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über alles was uns krank macht

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Gaudete

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Es geht an den Adventkranzbindern meist spurlos vorbei, aber die dritte Kerze sollte violett sein und am dritten Sonntag entzündet werden.

Ich, unchristliches Wesen, gestehe gerne, dass ich als Kind die anders farbige Kerze immer am letzten Adventssonntag entzündet habe, so in der Art „jetzt geht’s gleich los“, aber eh egal, das verlängert meine Zeit im Fegefeuer nur mehr unwesentlich.

Gaudete, also freue Euch, nenne die Christen halt schon den dritten Sonntag und freuen sich auf die Geburt Ihres Heilands.

Auch alle anderen freuen sich nun ganz heftig.

Unser Bundespräsident, weil die EU klimaneutral werden will: Nur dass sie das u. a. mit Hilfe der Kernenergie werden will, scheint dem Ex-Grünen entgangen.

Die Regierung freut sich über das Jahrhundertwerk ihrer Kassenreform, ohne offen zuzugeben, dass da nur das gelungen scheint, wofür schon der alte Schüssel, den feschen Grasser in die damals noch schwarze ÖVP holen wollte, um durch Jugend und Eloquenz darüber hinwegtäuschen, dass es eh nur um das alte Machtspiel geht. Schüssel, der sich u. a. bei Atomkonzernen was dazu verdient.

Die Rechte freut sich weil endlich was gegen die Flüchtlinge weiter geht und die Linke freut sich, weil sie auch kein anderes identitätsstiftendes Thema mehr findet, halt unter anderen Vorzeichen. Beide freuen sich, dass „trotz aller Einzelfälle“ das Problem längst nicht mehr so dringend ist wie vor ein paar Jahren, also ohnehin keine echten Entscheidungen drängen.

Die Finanz– und Autoindustrie freut sich, weil sie durch gute politische Vernetzung und das ewige „Arbeitsplatzargument“ tun und lassen kann, was sie wollen, wobei weder die Tobin-tax noch der Schadenersatz für die falschen Verbrauchsdaten an unserer Regierung scheiterten, da sorgte schon die „Deutsche Mutti“ vor.

Ja, und weil wir uns schon über das Klima freuen; bei all dem „Diesel-Gerangel“ schweigen sich aber alle brav darüber aus, was die Kontainer-Riesen alles auf unseren Meeren verheizen und die Flieger an steuerbefreitem Sprit in die Ozonschicht blasen dürfen, nur damit der globalisierten Handel uns mit Waren versorgen kann, die wir uns zu fairen Preisen gar nicht mehr leisten könnten. Würde man uns die „Sweatshop-T-shirts“ wegnehmen, könnten wir vielleicht realisieren, dass die Unterschiede zwischen Mindestsicherung und Niedriglöhnen nicht deshalb so gering sind, weil die erste zu hoch sondern die zweiten zu niedrig sind. Und ob das noch jemand freuen würde, mag bezweifelt werden.

Dann freuen wir uns mit den Christen, dass wir ganz genau wissen, welcher Heiland uns am Ende des Advents erwartet. Bei allen anderen Heilsbringern ist die Lage nicht so klar….

Written by medicus58

17. Dezember 2018 at 19:35

Politischer Advent

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Der politische Aschermittwoch ist in von konservativen Kreisen zur Tradition geworden, in der die hemmungsbefreite Agitation gegen den politischen Gegner die Erinnerung an die eigene Endlichkeit verdrängt hat.

Advent, also Adventus Domini, die Zeit in der Christenmenschen die Umsätze des Einzelhandels heben, während sie „auf die Ankunft des Herren“ warten, war bislang parteipolitisch meist ungenutzt.

In gewisser Weise erleben wir derzeit weltweit die Erfindung des politischen Advents:

In den USA hat das Warten ein Ende, da der Präsident sein erstes Wahlversprechen eingelöst und eine Steuerreform durchgeboxt hat, die seinesgleichen reicher und den Großteil seinerhler ärmer macht.

In Deutschland warten die Wähler staunend, auf die Ankunft dessen, was angeblich alle abgewählt wissen wollten, die verhasste Große Koalition.

Und bei uns warten die Wähler auf die Ankunft zweier Herren. 

Basti & Bumsti finden sich zwar noch nicht im christlichen Heiligenkalender, aber um dorthin zu gelangen, muss man bekanntlich erst das Zeitliche gesegnet haben (von der Scheinheiligkeit der Scheintoten wollen wir einmal gar nicht anfangen). Das Warten auf die zwei stets christliche Werte ansprechenden Herren soll aber nach der laufenden Choreografie zu Ende der Adventzeit ein Ende finden. Wenn die Regierungsarbeit dann ebenso geschmiert verläuft wie die Inszenierung bisher, dann wird uns auch noch nach dem Ende dieses politischen Advents so manches Licht aufgehen.

Written by medicus58

3. Dezember 2017 at 10:21

Punsching Ball

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punsch

Vor vier Jahren fanden sich hier noch weihnachtliche Impressionen aus Paris: Ein wenig Weihnachtsmarkt und ein etwas deplazierter Löwe
https://medicus58.wordpress.com/2012/12/02/paris-2012-ein-wenig-weihnachtsmarkt-und-ein-etwas-deplazierter-lowe/
Seither ist viel in Paris passiert. Heuer blieb ich im Lande und knipste im Wiener Museumsquartier, Bratapfelpunsch statt Champagner ….

Paris mag seine Qualitäten haben, aber so richtig ohne schlechtes Gewissen saufen können Sie halt nur in Wien!

Der Urlaubshamster hat übrigens einen nicht uninteressanten Preis-Check auf den unzähligen Alkohol-Tankstellen der Stadt gemacht:
http://www.urlaubshamster.at/christkindlmarkt-wien/

Am günstigsten kommen Sie zu Ihrer Alkohol-Leber im Türkenschanzpark,  im Alten AKH gibt es die teuersten Ofenerdäpfel.
https://kurier.at/genuss/wien-christkindlmarkt-preisvergleich-wo-es-den-billigsten-punsch-am-christkindlmarkt-gibt/233.265.060

Um sich mit gutem Gewissen besinnungslos zu saufen, wenden Sie sich an die zahllosen karitativen Organisationen, von der Ute Bock bis zur Gruft.
Wenn Sie den Mahü Marathon durchstehen, haben Sie den Iron-Advent-Man geschafft und morgen hat Ihr Hausarzt ja wieder offen, um Sie in den Krankenstand zu schicken …

Ja, und für die meisten von uns ist das auch die einzige Zeit im Jahr, um zu wissen, was der Lion’s Club so treibt …

Und bald beginnt ohnehin die richtige Ball Saison, da ist der Alk so teuer, dass die Leber aufatmen kann.

Written by medicus58

14. Dezember 2016 at 18:31

Veröffentlicht in Reisen

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