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Wien gurgelt und säuft langsam ab

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Vorab, Wien macht weniger falsch als andere Bundesländer, aber zur aktuell in Medien abgefeierter Selbstbeweihräucherung, heute im Mittagsjournal vom WK Stadortanwalt Biach ist relativ wenig Anlass.

Dass Wien aktuell (war nicht immer so) gut in der Pandemie dasteht, liegt an der uneitlen Pragmatik von Bürgermeister Ludwig und seinem Gesundheitsstadtrat Hacker, denen man beiden (!) kein besonderes Interesse an Gesundheitsfragen unterstellen sollte, aber sehr wohl ein die eigene Neigung übersteigendes Pflichtgefühl, schon irgendwie auch dafür zu sorgen, dass die Wähler sowas verdienen, wie eine Regierung.

Unter der Orchestrierung der Wirtschaftskammer (Biach) hat Wien mit lifebrain ein Testsystem Wien gurgelt etabliert und bezahlt, dass monatelang vor sich hindümpelte und sich gegen Anzeigen der Ärztekammer wehrte. Die Verträge sind auch nicht öffentlich einsehbar, was die Opposition schon mehrfach und zu Recht kritisierte. Finanzierbar, angeblich zahlt Wien 5€/Test, während PCRs unter Brüdern erst so ab 35-40€ zu kriegen waren.

Möglich wurde das durch Poolen, das darauf setzte, dass die Mehrheit der Proben ohnehin negativ sind und man d. h. mehrer gleichzeitig testen konnte (Pooling) und somit rasch viele negative Befunde raushauen konnte.

Klar, dass das bei einer niedrigen Inzidenz gut funtioniert, weil man nur wenige positive Pools auseinander dividieren muss.

Wie schon früher hier (Wien gurgelt, aber wozu?, Wien gurgelt, grad nicht) angesprochen, wartete man (offenbar in den Spitälern länger als via Bipa) schin bisher sehr lange bis das Ergebnis am Handy war. Da die 48h Gültigkeit aber trickreich vom Eintreffen im Labor und nicht vom Abnahmezeitpunkt lief, hatte man immer noch ein paar Stunden Nachtgastronomie offen.

Diese Woche wartete ich erstmals über 48h,bus das Ergebnis da war und auch mein Impfnachweis für den Booster brauchte per SMS über 5 Tage, in ELGA und e-Impfpass ist er bis heute nicht.

Wir schließen also daraus, dass die elektronischen Einträge, mit denen diverse Prognosegruppen rechnen auf ziemlich dünnen Eis beruhen und selbst in Wien, dass offenbar weniger Sch.. baute als andere Bundesländer, vieles im Argen liegt.

Die meisten von uns werden auch die vierte Welle überleben, nur sollten sich die Verantwortlichen (auch in Wien) endlich klar machen, dass Taktiken (Testen, Tracen, Optimismus versprühen und das Blamen anderer), die im Honeymoon einer Pandemie funtionieren, jetzt absaufen und ein more of the same (Österreich gurgelt) nur eine Antwort für die Wirtschaftskammer ist.

PS: ab sofort muss man im Wiener Gesundheitsverband auch als Geimpfter 2x pro Woche gurgeln. Es benötigt wenig Phantasie was dad für die Turn around Zeiten der Teste bedeutet.

Written by medicus58

18. November 2021 at 16:53

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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Wegen Corona reisen, warum nicht!

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Reisen: Für ein Drittel der Neuinfektionen verantwortlich weiß die AGES. Sie weiß zwar nicht so genau, wie es dazu kam, weil schon jetzt das Contactracing nicht mehr funktioniert (de ja vué), aber dafür ist jetzt Reisen gefährlicher als früher im Haushalt zu bleiben. Dass jetzt im Sommer einfach der Anteil der Heimkommer größer als der Stubenhocker ist, tut nix zu Sache.

Weshalb ich mich beim Spaziergang im Ausland eher infizieren soll als im Wienerwald sagen die Experten nicht, aber ganz einfach deshalb, weil es besser in den Zeitgeist passt vor dem Marsch in die Fremde zu warnen als vor den Fremden am Marsch und es den eigenen kommerziellen Interessen zuwider läuft auf die Bedeutung des eigenen Verhaltens zu verweisen, denn wir schließen ja weder das Schweizerhaus noch die Heurigen. Nur sollen wur halt nicht unser Geld in den Bistros und Trattorien ausgeben.

Ich wage die (gar nicht) kühne Behauptung, dass sich die Reisrückkehrer mit ihrem Urlaubsverhalten daheim genauso angesteckt hätten, wenn sie da wie dort die Sau rausgelassen hätten. Die Warnung vorm Verreisen ist also blödsinnig, gewarnt sollte vor bestimmtem Verhalten werden.

Andererseits hat man viele Urlaubsorte grad so, wie man sie in Zeiten des Massentourismus schon lange nicht mehr kannte. Man trifft fast ausschließlich Einheimische in den Sehenwürdigkeiten, in den Lokalen und in den Hotels.

Alkein das ist doch schon ein Grund zu verreisen.

Written by medicus58

21. Juli 2021 at 19:22

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