Sprechstunde

über alles was uns krank macht

WISSEN im Zeitalter des Coronavirus

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Aktuell trendet in Österreich nicht mehr COVID 19 sonder Weiß. Ehe Sie nun hinterfragen, ob denn das die Trendfarbe diese Mode-Frühlings wäre und Ihre Garderobe bleichen sei Ihnen versichert, es geht hier nicht um Farben sondern Wissen.

Auch gut, mögen Sie meinen, endlich dominiert nicht mehr die Haltung, dass wir nichts Genaues wissen über das Virus sonder wir wissen endlich was darüber.

Schließlich hat die Regierung auch ein paar Millionen ausgelobt, damit wir in Österreich mal auf die Schnelle ein Wundermitteln gegen das Coronavirus entwickeln. Auch wenn das schon seit Jahrzehnten gegen das Schnupfenvirus nicht funktionierte, werden das die paar Millionen aus dem Kurz’schen Füllhorn doch hinkriegen.

Um Ihnen auch diese Hoffnung zu nehmen, darf ich Ihnen den aktuellen Top-Tweet vorstellen:

Wissen mag früher Macht bedeutet haben, im Zeitalter der Sozialen Medien heißt Wissen nur mehr einen halbgaren Witz gewusst zu haben.

Written by medicus58

23. März 2020 at 19:36

Fail? : Schützen wir wirklich die Alten, schützen wir die Spitäler?

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21.3.2020

Wie man auf der Verteilung am 21.3. betrachtet, stellten die über 65-Jährigen die dritthäufigste Gruppe an Erkrankten dar.

22.3.2020

Am 22.stellen sie die zweithäufigste Gruppe dar.

23.3. 17:50

Heute nachmittags würde dad noch deutlicher, die über 65-Jährigen sind weiterhin die zweithäufigste Gruppe.

Jetzt ist diese, wie alle anderen Häufigkeiten sicher einem nicht unbeträchtlichen Selection Bias (Ältere werden vielleicht vorsichtshalber bevorzugt getestet) aber erfreulich ist die Entwicklung nicht gerade.

Und wenn man den Engpass an Schutzkleidung in den Spitälern kennt, fragt man sich, ob die Spitäler bis jetzt „gerettet“ wurden….

Written by medicus58

22. März 2020 at 23:50

Überleben Sie Covid-19: Was Ihnen die Virologen vergessen zu sagen

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Erwarten Sie nicht eine der unzähligen Anleitungen zum richtigen Händewaschen oder zur Herstellung von Gesichtsmasken. Ich werde auch nicht von irgendwelchen Wundermitteln schwafeln, die diese oder jene Klinik im Panzerschrank hat.

Auch die hier auf diesem Blog schon am 15.3. angesprochenen Probleme des Social Distancing können Sie inzwischen in allen Medien nachlesen. Worum es mir heute geht sind scheinbar kleine Dinge, die zwar nicht Ihr physisches aber sehr wohl Ihr praktisches Überleben in Zeiten von Home Office und Hausarrest gefährden können.

Röhrensehen, also der ausschließe Fokus auf ein vermeintliches Hauptproblem, koste es was es wolle, ist ja gerade im Gesundheitssystem grad in Mode, d. h. soll es hier um die nicht minder wichtigen Nebenaspekte gehen, um die nächsten Wochen, sagen wir mal bis Pfingsten, zu überstehen:

Brillen und Seh- und Hörbehelfe

Achten Sie auf Ihren Sehbehelf, wie auf Ihren Augäpfel. Legen Sie ihn so ab, dass er nicht runterfallen und zerbrechen kann, dass sich niemand draufsetzen kann und keine Katze an ihm die Schwerkraft austesten kann, am besten in einem festen Etui. Zwar haben Hartlauer, Fielmann, Pearl et al. einen Online Service, aber selbst wenn Sie die Spezifikationen Ihrer letzten Brille noch wo finden, mag bezweifelt werden, dass Ersatz rasch verfügbar sein wird.

Handy et al.

Achten Sie darauf, dass Ihre Smartgurke intakt bleibt. Immer mehr Menschen haben auf Ihren Festnetzanschluss verzichtet, so dass die sprachliche Kommunikation mit der Außenwelt ausschließlich von Mobiltelefonen abhängt. Sie erlauben überdies das Surfen im Internet und wenn Sie Ihr Transistorradio schon längst auf den Müllplatz geworfen haben, auch Radio (und TV). Klar, man kann einfache Handys schon an manchen Automaten erstehen und online sowieso. Blöd halt, wenn ihre aktuelle Sim-Karte die falschen Dimensionen hat.

Ausweise, Netzkarte, Bankomat- und Zugangskarten

Es ist immer blöd sowas zu verlieren, aber aktuell kann das zum Desaster werden. Der Ersatz verlorener Karten ging im Inland sehr rasch, es mag bezweifelt werden, dass das aktuell ebenso ist. Gerade für Zugangsberechtigungen (Garage, Arbeitsplatz) kann Sie ein Verlust rasch in eine nervtötende Schleife versetzen.

Unfälle

Schön wenn die Kisten funktionieren (viele Werkstätten haben auch einen Notbetrieb) aber vermeiden Sie durch besondere Vorsicht Unfälle. Klingt auf den ersten Blick dumm, aber auch im Haushalt sollten Sie sich so verhalten, dass Sie sich nichts tun, was eine Spitalsbehandlung erfordert. Auch so entlasten Sie das Gesundheitssystem und die Blaulichtorganisationen. Defensives und risikoarmes Verhalten ist angesagt.

Ich hab alles online

Vielleicht haben Sie wie ich auch alle wichtigen Passwörter, Zugangscodes, Kontonummern,… online gespeichert und längst hat sich nur mehr Ihr PC oder Handy das Zugriffspasswort gemerkt, praktisch. Unpraktisch aber, wenn Ihr aktuelles Gerät den Geist aufgibt und Sie auf ein anderes ausweichen müssen,auf dem Sie seit Monaten nicht mehr gearbeitet haben. Sicherheits-Paranoiker wie ich verweigerten Microsoft und Google das Synchronisieren aller meiner „Devices“. Wenn Sie sich hier wiederfinden, sollten Sie etwas Zeit investieren sich all die notwendigen Daten wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Wäre doch blöd, wenn Sie diesen Blog nicht mehr erreichen könnten…

Written by medicus58

22. März 2020 at 08:24

Mundmasken für die Regierung gefordert

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Ja, Prognosen sind schwierig, aber das Maschinengewehr-artige Geknattere der Gesetze, Verordnungen und minütlichen Verschärfungen in den letzten zwei Wochen macht den Mangel an Mundmasken in der Regierung evident. Anders ausgedrückt, Mundhalten wäre epidemiologisch hilfreicher.

Man sollte den Wunsch der Bevölkerung nach dem starken Mann nicht überstrapezieren.

Ich meine gar nicht den raschen Wechsel an SOPs (Standard Operation Procedures) was denn nun ein ausreichender Grund wäre, einen fiebernden Menschen zum Covid Verdacht zu machen, natürlich ändert sich das rasch mit der jeweils herrschenden Situation und richtet sich an Spezialisten.

Ich meine den dauernden Wechsel an Spaziergang Regeln, das zuerst offen lassen von Thermen und das gemeinsame Schließen derselben mit den Reha-Zentren, um bei letzteren zu realisieren, dass man auch den frischen Schlaganfall in der Corona Krise rehabilitieren muss.

Ja und ganz aktuell die Verordnung zur Heimarbeitspflicht die man gleich wieder zurück genommen hat, mutmaßlich weil jemandem klar wurde, dass sich die heimische Playstation nicht als Home Office Desktop verwenden lässt.

Die Ausrede, man wüsste ja nicht was da kommen werde ist nicht akzeptabel, die Daten aus Asien liegen z. T. bereits als wissenschaftliche Publikationen vor.

Das Glänzen in den Augen von Leuten wie Nehammer und Pürstl, dass inzwischen mehr Anzeigen wegen falschem Spaziergang als im gesamten Eurofighter Skandal gemacht wurden lässt dringlich hoffen, dass sich da manche endlich  einkriegen und Mundmasken aufsetzen, um das was sie da aushusten nicht ungefiltert in die Bevölkerung kommt.

Praktisch alle Menschen, denen ich in den letzten Wochen in Öffis, im Straßenverkehr, im Lebensmittelhandel und im Spital begegnen wirken gefasster, überlegter und empathischer, als so mancher Entscheidungsträger.

Written by medicus58

20. März 2020 at 08:59

"Die Leute begreifen das nicht": Eigenverantwortung, Schockieren oder Entmündigung

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Auf der ARD wird gerade ein Erlebnisbericht einer COVID Patientin gebracht, die nach drei Tagen sichtlich gesund aussehend entlassen wurde.

Gleich danach, wie auf dzt. allen Sendern sieht man das italienische Militär beim Abtransport von Covid-19 Leichen in Bergamo. Davor oder danach drohen Österreichs Innenminister Nehammer oder Bayerns MP Söder mit polizeilichen Maßnahmen.

Die Johns Hopkins Universität in den USA bereitet seit Wochen die weltweiten gemeldeten Zahlen der Covid-19 Erkrankten (aktuell 236.420), Toten (9.790) und Gesundeten (84.962) auf und seit heute findet man die Österreichischen Zahlen hier.

Trotz Exkursen über Exponentialkurven und der Versicherung, das da das Schlimmste noch kommt gibt es jetzt schon tosendem Applaus in Deutschland und Österreich für das Gesundheitssystem, und profuse Danksagungen des Bundeskanzlers und -präsidenten.

Hoffnungsschimmer, dass in Hubei China keine Neuerkrankungen verzeichnet werden, wechseln mit Horrorbildern einer erschöpften Krankenschwester und erneut der festen Überzeugung, dass die Zahlen aus China falsch wären.

Bundesminister Anschober (vereidigt als Sozialminister inzwischen nur als Gesundheitsminister tituliert) ist noch eine der wenigen empathie und Fakten-geleiteten Stimmen: „90-95% der Menschen sind diszipliniert, wenn sich aber 5% nicht an die Regeln halten, ist alles vergebens „.

Ich weiß ja auch nicht, wie man die 5% zur Vernunft bringt. Ich bezweifle aber, dass es durch martialische Drohgebärden, Handyüberwachung oder Shock and Awe (die Älteren erinnern sich noch) gehen wird.

Rational würde ich es so versuchen:

In der Provinz Hubei, China mit ca 59 Millionen Einwohner sind von 67.800 bestätigten Fällen nur mehr 6.988 aktiv, 57.682 geheilt und 3.130 verstorben. Die erste Welle scheint dort vorbei und hat in erster Linie (natürlich nicht ausschließlich) ältere Menschen dahingerafft. Da man davon ausgehen kann, dass das Virus alle Personen gleich gerne befällt, macht es Sinn Ältere oder schwer Vorerkrankte aus der ersten Welle draußen zu halten.

So gesehen ist es dann weniger wichtig, wenn die 5% Unvernünftigen unter sich bleiben, solange man sie von den am meisten Gefährdeten fern hält.

Es ist löblich an Eigenverantwortung zu appellieren, wird aber bei Verantwortungslosen wenig bringen.
Zu Drohen ist aber vermutlich nicht nur sinnlos sondern sogar gefährlich.
Aus Angst das Wohlwollen der Bevölkerung zu verlieren, erweckte die Politik zu lange den Anschein, dass es sich bei all dem um eine Sache von 14 Tagen handelt. Das Beispiel China zeigt, dass man mit 2-3 Monaten rechnen muss und da hilft uns Polizeigewalt eben so wenig wie Denunziantentum.

Wir werden alle unsere Nerven noch brauchen und sollten sie deshalb behalten, auch wenn es angesichts mancher hirnverbrannter Bürokraten schwer fällt.

Written by medicus58

19. März 2020 at 22:52

Das Coronavirus ist nicht unser einziger Gegner

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Ich hatte ja schon ganz zu Beginn der Covid-19 Epi-/Pandemie so meine Bedenken dass sich die Entscheidungsträger zu sehr von Rechenmodellen leiten lassen (Coronavirus: Künstliche Intelligenz vs. Menschenverstand) und mir wurde Angst und Bang bei manchen Selbstdarstellern, die ihre und unsere Angst durch ein Stakkato immer drastischer Maßnahmen besänftigten (Covid 19: Möge die Kur nicht schlimmer als die Krankheit werden).

Die verordnete gesellschaftlich Schockstarre, um uns nicht alle gleichzeitig erkranken zu lassen kann durchaus Sinn machen und soll hier ebenso nicht hinterfragt werden, wie der Hausarrest für alle, wenn auch bezweifelt werden kann, dass dieser zwei bis drei Monate lückenlos aufrecht erhalten werden kann, wenn der Herd kaputt geht oder das WC verstopft ist. Da wird es wohl noch Nachbesserungen geben müssen, wenn wir nicht virusfrei aber trotzdem vor die Hunde gehen wollen.

Wenn sich aber nun jede und jeder verpflichtet fühlt alle anderen zu bespitzeln (Achtung! Die digitalen Corona-Blockwarte sind unterwegs) und jeder Gartenzwerg zum Krisenmanager heranwächst:

In den letzten Tagen erklärten mir

Servicetechniker großer Hard- und Softwarekonzern, dass ihnen verboten wurde ein Krankenhaus zu betreten, eine

Behörde bis auf weiteres keine „Plaketten“ zur Personalkontrolle aus Spitäler mehr auswerten wollen, der

bedarfsgerechte Personaleinsatz an bürokratischen Hürden scheitert und

die Regierung scheinbar Milliarden an Förderungen verspricht, andererseits klammheimlich ihre Schadenersatzpflicht aus dem Epidemiegesetz ruhen stellte (Link) und

inzwischen Röntgeninstitute Untersuchungen und niedergelassene Physiotherapeuten Therapien kranker Menschen ablehnen,

während wir alle davon ausgehen, dass andere an der Supermarktkasse und in der Trafik hunderte unkontrollierte Personenkontakten haben.

Und als Spezifikum im öffentlichen Dienst erinnert die Personalvertretung, dass natürlich auch sie noch „das Virus genehmigen muss“.

In den nächsten Monaten werden die meisten von uns mit dem Virus in Kontakt kommen und 80% davon werden ihn auch ohne Spitzenmedizin so gut überleben wie Tom Hanks.

Ob all die anderen Kranken und die wenigen, für die das Virus lebensbedrohlich ist, das gut überstehen wird davon abhängen, ob wir unsere hirnlose Bürokratie und stures Beharren auf längst überholte Formalismen in den Griff kriegen.

Auch ob aktuell die Priorisierung stimmt mag hinterfragt werden (die Namensnennung erfolgt lt Klenk mit Genehmigung)

Written by medicus58

18. März 2020 at 18:42

Covid Quarantäne: auch Nebenwirkungen lassen sich behandeln

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In den letzten Stunden hat die Bundesregierung massive Freiheitsbeschränkungen beschlossen, über deren Effekt (im Gs. zu aktuellen Aussagen) meiner Meinung nach nicht in ein zwei Wochen sondern aus einer Reihe von Gründen frühestens in einem Monat, eventuell erst später beurteilen zu können. Sie aktuell zu kritisieren wäre aber kontraproduktiv, jedoch sollte man, wie bei jeder schweren Therapie, über die Nebenwirkungen informieren. Nicht um Panik zu verbreiten, sondern um rechtzeitig den Betroffenen Mittel in die Hand zu geben, die Nebenwirkungen gering zu halten.

Aktuell ruft The Lancet, eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, in Erinnerung, dass Quarantäne zu einer Reihe von psychologischen Nebenwirkungen führt, wenn die Menschen nicht Sinn und Zweck teilen und nicht erfolgreich an ihren Altruismus appelliert wird („Schützen wir die Alten“).

Von jeder anderen großräumigen Katastrophe in der Neuzeit liegen genügend Berichte vor, dass neben den psychologischen Nebenwirkungen auch somatische Nebenwirkungen auftreten. Auch die großen AKW Unfälle in Chernobyl und Fukushima haben nachweislich neben psychiatrischen Erkrankungen und Suiziden zu Diabetes und Hypertonie geführt. Nach Chernobyl fand man auch eine signifikante Zunahme kardiovaskulärer Folgeerkrankungen, die nicht durch die Strahlendosis erklärt werden kann, ganz aktuelle Studien aus Japan bestätigten das nicht.

Aus China liegen zunehmend Daten vor, dass die Quarantäne (und wohl der damit verbundene Stress) zu einer Zunahme der häuslichen Gewalt geführt hat.

Es ist also höchste Zeit, den Menschen klare Hilfen zu geben, um all die genannten Nebenwirkungen nicht überhand nehmen zu lassen.

Mir (und ich will da nicht als Psychologe dilettieren, nur fand ich manche bisherige mediale Auftritte wenig hilfreich) scheinen ein paar Tipps sinnvoll:

Geben Sie ihrem Leben weiter eine Struktur (Zeitplan).

Denken Sie an den nächsten Augenblick und nicht „an das was wäre wenn“. Die jetzige Situation wird nehrer Wochen dauern, Sie brauchen ihre Energie nicht nur bis Ostern.

Gönnen Sie sich innerhalb des Zeitplans bewusst Dinge, die Sie positiv stimmen, auch das tun Sie für andere, die gerade in einer gestressteren Situation sind.

Gehen Sie mit den Menschen in Ihrer Umgebung bewusst viel vorsichtiger um, als sonst. Wirken Sie auf andere in Ihrem Umfeld mäßigend ein.

Informieren Sie sich regelmäßig in glaubhaften Medien aber limitieren Sie das auch zeitlich sonst geraten Sie in ein gefährliches Spiegelkabinett.

Gehen Sie nicht davon aus, dass alles überall so schlimm wird, wie Ihnen Medien zeigen (die zeigen immer das, was zu Einschaltquoten und Klicks führt) aber befolgen Sie die von einer breiten Mehrheit unterstützen Maßnahmen.

Und lassen Sie sich nicht dadurch verunsichern, dass auch diejenigen vor den Kameras nicht immer die Zukunft voraussagen können. In manchen Fällen kann das sogar positiv sein 😉

Written by medicus58

15. März 2020 at 22:59

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