Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Mangelberuf Radiologe

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Neidvoll blickte so mancher Facharzt in der Vergangenheit auf Ihro Durchleucht, die Fachärzte für Radiologie, die als Spitzenverdiener unter uns galten. Einer meiner Oberärzte und inzwischen pensionierter Univ. Prof. der Onkologe (!) sprach immer vom auf den Flitzer montierten Surfbrett, als Kennzeichen der Hochverdiener, die rasch, nachdem die Befunde diktiert waren, ins Freizeitvergnügen verschwanden. Das mag schon damals gerade aus dieser Seite etwas übertrieben gewesene sein, traf aber bei unterbezahlte Universitätsassistenzen der Inneren Medizin mit einer 100 Stunden-Woche auf gespitzte Ohren.

In den Augen der Praktischen Ärzte toppt der Reinertrag (der Umsatz sowieso) eine Radiologenpraxis noch immer alle anderen Fächer.

Man könnte also meinen, dass sich alle Mediziner darum reißen, diese Goldgrube zu beackern, jedoch wurden gerade Daten aus UK publiziert, nach denen dort 1,669 klinische Radiologen fehlen und über 200 Stellen seit über einem Jahr unbesetzbar sind. Für 2026 werden 3.166 fehlende Radiologen prognostiziert, was 39% aller radiologischen Fachärzten entsprechen würde. Der Anteil aus dem Ausland rekrutierten Fachärzte stieg zwischen 2016 – 2021 von 29% auf 35%.
Diese Defizite finden sich nicht nur im Bereich der diagnostischen Bildgebung sondern auch im Bereich der Onkologie (Daten).

Bemerkenswert ist an diesen Daten aus UK, dass sich die Diskrepanzen zeigen, obwohl die absoluten Zahlen an Fachärzten für Radiologie seit Jahren zunehmen: Zwischen 2020 und 2021 wurden zusätzlich 225 Personen, das entsprach immerhin +6% der gesamten Belegschaft.

Auch aus Österreich kommt die Klage über den Ärztemangel, nicht zuletzt von der Ärztekammer (Selbst in einigen sehr attraktiven medizinischen Spezialfächern wie Radiologie, … sind bis zu 46 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt.), die sich mit der letzten Ausbildungsreform von den Ländern und dem Bund unter dem Vorwand einer Qualitätssteigerung die drastische Reduktion der Ausbildungsplätze aufs Auge drücken ließ, über die der Kurienobmann der angestellten Ärzte nun sagt: „Das Ganze kommt einer mutwilligen Blockade in der Ärzteausbildung gleich“.
Jedoch auch bei uns hat sich lt. Statistica seit 1990 die Anzahl der Ärzte verdoppelt (ohne Bereinigung auf Vollzeitäquivalente), während die Stellenangebote in den Ärztezeitungen immer mehr werden.

Aktuelle Zahlen aus Deutschland lesen sich so: In Deutsch­land sind knapp 325.000 Ärz­tin­nen und Ärzte zu­ge­las­sen. Da­von ha­ben ca. 6.800 die Aus­bil­dung zum Fach­arzt für Ra­dio­lo­gie/​Dia­gnos­ti­sche Ra­dio­lo­gie ab­sol­viert und sind der­zeit in die­sem Be­reich tä­tig. Mit knapp 2 Pro­zent bil­den die Ra­dio­lo­gen also eine sehr klei­ne ärzt­li­che Fach­grup­pe. Dar­an än­dert auch die durch­schnitt­li­che Wachs­tums­ra­te von knapp 15% Pro­zent im Durch­schnitt der letz­ten zehn Jah­re nichts We­sent­li­ches.

Die Häufigkeit von CT-Untersuchungen hat zwischen 2007 und 2018 stark zugenommen . Im ambulanten kassenärztlichen Bereich lag der Anstieg bei 25% und im stationären Bereich sogar bei über 80%. Link

Mir scheint, dass immer weniger von den, die könnten auch wollen und vom Rest immer mehr verlangt wird, wo zu die immer weniger bereit sind.

Written by medicus58

10. Juni 2022 um 17:07

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