Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Pflegepaket abzuholen

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Knapp zwei Monate im Amt und (nach Eigendefinition) und schon ein großer Wurf des Gesundheits- und Sozialministers, der die Vorarlberger Landesregierung verlassen hat, ehe ihm peinliche Fragen zur Mitwisserschaft über die Finanzströme seines Koalitionspartners stellen konnte.

Die Politik war säumig„, nicht seine zwei Vorgänger in dieser Regierung, natürlich nicht.

War es das nun wirklich? Der seit Jahresbeginn immer Regierungs-unkritischere ORF jubelt, verweist auf zufriedene Gewerkschaften und läßt den ebenfalls zufriedenen Wiener Gesundheitsstadtrat ausführlich zu Wort kommen.

1 Milliarde Euronen und alles paletti?

Gesundheitsminister Rauch passt in diese Bundesregierung genau so gut wie in das saubere Ländle, wo es mehr um den kurzfristigen Gewinn als ein längerfristiges Planen geht. Diese Regierung hat erst kürzlich 6,6 Milliarden für das Auffüllen der Gasspeicher beschlossen, von der sie nicht weiß woher sie kommen sollen, da ist es auch egal, woher die Pflegemilliarde kommen soll.

Klar müssen die Gewerkschaften erst einmal jubeln, wenn sie für heute Demonstrationen am Tag der Pflege veranstalten und schon rennt der Rubel, und Stadtrat Hacker hat jahrelang als Chef des FSW auch primär Geld verteilt, mal an diese mal an jene Hilfsorganisation, die natürlich heute auch einmal positiv gestimmt sein müssen, wenn ihr Geschäftsmodel querfinanziert wird, aber

Der Pflegenotstand hat eine jahrelange Entstehungsgeschichte, die mit ein paar Zuckerln für zwei Jahre (zusätzliches Monatsgehalt, Zuschuss für Ausbildung, Tätigkeiten auf Pflegeassistenz abwälzen…) nicht gelöst.

Erstens verlangen erwartungsgemäß jetzt alle einen weiteren Schritt, dessen Finanzierung noch unklarer sein wird.

Zweitens wird das Problem der Ausbildung nicht gelöst. Zuerst hat man sich unter dem Deckmantel der Akademisierung die an Krankenhäuser angeschlossen Schwesternschulen aus den Budgets geschossen und auf Fachhochschulen mit Schulgeld gesetzt, jetzt muss man Stipendien zahlen, hat nicht ausreichend Lehrpersonal, weder für die akademisierte Pflege noch die frisch erfundene Pflegeassistenz.

Wenn nun die Sprachprüfung für ausländische Pflege fällt, kann ich nur sagen: я не можу в це повірити

Drittens ist es schon nett jetzt den über 43-jährigen, die noch im Job sind, eine zusätzliche Ruhewoche zu geben, nur haben wir jetzt schon zuwenig Personal um alle Stationen zu betreiben, jede zusätzliche Woche Absenz tragen in Wirklichkeit die anderen. Gleiches gilt für die 2 Gutstunden pro Nachtdienst.

Viertens ist das Hauptproblem der komplizierten Verantwortlichkeiten im Gesundheitssystem nur vertieft worden, denn letztendlich betrifft das alles nur die Pflege in privaten und den Einrichtungen des Bundes.

Also doch wieder mehr Rauch als Reformfeuer beim auch nicht mehr so neuen tückisch-grünen Minister.

Written by medicus58

12. Mai 2022 um 18:24

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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