterben, 
weil statistisch gesichert ist, dass unter 200 Menschen, die 8000 Zigaretten/Jahr rauchen einer pro Jahr daran sterben wird.

Ob aber diese LINEARE EXTRAPOLATION eiens gesicherten Risikos bei hoher Exposition auch bis gegen Null valide ist, kann keiner sagen.

ABER:

Es wäre zum Beispiel eine sinnvolle Anregung auf Basis der bekannt gewordenen Problemen der Informationsweitergabe (um es freundlich zu formulieren) zwischen Betreiber und Aufsichtsbehörde

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1576888/ZDFzoom:-Die-Fukushima-Lüge 

zu diskutieren, ob es gesellschaftspolitisch wünschenswert ist, dass Risikotechnologien im Bereich privater, zur Gewinnmaximierung ihrer Miteigentümer (share holder value) verpflichteter Firmen bleiben dürfen.

Dieses Problem liesse sich auch – und dann macht es Sinn und ist keine der üblichen Like/DisLike Schlachten – an Beispielen aus anderen Industrien abhandeln:

Bhopal/Union Carbide/Auslagerung in die Dritte Welt: http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Bhopal
Mexikanischer Golf/BP/Tiefseebohrung:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpest_im_Golf_von_Mexiko_2010
ÖMV/Weinviertel/Fracking: http://derstandard.at/1330390280448/Weinviertel-OMV-lenkt-ein-Vorerst-keine-Schiefergasfoerderung

Das aufgewärmte Gruseln, ob der japanische Butterfisch im Shushi oder der japanische Blattspinat uns im Munde stecken bleiben soll, schafft wenig Erkenntnis.

Das Kasperltheater der streitenden Experten bringt wenig, egal ob das Wasser halbvoll oder halbleer ist.

Ein Risikoforscher Kromp ist für mich nicht sehr überzeugend, wenn er (siehe die Arbeitsgebiete seiner Institutshomepage:  nahezu ausschliesslich mit dem atomaren Risiko befasst.
https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=H818

UND DOCH:

Ein fast nur gemurmelter Beitrag Kromps in seinem Rückzugsgefecht hat dann doch das wirklichee Problem angesprochen:

Wir können nicht 1 1/2 Welten für den Energiehunger der entwickelten Welt verbrauchen …..

Es gibt eine Möglichkeit, die Gefahren des Super GAUs auch ohne Übertreibung in eines der beiden Extreme zu diskutieren:

Ist ist ziemlich egal, ob die residuale Strahlenbelastung die japanische Krebsrate um 0,002% angehoben wird
(der Chemiker Steinhauser zitiert den Onkologen Gale mit einer Sterberate von 0,001%) oder
(meine worst case Annahme für eine seafood basierte Exposition auf Basis der Daten nach den Unfällen in Windscale/Sellafield http://de.wikipedia.org/wiki/Windscale
um maximal 0,5% für die betroffenen Küstenabschnitte ansteigt…

Am Ende der Fahnenstange haben wir alle als Gesellschaft „100% Risikolose“:
 
Wenn wir die verspielt haben ist es aus …

Links:
Versuch einer Kommunikation von Strahlenrisiko:
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=32224 
ZIB 2
http://tvthek.orf.at/programs/79134-Spaet-ZIB/episodes/3698623-ZIB-2

Die Leere (sic) aus Fukushima

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Am 11. März 2011 ereignete sich an der Ostküste Japans eine der größten Naturkatastrophen der Menschheit. Es bedarf keiner Prophethie um voraussagen zu können, dass wir uns in den nächsten Tagen auf eine zunehmenden Häufung von medialen Berichten über den Super GAUs von Fukushima freuen dürfen.
In der Zwischenzeit war es – vor allem in der Weltpresse, weniger in Deutschland und Österreich – nach der Ejaculatio präcox (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=38178) schon sehr still geworden.
Zyniker meinten überhaupt, dass es sich bei dem Unfall um eine globale Katastrophe mit regionalen Auswirkungen in drei Ländern gehandelt hätte. Diese drei Länder wären Deutschland, Österreich und …. auch Japan.

Seit März 2011 war ich in unzähliche Gespräche und Diskussionen zu diesem Thema involviert, lernte einen guten Teil der österreichischen Journaille kennen und wurde zunehmend fassungsloser, dass es kaum ein anderes Thema gibt, bei dem zwischen den beiden Rollen  „Feind“ oder „Freund“ sowenig Platz bleibt für einen rationalen Diskurs. Dies scheint völlig unabhängig von der Vor- und Ausbildung des Gegenübers und unabhängig vom jeweiligen Forum (U-Bahn, TV-Studio, Vorlesung, Radio-Studio, …) und der Zahl der Zuhörer (1-600.000). Jede öffentliche Äußerung liess die Anzahl der bösen E-Mails in meiner Mailbox anschwellen und brachte auch eigenartige Drohbriefe in mein reales Postfach. Auch an Anfeindungen von Leuten, deren Ziele, nicht jedoch Methoden man teilte, gehörten zu diesem Erfahrungsschatz.

Ein bißchen Trost fand ich im Vorwort eines der Standardlehrbücher über radiologische Notfallsituationen, wo 2001 genau dieses Phänomen beschrieben wird (eigene Übersetzung):   Strahlenunfälle erregen zwangsläufig eine große Aufmerksamkeit, wo sie auch immer auftreten. Die Beteiligten, die Gesundheitsdienstleister und die allgemeine Öffentlichkeit, alle sind betroffen. Die Konsequenzen eines Strahlenunfalls sind nicht auf die biologischen und physikalischen Effekte des Unfalls beschränkt, sondern beinhalten auch den psychologischen Fallout. Jeder, der sich zu einem Strahlenunfall äußert, steht unmittelbar unter schärfster Beobachtung der Öffentlichkeit und ist Ziel der Beurteilung von „Experten“, die meist weit vom Unfallgeschehen entfernt sind.

So sehe ich den nächsten Tagen mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.

Ich erwarte eigentlich nur „more of the same„, also Copy and Paste Journalismus (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35333), die Exhumierung alter Mythen (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35413) und wohliges Fremdfürchten (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35227)  zur Auflagensteigerung.
Wenn die Atomwolke wieder über Österreich hinweggezogen sein wird (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35512), dann ebbt der methodenlose Wahnsinn (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35306) ab und wir gehen zur Tagesordnung über:
Steigern unseren Energiebedarf, wettern über den Feinstaubund die verantwortungslosen Japaner und stehen erneut dort, wo wir seit drei Jahrzehnten (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=37110) stehen:
Wir ziehen keine Lehre aus der Geschichte, es bleibt uns nur die Leere und ein bißchen Medienhype.

Und jetzt dreh ich das Licht ab und lege mich schlafen.

Written by medicus58

3. März 2012 at 22:44

22.3.2011: Wegwerf-Arbeiter

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Unsere mediale Hysterie hat für die verbliebenen Arbeiter im Kernkraftwerk Fukushima, nachdem sie von der NY Times und anderen Medien zu Helden der Neuzeit erklärt wurden und wahlweise von „Strahlenexperten“ als „verheizt„, „sinnloses Menschenopfer„, „dem Tode geweiht„, also Dead Man Walking, erklärt wurden, nun ein neues Attribut ausgedacht:

WEGWERF-ARBEITER

auf YouTube scheint der Begriff zuerst (17.3.) in einem WDR Bericht auf: http://www.youtube.com/watch?v=GmwSpyX8n_Q

In unseren Zeitungen (z.B. Gratisblatt Heute vom 21.) wird das mit Verspätung wiederholt:

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/japan/2704379/wegwerf-arbeiter-japan.story http://www.bild.de/BILD/news/2011/03/21/japan-beben-schwere-vorwuerfe/schicken-japaner-obdachlose-ins-horror-akw.html http://deutschlandwelle.com/index.php/2011/03/wegwerf-arbeiter-in-japan/ http://www.aargauerzeitung.ch/international/schickt-tepco-wegwerfarbeiter-ins-strahlengebiet-106154394 http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article12901818/Schickt-Tepco-Obdachlose-ins-AKW.html

Natürlich habe ich keine Ahnung, ob der Vorwurf stimmt, dass die Betreiberfirma „Obdachlose und Minderjährige“ auch schon vor der jetzigen Katastophe in ihrem Werk arbeiten ließ, nur kommen mir halt Zweifel, ob ungelerntes Personal ünerhaupt eine Hilfe bei der Arbeit im Normalbetrieb sein kann, und ob die japanischen Aufsichtsbehörden sich derartig an der Nase vorbeiführen lassen. Beruflich Strahlenexponierte Personen (vom Spital bis zum AKW) sind zumindest bei uns in Mitteleuroper namentlich den Behörden bekannt und messtechnisch und gesundheitlich monitiert. M.W. ist das auch in Japan so, so dass mir der Vorwurf eines moderne Sklaventums etwas unwahrscheinlich vorkommt, ABER

Wenn wir uns schon über Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit der AKW-Industrie den Kopf zerbrechen wollen, dann hätt’ ich schon einen Vorschlag, DENKEN WIR ÜBER DIE ARBEITER IN DEN URANBERGWERKEN NACH! Hoffen wir, dass das Monitoring in Kanada, Australien und den USA in Ordnung geht, aber in Kasachstan, Russland, Niger, Namibia und Usbekistan?

Und wieder das Bild der 300 Kämpfer in der Schlacht an den Thermopylen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_den_Thermopylen_(Perserkriege)

Wir können offenbar Leid nur transportieren, wenn wir es auf 50 „versklavten Obdachlosen und Minderjährigen“ oder „300 letzten Kämpfern“ projizieren.

Tausende Tote durch zwei Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunami) und eine Technologiekatastrophe (mehrere Reaktoren und Zwischenlager in der Präfektur Fukushima) scheint uns unbegreiflich. Ob die Medien aber das mit ihren Gruselstories lösen können, bezweifle ich.

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 18:16

16.3.2011: Fremdfürchten

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Wir sehen derzeit in Japan eine der schwersten Naturkatastrophen der Neuzeit, die in der Folge zu einer der schwersten Technologiekatastophen der Neuzeit führte.

Wenn ich aber verfolge, welche Meldungen hier in Euopa und in den USA, also Gesellschaften, die weit vom Ort der Katastrophe entfernt sind und im schlimmsten Fall ihr eigenes Gesundheitsrisiko um den selben Prozentsatz haben, wie sie es durch regelmäßiges Rauchen oder eine Risikosportart täten, durch die Medien gehen, wird mir übel.

Allein wenn weltweit diskutiert wird, ob die verbliebenen AKW Arbeiter sterben werden oder nicht, ist das für mich pornografisch.

Experten ohne Zahl werden vor das Mikrofon gebeten, Prognosen werden abgegeben auf der Basis von gegoogelten Informationen.

Abartig und zynisch ist unser Umgang mit diesem Problem.

Fremdfürchten, so wie fremdschämen ist Mode.

Ich habe mir einige Regeln für meine Kommunikation auferlegt und würde vorschlagen, dass sich dies so mancher Journalist, so mancher Experte, so mancher Lobbyist auch beherzigen sollte.

Reden nur über Themen, die man auch versteht.

Keine Möglichkeitsformen (Konjunktiv), sondern Fakten oder ggf. das Zugeben des eigenen Nichtwissens.

Keine suggestiven Fragen („welche verheerende Folgen wären noch denkbar…?“)

Kein Edutainment sondern brauchbare Informationen, mit denen der betroffene Kreis auch etwas anfangen kann.

Demut.

Eine unsortierte Beispielsammlung, weshalb ich das so sehe:

Medienberichterstattung über die 50 Arbeiter in Fukushima, denen euroäische Experten ausrichten lassen, dass sie „eh verheizt werden“.

http://www.n-tv.de/Spezial/Viele-der-50-Arbeiter-werden-sterben-article2857281.html

http://www.news.at/articles/1111/17/291697/tapfere-helden-geopfert-50-arbeiter-einsatz-leben

http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/50-arbeiter-kaempfen-gegen-den-gau-article1140824.html

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,751070,00.html

Written by medicus58

24. Februar 2012 at 17:50

Fukushima revisited

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Erinnern wir uns noch an die weltweit verbreitete, aburde Geschichte der „Letzten 30 Wegwerfarbeiter“ von Fukushima?
http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=35413

Die aktuellen (30.8.) Zahlen des Betreibers schauen so aus:

TEPCO is examining some 3,700 workers who have worked at the plant since March 11th for exposure to radiation. 
Of that number, 3,514 have undergone medical checkups. It revealed that radiation doses above 100 mSv: 124 workers 
100-200mSv: 107 workers, 
200-250mSv:     8 workers, 

>250mSv:            9 workers

Amount of doses that the 2 workers who received most are 
643mSv and 678mSv.

Zur medizinischen Erklärung: 

In einer radiologischen Notfallsituation besteht die maximal erlaubte Dosis für beruflich exponierte Personen in Japan 250 mSv, d.h. diese Grenze wurde in 9/3514 Arbeitern überschritten, soweit die rechtliche Situation.

Nach all den heute zur Verfügung stehenden Daten hat sich bei den am höchsten exponierten Personen das Risiko an einer bösartigen Erkrankung zu versterben („Krebsrisiko“) um weniger als 5% erhöht, d.h. sie werden nicht mit einer Wahrscheinlichkeit von 25%, wie der Rest der in der industrialisierten Welt lebenden Menschen, sondern mit bis zu 30%-iger Wahrscheinlichkeit an einer bösartigen Erkrankung versterben.

Ob das viel oder wenig ist, ist eine andere Diskussion, jedoch sind diese Größenordnungen zu berücksichtigen, wenn wir, die nicht direkt im Areal arbeiten, über unser Risiko sprechen.

Das Bild zu diesem Eintrag ist das Logo des Formus der japanischen Atomindustrie: 
LIGHTS ON (und klein geschrieben: with Nuclear), na ja …. auch ganz nett wenn uns ein Licht aufgehen würde …

Written by medicus58

30. Juni 2011 at 15:05

Ejaculatio praecox

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Die Wochen, die seit dem Erdbeben, dem Tsunami und dem konsekutiven Strahlenunfall in Fukushima vergangen sind, erlauben nun eine zwischenzeitliche Analyse der öffentlichen Wahrnehmung:

EJACULATIO PRAECOX
http://de.wikipedia.org/wiki/Vorzeitiger_Samenerguss

Während in der ersten Woche, wo es nach all den vorliegenden Daten außerhalb der Evakuationszone nur zu minimaler Kontamination gekommen war, sendeten unsere Medien im Dauerfeuer und so mancher Experte malte das jüngste Gericht auf den Bildschirm. Jetzt wo in gewisser Weise eine „stabile Situation eingetreten“ ist, stabil dahingehend, dass von der Japanischen Atombehörde eine Freisetzung von etwa 10% der Menge des Unfalls von Chernobyls zugegeben wird, eine lokale Situation, die derzeit für allfällige Bewohner der Provinz einer Exposition von 2 Computertomografien/Jahr entspräche und eine offenbar andauernde Kontamination der regionalen Küstenabschnitte gesichert ist, jetzt ist Funkstille.

Achtung,
weiterhin kein Grund zur Panik, lassen Sie Ihre Kaliumjodid-Tabletten im Schrank und geniessen Sie Ihre Sashimi, aber jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Saat zu sähen, eine dauerhafte Umbesinnung in der Energiewirtschaft anzustreben, z.B. durch eine Zwischenbilanz der angelaufenen Kosten.

Wenn aber der Samen verschossen ist, dann steht man eher peinlich berührt herum und die Chance ist vertan ….

So sehe ich die derzeit die Kommunikationspolitik der zu früh, zu übertrieben und aus zu vielen persönlichen Gründen gekreischt habenden Anti-AKW Experten. Schade!

Written by medicus58

20. Mai 2011 at 08:08

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