Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Qualtag – oder die Choreografie in die Demokratur

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Vermutlich geht Ihnen augenblicklich – so wie mir – nichts so sehr auf den Unterleib, wie noch eine Analyse zur Nationalratswahl.

Also keine Angst, es folgt keine Wahlempfehlung (mein Wahlverhalten habe ich hier schon längst begründet: Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ?), vielmehr eine mich beängstigen Beobachtung, welche Dramaturgie uns Transparenz und Rechsstaat inzwischen vorgaukelt.

Von externen Einzelfällen abgesehen galt das Kabinett Kurz Strache als streitfrei und produktiv. Selbst „Razzien im eigenen Ministerium“ (BVT), „Patientenmilliarden“ die keiner nachprüfen konnte und „geschlossene Moscheen“, die weiter betrieben wurden hatte die Message Control im Griff.

Ein Ibiza Video und aus Zungenküssen wurden – bisse und aus besten Freunden wurden beste Feinde. Politisches Alltagsgeschäft mögen Sie mit gewissem Recht meinen, aber Sie sollten sich eigentlich verarscht fühlen. Was im privaten Rosenkrieg oft komisch wirkt, ist im Berufsleben, und ja wir sprechen von Berufspolitikern, höchst unprofessionell.

Stellen Sie sich mal vor, dass sich Chirurg und Anästhesist, Pilot und Copilot von einer Sekunde auf die andere bewusst werden, wie sehr sie eigentlich aneinander litten, während Sie sich in deren Hände begaben…

Aber die Choreografie ging munter weiter:

Was der Heilige Christian da in seiner Ibiza-Fälle ausplauderte (Novomatic, Vereine, Spenden, Krone,..) war oder wurde ja wahr, mitunter eben mit einer anderen Besetzung, als er sich das vorgestellt hat.

Als dann alle auf die gestückelten Spenden einer Kärntner Milliärderin an Türkis aufmerksam wurden, erfuhren wir umgehend, dass auch ein Kärntner Baulöwe rechtzeitig noch Geld an die Pinken schickte.

Kaum hat sich aber Kurz sein Märtyrermäntelchen übergeworfen und seinen Heiligenschein entzündet, hat ein Hack (oder was auch immer) seine Buchhaltung zum Schmetterling, pardon natürlich zum Falter gebracht.

Als sich die Grünen, die ja in dieser Legislaturperiode gar keine Gelegenheit hatten, im Nationalrat Korruption zu üben, über diese Wahlhilfe zu sehr freuten, erinnerte sich wer an das seit Jahren schwelende Chorherr-Gate und die Medien fanden auch heraus, dass die neue Wiener Grünin noch kurz zuvor Aufträge an Frau Chorherr vergab, bzw. die Stadt Wien den Chorherr Verein sponserte, als Chorherr noch im Gemeinderat saß, jetzt dient er ja nach anderen Medienberichten einem, auch dem roten Wien gut bekannten, Immobilienentwickler.

Alles war vergessen, auch die letzte Loyalität zum blauen Saubermann, der nach dem Abgang des BZÖs die FPÖ zu größerer als der alten Größe und sich selbst zum Vizekanzler verhalf, als plötzlich dessen Spesenabrechnung „bekannt“ wurde. Ja, und da war die Staatsanwaltschaft schon fix, als sie einem vermeintlichen Schaden von über 5000€ mit einer Akribie und Verhaftung nachging, die sie in mutmaßlich für die Öffentlichkeit schwerwiegenden Fällen, die in die Millionen gingen, nicht zeigte.

Dass dieser Trank aus der Ecke kam, aus der auch das 2 Jahre unverkäufliche Ibiza-Video kam, ist ja egal, denn ehe sich die SPÖ ihrer Sauberkeit zu sehr rühmen dürfte, war noch irgendwas mit Spenden aus der roten Gewerkschaft.

Jetzt mag man sich freuen, dass die Sonne, unser Rechtsstaat oder wer auch immer, früher oder später die Wahrheit an den Tag bringt, nur scheint mit die Choreografie, die mit einem mutmaßlichen Erpressungsvideo begonnen hat und dann punktgenau jede neue Verfehlung durch eine solche beim Mitbewerber überdeckt, zu geschmeidig, um nicht auf eine oder mehrere lenkende Hände schließen zu lassen.

Letztendlich egal ob man an Silberstein, Hapsburg, Manaford,.. oder irgendeinen der anderen Politberater denkt, wir erleben auch außerhalb der Social Media getrieben zielgerichteten Beeinflussung auch im sogenannten realen Leben nur mehr das, was man uns erleben und erfahren lassen will. Mir scheint da als einzige Gegenstrategie wieder die alte Frage, auch bei einer Wahl:

Ganz ehrlich, wem würden Sie das abnehmen was er Ihnen verspricht, wenn es nicht nur um Ihr Land, sondern z. B. um Ihr eigenes Geld oder Ihr Leben ginge.

Würden Sie sich von solchen Leuten einzweites Mal operieren oder Fliegen lassen?

Written by medicus58

28. September 2019 um 12:50

Veröffentlicht in Allgemein

Eine Antwort

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  1. Solange es gegen die bösen auslenda geht, lass ich alles mit mir machen!!!

    Forscher

    28. September 2019 at 18:41


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