Sprechstunde

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Ladenhüter: öffentlicher Dienst

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Im August wollte der Grüne Innsbrucker Bürgermeister einen der höchsten Posten den er zu vergeben hat, den Magistratsdirektor, ohne Ausschreibung an den Stellvertreter des Vorgängers vergeben.

Bemerkenswert für jemand einer vorgeblich so auf Transparenz eingeschworenen Partei. Dagegen protestierte die FPÖ und es erfolgte doch eine Ausschreibung und es langten im Oktober neun Bewerbungen ein.

Alles schien gut, aber nur bis heute, da sowohl „die Favoritin des Bürgermeisters“ ihre Bewerbung zurückgezogen hat, als auch 7 weitere Bewerber.

Innsbruck ist weit weg von Wien und was interessiert das Ihren Medicus?!

Nun auch im Bereich des KAV, pardon Wiener Gesundheitsverbundes, scheint die Besetzung von Posten immer schwieriger. Für viele Fächer ist es nur sehr schwer möglich Fachärzte zu finden, da Bezahlung und Arbeitsbedingungen woanders deutlich besser sind, aber auch Spitzenpositionen müssen immer häufiger mit ein und derselben Person (Doppelprimariate) besetzt werden und an auch Spitzenpositionen (Ärztliche Direktoren) sind schwer nachzubesetzen und zeigen eine hohe Personalfluktuation.

Punkte aus eigener Erfahrung:

Abteilungen wo es zuletzt noch sieben oder acht Bewerbungen, überwiegend von Habilitierten, gab, finden aktuell KEINEN Bewerber.

Große neue Abteilungen müssen nochmals ausgeschrieben werden, da alle Bewerberinnen aus der ersten Gruppe letztlich absagen.

Der Anteil der wissenschaftlich ausgewiesenen Führungskräfte bewegt sich gegen einen einstelligen Prozentsatz.

Interessiert das wen? Offenbar nicht.

Written by medicus58

21. Oktober 2020 um 08:31

6 Antworten

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  1. Bei den Arbeitsbedingungen für Führungskräfte/Primare im KAV ist es eigentlich ein Wunder, dass es überhaupt noch Bewerber gibt. Denn wer was vorwärts bringen will, wird jedenfalls gnadenlos ausgebremst- kein Wunder, dass viele resignieren.

    Anonymous

    19. November 2020 at 22:03

  2. Sind wir froh, dass manche von uns trotzdem ihren Job machen. Aber danke für den Response, bislang scheint der Beitrag wenig Resonanz zu finden

    medicus58

    19. November 2020 at 22:37

    • Völlig aus dem Bauch geschätzt (aufgrund rein subjektiver Wahrnehmung)würde ich mal meinen, dass viele in diesen Positionen bleiben weil es a) regional keine besseren/anderen Optionen gibt und b) man sich über die Jahre an so viel gewöhnt hat, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass es anderswo besser (aber natürlich auch nicht nur Gold) ist. Aber dann müsste man eventuell mangels Alternativen von Wien weg.
      Aber: Es gibt auch andere Systeme in denen gute Medizin gemacht wird.

      Anonymous

      19. November 2020 at 23:15

      • C) Es gibt Leute, die glauben, dass es sich lohnt in einem öffentlichen Gesundheitssystem, trotz allem, einen brauchbaren Job zu machen..

        medicus58

        19. November 2020 at 23:38

  3. Lieber Medicis,
    das ist ja völlig unbenommen. Es ist halt so, dass die Leidensfähigkeit (aller) Mitarbeiter häufig durch den KAV deutlich mehr strapaziert wird, als notwendig wäre, wenn ein wenig Vernunft herrschen würde….

    Anonymous

    22. November 2020 at 22:01

    • Jo, eh. Ich glaube dass in bißchen Vernunft ja aufzutreiben wäre, parteipolitische, gewerkschaftliche Egoismen gewinnen aber gegen sie.

      medicus58

      22. November 2020 at 22:05


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