Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Der Hausarzt warnt zu Recht: zu wenig und zu viel ist den Narren ihr Ziel

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OK, der Spruch stammte von meiner Großmutter, aber die Salzburger Nachrichten umschrieben die Warnung der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin vor einem Zuviel an medizinischen Leistungen auch irgendwie reißerisch mit: Wenn der Arztbesuch krank macht …

Ärztehasser mag das Statement verwundern, da sprechen „Gesundheitsdienstleistungsanbieter“ scheinbar gegen ihren Umsatz. Haben wir nicht seit Jahren gehört, dass wir Ärzte geldgierig und nur die Vollstrecker der Pharmaindustrie sind und jetzt klagt ein Hausarzt darüber, dass die Patienten ungehalten werden, wenn er bei einem grippalen Infekt nicht gleicht zum Antibiotikum greift.

Man nahm sich die US Choose wisely Kampagne zum Vorbild, und Anna Glechner vom Ärzteinformationszentrum der Donau-Universität Krems warnte prinzipiell vor einem Zuviel an medizinischen Leistungen, die negative Effekte mit sich bringen können.

So weit so gut. Blöd ist nur, dass die angekündigte ÖGAM Patienten-Broschüre, die die Patienten auf die fünf größten Probleme dieses Phänomens hinweisen und u.a. zuviel Antibiotika, Röntgenaufnahmen und PSA-Bluttests weder auf der Homepage der Gesellschaft noch via Dr. Google zu finden ist.

Publizieren tut Frau Glechner das zwar schon: https://link.springer.com/article/10.1007/s00608-019-0650-5 aber die Broschüre konnte ich nicht auftreiben.

Also bitte liebe Leser, wenn Sie ein Exemplar haben, dann lassen Sie sie mir bitte zukommen, damit ich sie dem nächsten Kollegen vorlesen kann, der partout nicht einsehen will, dass eine Untersuchung sinnlos ist, obwohl er sie sich eingebildet hat …

Written by medicus58

18. Dezember 2019 um 20:22

Veröffentlicht in Psychopathologie der Medizin

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Eine Antwort

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  1. Danke für den Hinweis! Die Unterlagen sind nun auf https://oegam.at/artikel/gemeinsam-gut-entscheiden verlinkt und natürlich auf der Webseite der Initiative vorhanden: https://www.gemeinsam-gut-entscheiden.at/#top-5
    Damit wir nicht zufällig über solche Fehler drüberstolpern freuen wir uns auch auf direkte Rückmeldungen unter office@oegam.at – dann können wir schneller reagieren.
    Beste Grüße

    Sebastian

    28. Juli 2020 at 15:57


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