Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Stadt Wien/KAV übernahm schon längst die Aufgaben der Krankenkasse, nun zahlen sich auch noch dafür

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Die Ambulanzen der Krankenhäuser sind seit Jahren überfüllt, weil die für die extramurale Versorgung zuständigen Krankenkassen ihren Job nicht machen, die Kassenverträge limitieren, die Tarife lächerlich gering halten und Arbeitsbedingungen so mies machten, dass sich niemand mehr findet unter diesen Bedingungen arbeiten zu wollen, was sich aus Sicht der Krankenversicherungen kostendämpfend auswirkt.

Die permissive Haltung den Wahlärzten gegenüber hat den Kassen noch mehr Geld gespart, das sie maximal 80% der normalen Tarife für eine i.d.R. zeitaufwendigere Leistungserbringung zahlen. Den Rest und mehr zahlen die Versicherten.

Wir sehen, dass in diesem Spiel immer die Pflichtversicherten die Geschädigten sind, entweder als Versicherte, als Selbstzahler oder als Steuerzahler.

Die 22 Millionen Euros, die Anfang Dezember von der Landeszielsteuerungskommission für Investitionen im niedergelassenen Bereich beschlossen worden und laut Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker u.a. in 16 neue medizinische Zentren in der Nähe und zur Entlasstung von Krankenhäusern fließen sollen, ist eigentlich ein alter Hut. So ein Gebäude hat man schon vor das KH Nord gestellt.

Laut Medienberichten werden dies gerade die beiden „Player“ umsetzen, Ärztekammer und Gebietskrankenkasse, die seit Jahren für die unzulängliche extramurale Versorgung verantwortlich sind, umsetzen. Well, done.

Jetzt kräht eh kein Hahn mehr danach, insbesondere wie man die fehlenden Mitarbeiter (Ärzte und Pflege) auftreiben kann, wie sich das mit den bestehenden Tarifen finanzieren lassen soll, wenn die 22 Mille alle sind und vor allem, weshalb das die Krankenhäuser entlasten soll.

Die in diesen Modellen immer angesprochene „enge Zusammenarbeit mit den Spitälern“ lässt Böses ahnen. Und wenn man in Ermangelung rekrutierbaren Personals sich dieses aus den Spitälern besorgen will, so wie im Wiener Rettungswesen, dann kann man den „Wiener Gesundheitsverbund“ 2020 gleich in einem Aufwaschen in Schilda m.b.H. umbenennen.

Vielleicht ist es doch ein größeres Problem, dass die politische Farbe einer Landesregierung meist auch jene der Krankenkasse ist.

Written by medicus58

27. Dezember 2019 um 20:39

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