Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 10

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Salto do Cabrito

Eigentlich sind die Azoren auch nur einen Ziegensprung (Salto do Cabrito) von daheim entfernt, jedenfalls noch in Europa, aber dass es unter obwaltenden Umständen nicht so einfach war hierher zu kommen, wurde in den ersten 9 Teilen dieses Blogs dokumentiert.

Über 5 Tage nach unserer Abreise hat sich gestern einer unserer Koffer uns wieder angeschlossen, nach dem anderen wird noch immer heftig gesucht, versichert mir das Internetformular auf worldtracer.aero.

Mails blieben bislang unbeantwortet, telefonische Warteschleifen lassen das großzügigste Handy Guthaben dahinschmelzen. Heute geht es von Sao Miguel auf die nächste Insel (Terzeira). Im Gegensatz zur Entdeckungsgeschichte, die diesem Eiland zu seinem Namen verhalf, weil es als dritte Insel entdeckt wurde, war es ungeplant die erste Azoreninsel, die wir betreten gaben, da man uns nach dem Chaos in Lissabon vorerst dorthin flig, um überhaupt die Hauptinsel zu erreichen (Details finden sich in den ersten Teilen dieses Bolgs).

Da bis zum heutigen Abflugtag keinerlei Info zu uns durchgedrungen ist, wo der fehlende Koffer wäre, und elektronisch keine Möglichkeit geboten wird, unsere neue Zieladresse einzugeben, bleibt nur die Hoffnung am Flughafen jemanden zu finden, der das bewerkstelligen kann.

Beim Lesen der weltweiten Probleme, die heuer die Fluglinien uns Reisenden verursachen und bei allem Verständnis für Long Covid einer Branche, die zweu Jahre auf Sparflamne betrieben wurde, wird der Ärger immer größer:

Die Fluglinien und Airports mussten im Frühjahr gewusst haben, dass sie für die herausgegebenen Flugpläne nicht genügend Kapazitäten haben, d. h. war es eine Einlassungsfahrlässigkeit auf dem Rücken der Kunden mit einem business as usual in den Sommer zu gehen und uns, die wir Urlaubserholung ebenso benötigen wie die Industrie Umsatz, die Reise zu versauen.

Written by medicus58

6. Juli 2022 at 09:27

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 9

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Die anderen Beiträge finden Sie hier.

Gestern, vier Tage nach der Abreise hing ich 15 Min frustran am Handy ohne, dass der TAP Helpdesk mir was anderes bot als krächzende Konservenmusik und das übliche Spiel von drücken Sie 2, wenn Sie in englischer Sprache nichts von uns hören wollen.

Um mir mein drängendstes Problem, nur eine Leinenhose zu haben, vom Hals zu schaffen erstand ich nach langer Suche eine Jogging Short, um zumindest nicht in Unterhosen zu stehen, sollte an der anderen Hose beim über Mauern und Äste steigen etwas passieren.

Am späten Nachmittag kam eine SMS, dass man einen Koffer in LIS gefunden hätte und ihn noch heute zustellen würde. Nach der Beschreibung (yellow lock) war es nicht meiner, aber zur Sicherheit haben wir unser Wäsche jeweils auf beide Koffer verteilt, so dass das eine Erleichterung sein würde.

Nach 4 Tagen im gleichen, nie trocken-werden-könnenden Schuhwerk, glichen meine Füße einem Geysirfeld vor lauter Blasen und ich könnte hier einen großen Vergleichstest über Compeed und einige Nachahmer geben, doch keine Angst, ich tu es nicht.

Auch über das täglich notwendige waschen der getragenen Unterhose, Socken und T-Shirts werde ich mich nicht verbreitern, denn in der Nacht wurde ein Koffer an die Rezeption gebracht. Es war natürlich (?) der andere, eben meiner, der ohne yellow lock sondern der mit white name tag aber sei es drum, unser Wäschevorrat stieg ins vergleichsweise unermessliche.

Blöd nur, dass wir morgen weiterfliegen und es keine Möglichkeit gibt das elektronische Formular mit dem neuen Hotel auf der nächsten Insel upzudaten…

Ich sehe morgen am Flughafen einer längeren Diskussion entgegen

Written by medicus58

5. Juli 2022 at 11:26

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 9

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Lost Places: Hotel Monte Palace Sete Cidades

Wie alles begann im Abschnitt Reisen hier: Teil 1

Es ist nun Montag früh, ich haben mein Reisegepäck zuletzt beim einchecken am Freittag zu Mittag gesehen und lebe seit 3 Tagen mit einem Paar Schuhen und einer Hose, weil es beides hier nucht in meiner Größe gibt. Die portugiesische Fluglinie TAP, die uns zwar 24h verspätet und auf Umwegen nach Sao Miguel gebracht hat, hat keine Ahnung, wo das Gepäck nun wirklich ist, scheint aber auch sonst in einer Parallelwelt zu leben:

Gestern Abend 3.7. erhielt ich eine SMS, die mir mitteilte, dass der Flug, der uns am Abend des 1.7. als Ersatz für den gestrichenen Weiterflug angeboten wurde, den wir aber abgelehnt haben, morgen am 4.7.auch gestrichen wurde und wir DESHALB FÜR DEN 2.7., also über 24h nachdem wir den Umwegflug absolviert haben, auf selbigem umgebucht wurden.

Ob ich es als Hoffnungsschimmer auffassen soll, dass das System über 24h später langsan erfasst, was es verbockt hat, oder aks Hinweis 14 Tage in der gleichen Iberbekleidung verbringen zu müssen, überlege ich mir nach einem Kaffee.

Written by medicus58

4. Juli 2022 at 09:45

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 8

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Versöhnlich, das Foto von Sao Miguel auch selbst zu haben, mit dem wohl am häufigsten auf Reiseblogs und Reisekatalogen geprahlt wird. Der Trick liegt dabei weniger in der fotografischen Expertise des Fotografen als um Glück grad nicht in einer der regelmäßig hier drüberziehenden Wolkenbänken zu stehen.

Für Neueinsteiger, die ganze Geschichte begann hier. Den Rest im Bereich Reisen nachzulesen.

Weiterhin kein Hinweis, wo unsere Koffer wären. Einzig Terzeira Airport hat inzwischen strikt abgestritten unser Koffer mit all den Notwendigkeiten, wie Bekleidung, Medikamente, Kämme und Rasierzeug zu haben. Das Nachkaufen von Socken, Zeitschuhen und – Hosen gelingt mir wegen gewisser Bedürfnisse in Sachen Größe in Portugal ebensowenig wie dereinst in Rio. Immerhin schaffte ich es Badeschlapfen und eine Badehose zu finden, um vielleicht den Atlantik oder zumindest den Hotelpool nutzen zu können.

Jetzt suche ich eine kleine Puppe der TAP Verantwortlichen und sehr viele Nadeln.

Written by medicus58

3. Juli 2022 at 16:32

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 7

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Die Zores mit den Acores (sorry für das dumme Wortspiel) begann hier.

24 Stunden nach dem Aufstehen in Wien und fast 20 Stunden nach dem Eintreffen am Schwechater Flughafen haben wir es heute zu knapp 3 1/2 Stunden Schlaf und nur bis nach Lissabon gebracht.

Die Schlange vor dem Transferschalter war nur unwesentlich kürzer als gestern Abend und schon hagelte es erneute Absagen von Kurz- (Madrid, Barcelona, Paris) und Langstreckenflügen (zB in die USA oder Brasilien).

Was ich gestern vergessen habe zu berichten war die endzeitliche Stimmung bei den Luggage Belts, die wir gegen 2:30 früh sicherheitshalber checkten, ob TAP unsere Koffer nicht doch noch ausgeladen hat. Berge von herrenlosem Gepäck, dazwischen Schlafende und um diese Zeit noch eine Schlange am Lost and Found.

Danach abklappern der Flughafenhotels, fully booked, telefonieren mit verschlafenen Nachtportieren (Google Map sei Dank für die Telefonnummern), schließlich eun Treffer, Taxi, etwas Schlaf Frühstück, Taxi…

Kurz nach 11 ging es für uns endlich weiter auf die Azoren, aber wie berichtet nicht wie gewünscht und im Mai gebucht auf Sao Miguel sondern auf Terzeira, 30 Flugminuten entfernt. Das Foto zeigt übrigens die Stimmung bei der Ankunft. Dazwischen Telefonate mit Hotel und Mietwagenfirma, dass wir zwar einen Tag umsonst zahlen, aber beide Verträge einhalten werden.

Die folgenden Stunden auf Terzeira bis zum Weiterflug spazierten wir erstmals wieder in frischer Luft und hatten als Mittag/Abendessen frischen Fisch in einem sehr empfehlenswerten Fischlokal ganz in der Nähe des Flughafens.

Der Flug nach Ponta Delgado ging pünktlich um 17:55 ab und wir waren rund 24h später als geplant da, wo wir sein wollten. Wir, nicht aber unser Gepäck. Und nicht nur wir sondern, man trifft sich am Lost and Found Schalter, alle deren Direktflug aus Lissabon in der letzten Nacht so umgeplant wurde…

Jeder bekam einen QR Code und erfuhr mit freundlichen Worten, dass er seinen Gepäcksverlust dort selbst eingeben soll.

Mietauto, Hotel und die getragene Wäsche (bitte nicht verraten) im Handwaschbecken waschen, wie dereinst als man Interrail fuhr.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 23:51

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 6

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Hier begann die Geschichte: Teil 1

In dieser Schlange verbrachten wir fast 5 Stunden, nachdem der Anschlussflug von Lissabon nach Ponta Delgada immer weiter nach hinten verschoben und nach drei Gate changes endgültig von der Anzeigentafel verschwand.

Natürlich kam niemand, wie von einem Flughafenmitarbeiter eigentlich versprochen, ein TAP Mitarbeiter zum letzten Gate, um mit uns zu sprechen und das Angebot per Mail, wir mögen erst am Montag (es war zu diesem Zeitpunkt ca 22:00) weiterfliegen, war angesichts der Tatsache, dass wir am Dienstag bereits einen Weiterflug nach Terzeira hatten, lächerlich.

Was dann kam war ein sagenhaftes Chaos mit sich vordrängenden Senegalesen, Wortgefechte mit Portugisen, deeskalierenden Polizeiauftritten und bald nur mehr zwei Mitarbeitern am Transferschalter.

Die beste uns angebotene Alternative, als wir nach 2:00 früh zu einem der Mitarbeiter vorgedrungen waren, übrigens nur so bald, weil wir eigentlich Business geflogen sind, war um 11:11 von Lissabon auf die Insel Terzeira, dort 7h zu warten und mit einem Flug am späten Nachmittag 24h nach dem ursprünglichen Ankunftstermin hoffentlich in Ponta Delgado anzukommen.

Mit dem gebuchten Hotel stehe ich in Kontakt, mit dem Mietautounternehmen noch nicht und wo unser Gepäck ist, man hat uns geraten es nicht auszuchecken, wissen wir nicht.

Niemand kümmert sich um ein Hotel für den Rest der Nacht, so dass man selbst herumtelefonieten muss, weil die Airport Hotels rammelvoll waren und in deren Lobby die Leute bereits campierten.

Beim vierten Versuch wurde ich fündig, knapp 4h Schlaf (Ersatzwäsche und Zahnbürsten waren vorsorglich im Handgepäck) und ein Frühstück später sassen wir erneut in der Abflughalle.

Offenbar hat portugiesische TAP von der Lauda Air gelernt, deren Service zwar ihr Success war, ihr das aber auch nicht geholfen hat. Deshalb verzichtet die TAP überhaupt auf irgendeine Kundenbetreuung.

Written by medicus58

2. Juli 2022 at 10:14

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Reisen mit Covid 2022: Teil 5

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Die Story begann hier.

Die Troubles am CAT City check-in.

Es saßen dort zwei Herren, die sich gegenseitig prächtig unterhielten aber unzuständig erklärten für AUA u/o TAP das Gepäck einzustecken (beide Flüge hatten übrigens einen TAP Code). Eigentlich begannen aber die Troubles schon vor ein paar Stunden, als die TAP mir eine ziemlich unverständliche SMS sandte:

You TAP flight is expected to depart on.

Am City check-in verwies man auf den Self check-in, um die Gepäcksanhänger auszudrucken. Wie immer misslangen die ersten Anmeldeversuche mit Namen+Buchungsnummer und Namen+Destination. Mit dem Pass klappte der dritte Versuch, jedoch verweigerte der Apparat das Ausdrucken der Gepäckanhänger, da der Abflug verschoben wurde. Man möge am Flughafen zum AUA Schalter gehen.

Am Flughafen wurde man vor dem Schalter abgefangen und nach Vorlage der ausgedruckten Boarding passes gefragt, weshalb man sich noch keine Gepäckanhänger ausgedruckt hätte.

Erklärungen, Palaver, überraschend druckte der Automat hier die Gepäckanhänger anstandslos aus, der Flug war aber weiterhin delayed, und es blieben dann in Lissabon gerade mal 30 Min Transferzeit….

In Lissabon angekommen, entspannte sich die Lage kurzfristig, da der Anschlussflug sich um fast 2h verspätet. Die Stimmung sank aber, als die erste versprochene Abflugzeit ungenützt verstrich und die nächste SMS einen Abflug nach weiteren 30 Min versprach was, aber auch nicht eingehalten wurde. Drei Stunden nach der Ankunft in Lissabon erklärte ein offiziell wirkender Typ, dass die Runway bis vor kurzem geschlossen werden musste und, es ist inzwischen nach 20:00, jetzt begonnen wird, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen.

Auf der HP des Airports fand man dazu nichts.

Machen wir es kurz nach über 5h und drei gate changes wurde der Flug gestrichen und verschwand von der Anzeige. Ein Mitarbeiter flüchtete vom Gat und versprach es würde jemand kommen,…

Vor dem Transferschalter warteten bereits gut 400 Passagiere.

Diese Nacht wird lang…

Written by medicus58

1. Juli 2022 at 23:36

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Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 4

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Was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Teil 3 schloss mit der Unmöglichkeit genau dort ein Mietauto vorzubestellen, wo das Hotel über zwei Gehstunden vom nächsten Ort entfernt war. In den folgenden Tagen checkte ich wiederum alle Vermieter durch, ob nicht doch zwischenzeitlich ein farbarer Untersatz auf den Markt gekommen wäre, aber vergeblich.

Eine Anfrage bei unserem Hotelier brachte zwei Vorschläge für kleinere Vermieter, die ich probieren könnte. Von einem hatte ich längst mehrfache Absagen, vom anderen fand sich leider keine E-Mailadresse, nur eine Telefonnummet, die sich im portugiesischen Onlinetelefonbuch als Mobilnummer herausstellte.

Im festen Glauben, dass ohnehin inzwischen jedes Handy SMS „versteht“ ersuchte ich so erfolgreich um eine E-Mailadresse an. Schlechte Erfahrungen mit unterschiedlich guten Englischkenntnissen am anderen Ende einer suboptimalen Telefonleitung, ließen mich auf eine schriftliche Konversation setzen.

Gerade zu diesem Zeitpunkt waren auch unsere Medien voll der Meldungen über Post-Corona Engpässe bei Mietautos, weil offenbar viele Vermieter ihre Flotte lieber verscherbelten als am Parkplatz verrosten zu sehen. Später waren die Lücken aber angesichts überlasteter Lieferketten nicht mehr so schnell zu schließen.

48h später ersuchte man um Kopien von Pass, Führerschein und Ankunftsflug. Zumindest bin ich jetzt im Besitze einer E-Mail eines mir unbekannten Gegenübers, der mir versicherte, mit einem Auto am Flughafen auf Pico auf mich zu warten.

Inzwischen häuften sich auch Meldungen über reihenweise abgesagte Flüge und gestrandeter Fluggäste und die Covidzahlen blieben in Portugal hoch, doch heute konnte ich mir die Boardingpasses für die beiden Flüge von Wien nach Lissabon und von dort weiter nach Sao Miguel ausdrucken.

Was kann da noch schief gehen, wenn es morgen los geht? Keine Ahnung aber manche böse Vorahnung, Sie werden es aber hier lesen.

Written by medicus58

30. Juni 2022 at 17:02

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Ist diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte?

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In den selten stillen Kämmerchen unserer Standesvertretung ist es gerade wieder einmal lauter.
Das wäre kein wirklich schlechtes Zeichen, wenn es so wie im Wahlkampf 2017 auch vor der Wahl der Ärztevertreter zu lebhaften Diskussionen gekommen wäre. Da war aber so viel Funkstille, dass es sich hier nicht mal lohnte gesondert darauf einzugehen.
Wird nach einer Entscheidung plötzlich diskutiert ist das ein untrügliches Zeichen, dass da viel falsch gelaufen ist.
Ja, man fürchtete sich vor der Wiener Wahl medial begleitet vor der MFG, was letztendlich aber dann kaum wahlentscheidend war. Außer von Steinharts Vereinigung, flatterten von den großen Fraktionen nur vereinzelte Folder ins Postfach, von den kleinen, kostenbedingt, gar nix.
Viele hatten nach zwei Amtsperioden vom Szekeres genug, er scheinbar auch, und es war klar, dass Steinhart sein langes Kammerleben endlich mit der Funktion des Kammerpräsidenten krönen wollte und dafür auch genug Finanzen hatte. Das dann als Reformkoalition über Steinharts beliebteste PR Agentur (B&K – Bettschart und Kofler Kommunikationsberatung) bezeichnen zu lassen war Eingeweihten gleich etwas des weniger Guten zu viel, aber: Hart geht`s weiter in der Wiener Ärztekammer, Steinhart

Während ich bereits 2017 andiskutierte, dass die von Szekeres gezimmerte Koalition die beiden großen ärztlichen Kurien (Niedergelassene, wo Steinhart stark ist und Angestellte) nicht abbildet (WÄK Wahl: Die Würfel scheinen gefallen), hat die jetzige Koalition das umgekehrte Problem, auch wenn das von den Medien nicht so berichtet (oder verstanden) wurde.
Ja, wie die meisten Kammern sind Frauen in der oberen Etage der ÄK traditionell massiv unterrepräsentiert, was auch zu einigen Medienberichten führte.
Traditionelle Kritiker der Ärztekammer wie der nach Eigendefinition Versorgungswissenschaftler Pichlbauer bewarfen im Netz Steinhart mit ganz anderen Kritikpunkten:
rezeptblog als 1996 in der Regierung beschlossen wurde bis 2001 eine einheitlicher Leistungskatalog zu entwickeln, war es STEINHART, der dagegen war, als 2005 die Entwicklung dann begonnen wurde, war es STEINHART, der sie boyokttierte, als 2014 ein solcher Katalog für die Spitäler entwickelt wurde, war es STEINHART, der die Mitarbeit der Ärztekammer untersagte. Als 2019 die KAssenfusion anstand und eine einheitlicher Katalog zu verhandeln gewesen wäre, war es STEINHART, der jede Verhandlung ablehnte. Statt dessen wurde eine Katalog quodlibet kammerintern entwickelt, der jetzt das Resultat der „langjährigen Forderung“ der Ärztekammer sein soll – es ist ein reines MAchtspiel eines alten weißen mannes Link

Für das Verständnis des aktuellen Tumultes, der seinen Ausgangspunkt schon bei der Wahl zum Wiener Ärztekammerpäsidenten (Voraussetzung, um Bundeskammerpräsident zu werden) hatte sind mE drei Dinge essentiell:

  1. Die meisten Ärzte haben keine Hoffnung mehr, dass sie von der ÄK vertreten werden und sind so mit den Folgen der schlechten Vertretung (Bürokratie) in der täglichen Arbeit beschäftigt, dass ihnen auch keine Zeit bleibt sich mit Standespolitik zu beschäftigen
  2. In der ÄK (vermutlich in allen Kammern) wurde und wird immer alles von wenigen vorbesprochen, so dass Diskussionen vor Abstimmungen völlig sinnlos werden, weil die Positionen vorab bezogen sind. Was bleibt sind Geschäftsordnungstricks.
  3. Die (gesetzlich aufgezwungene) Aufspaltung der Ärzteschaft in einzelne Kurien verstärkt das Gefühl in seiner jeweiligen Position schlecht vertreten zu sein (divide et impera). Damit wurde und wird traditionell auch Politik gemacht.

Um eine Mehrheit in der Wiener Kammer zu bekommen, musste Steinhart zu seiner immer satten Mehrheit bei den Niedergelassenen (warum eigentlich?) auch Unterstützer bei Turnusärzten und Angestellten finden. Wie seine Vorgänger schmiedete er diese aus den traditionellen „Überläufern„, die nach der Wahl sich plötzlich bei einer anderen Fraktion wiederfinden und einem fast 45- jährigen, ehemaligen Finanzreferenten unter Szekeres (Dr. Stefan FERENCI, geb. 15.09.1977), der trotz seiner Vita (2015 bis 2017 Oberarzt, seit 2018 Kassenordination in Baden, Wahlarztpraxis in Wien) nun im Wahlkörper der Turnusärzte für Turnusärzte kandidierte. In der ÄK in NÖ vertritt er übrigens die Fachärzte (Kurier).

Als nun in der Österreichischen Ärztekammer die Gremien gewählt wurden, wurde mit dem Unfallchirurgen Dr. Harald Mayer ein weiteres Urgestein der Kammerpolitik (seit 19 Jahren Obmann der Bundeskurie angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer) in seinem Amt bestätigt und, sie werden sich vielleicht wundern, sein 1.Stellvertreter wurde der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Ferenci.
Bei dem Mangel an Jugendpsychiatern in diesem Land, darf man vielleicht die Frage stellen, ob die wenigen ärztlichen Kapazitäten nicht besser in der praktischen Medizin als in multiplen Kammerfunktionen genutzt werden sollten bzw. wie viel Aufwand all die Posten denn bedeuten, wenn man daneben zwei Praxen in zwei verschiedenen Bundesländern betreiben kann, aber natürlich müssen wir uns freuen, dass es trotzdem noch Kollegen gibt, denen die Standespolitik ein Anliegen ist. <end of irony>
Die Freude war dann aber vielleicht doch nicht so groß, wenn man über die Umstände der Wahl heute im Kurier liest:
Haben die Spitalsärzte die falschen Vertreter bekommen?
Der Vorgang war, nun ja, doch speziell: Als es vergangene Woche in der Bundeskurie der angestellten Ärzte darum ging, einen Chef zu wählen, boykottierten gleich vier Bundesländer die Abstimmung, indem sie den Raum verließen. Der Grund des Protests: Es sei keine Frau und auch kein JungärzteVertreter bei der Postenbesetzung berücksichtigt worden.

Man kann den Vorgang als übliches Polit-Hickhack abtun, das sich schon bald wieder beruhigen wird, wenn alle mit ein paar Pöstchen oder anderen Goodies zufriedengestellt wurden, die Frage, ob diese Ärztekammer noch eine Kammer für Ärzte ist, wird uns aber bleiben. M.E. geht es da in Wirklichkeit auch gar nicht um die fehlende Repräsentanz der einzelnen ärztlichen Funktionen und Geschlechterparitäten, sondern um ein gewachsenes Netzwerk nur mehr formal demokratischer Berufskämmerer.

Man muss sich doch nur die Frage stellen, weshalb Steinhart es seit 33 Jahren in der Kammer erst jetzt und noch dazu einstimmig zum Österreichischen Ärztekammerpräsidenten geschafft hat, obwohl sein Mentor Dorner ihn bei seinem Rückzug schon als Nachfolger empfohlen hat. Schwer vorstellbar, dass jemand wie der ehrgeizige Oberösterreichische Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser, der noch ein starker Gegenkandidat gegen Szekeres war, nicht auch Ambitionen auf den Job hat, mit dem Steinhart seine Karriere endlich krönen konnte.

Niedermoser war bereits in der Hochschulpolitik tätig, dann bis 2001 stellvertretender Kurienobmann der angestellten Ärzten in Oberösterreich, gleichzeitig Obmann der Bundessektion der Turnusärzten in der Österreichischen Ärztekammer. Zwischen 2003 und 2005 war er Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich, bis er bis heute nach Otto Pjeta das Präsidentenamt in Oberösterreich mit satten Mehrheiten innehat. Daneben ist er Vorsitzender des Bildungsausschusses der ÖÄK, und seit 2013 Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Akademie der Ärzte, also dieses Gremium, das u.a. aus Turnusärzten fertige Ärzte macht. Kurz vor der jetzigen Wahl zum Österr. Ärztekammerpräsidenten ließ er jedoch ausrichten, dass er nicht zur Wahl antreten werde.

Dieser Sinneswandel wird erst klarer, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Niedermoser so wie Mayer aus der OÖ Kammer kommen und dies wohl zu der unbeliebten Kampfabstimmung geführt hätte, die möglicherweise beiden das Amt gekostet hätte. Es liegt daher sehr nahe, dass der ganze Wahlvorgang, wie ohnehin das meiste in der Ärztekammer von einigen wenigen im stillen Kämmerchen akkordiert wurde und halt manche anderen da dazugehören müssen, weil es sich sonst nicht ausgeht, oder man (weshalb auch immer) in deren Schuld steht.
Dass das der Wiener Kammeramtsdirektor und Jurist Holzgruber schon bei der Wiener Kammerwahl alles korrekt fand wundert wenig, da er, übrigens ebenso wie Steinhart, von Langzeitpräsidenten Walter Dorner über die ÖVP-nahe Vereinigung mit multiplen Quervernetzungen zum CV in die Standespolitik geholt wurde.

Also, ja, es ist ein Irrwitz, dass ein Beruf, der inzwischen mehr Frauen als Männer zählt, mit wenigen Ausnahmen seine Standesvertreter nur unter Männern findet, und ja, junge Ärzte in Ausbildung müssten in der Standesvertretung ihre Sicht einbringen können, aber vor allem sollten wir Ärzte uns endlich einmal dafür interessieren, wer was mit unseren Kammerumlagen so macht.
Solange dieses verständliche aber desaströse Desinteresse besteht, dürfen wir uns nicht wundern, wenn der Kongress nach seinen eigenen Regeln tanzt!

Written by medicus58

28. Juni 2022 at 17:27

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 3

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Was bisher geschah:

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 1

Reisen mit Covid 2022 Auf ein Neues: Teil 2

Es war nun Sonntag am frühen Abend. Meine Reiseroute durch die Azoren hatte ich rasch zusammengestellt und los ging es mit dem Buchvorgang auf booking.com.

Hinflug zu vernünftigen Zeiten (AUA nach Lissabon, TAP von dort nach Sao Miguel) und Rückflug (SWISS via Genf war noch frei) gebucht, mit Visa (Authorisierung auf der Handyapp, ein Kinderspiel.

Erstes Hotel, gebucht mit kostenfreiem Storno bis kurz vor dem Abflug, Corona, sie wissen. VISA authorisiert, Buchungsbestätigung, es ging dahin, auch noch beim Mietwagen, dem ersten Verbindungsflug, dem zweiten Hotel, dem zweiten Mietwagen,… alles kinderleicht. Dass sich kurz danach die Omikron BA.5 Variante in ganz Portugal aufbäumen wird, war damals noch nicht in den Meden. Wäre aber auch egal, gewesen, weil die alle bei unserem geplanten Anflug entweder wieder genesen oder schlimmstenfalls tot oder mit Long Covid beschäftigt sein würden, jedoch (in fast allen Fällen) nicht mehr infektiös sein würden.

Als ich mit meiner Buchungsorgie die dritte Insel erreicht habe, kam plötzlich eine Warnung, dass das zuletzt gebuchte Hotel die Kreditkarte nicht belehnen konnte. Gleich danach kam das auch von der Fluglinie, die die Buchung des Kurzfluges von Insel 2 auf 3 wegen eines Problems mit Ihrer Kreditkarte wieder stornierte.

Die Verwendung einer anderen Kreditkarte behob diese Probleme, aber plötzlich, offenbar wegen dieser Vorgänge verweigerte Booking.com weitere Buchungen auch mit einer dritten Karte. Und nein, ich habe meinen Kreditrahmen nicht überzogen, das Ablaufdatum und die Sicherheitsnummer selbstverständlich richtig eingetippt. Auch mittels App ließ sich nicht eruieren, weshalb ich nicht mehr kreditwürdig war und außer die Karre zu sperren, stehen am Sonntag Abend auch keine anderen Dienste zur Verfügung.

Erst am Montag morgen war VISA erreichbar und erklärte lapidar, dass offenbar die rasch hintereinander eintreffenden Buchungen einen Sicherheitsalgorithmus ausgelöst haben. Nach neuerlicher Identifizierung wurde alles wieder freigeschaltet. Entschuldigung gab es nicht, weil es ja der Algorithmus war, der mich nur vor Bösem, also das Plündern meiner Kreditkarte bewahren wollte.

Wer aber glaubt, der Cliffhanger, am westlichsten Punkt meiner Rundreise zu stranden, wäre vorbei, der sei auf den nächsten Eintrag verwiesen, denn es kam noch dicker:

Just auf Insel 3 nahm das etwas abseits gelegene Hotel nur Fixbuchungen an und gerade auf der Insel Pico meldeten alle kontaktierten Mietautoverleihfirmen, dass sie im gewünschten Zeitraum kein freies Fahrzeug mehr haben.

Auf der, nur eine 30-minütige Fährfahrt entfernten Nachbarinsel gab es zwar mietbare Kisten, die Mitnahme von Autos auf Fähren ist aber in den Mietverträgen ausdrücklich untersagt. Der öffentliche Busverkehr auf Pico beschränkt sich auf die Küstenstraße und max 2 Busse pro Tag. Das einfache Hotel bot nur Frühstück an, das nächste Restaurant war ca 2h Wanderung entfernt.

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Written by medicus58

27. Juni 2022 at 23:09

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