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Nach Jahrzehnten doch wieder SPÖ Teil 2

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Zuletzt habe ich hier einige Gedanken zur kommenden Nationalratswahl zusammen getragen, die mich dazu bringen können nach Jahrzehnten wieder SPÖ zu wählen. Wen es interessiert, der kann nun auch den Teil 2 lesen. Im Gegensatz zu anderen Äußerungen auf diesem Blog ist dieser Text rein subjektiv, wie alle anderen aber politisch unabhängig (ich war nie und werde nie Mitglied einer politischen Partei werden).

Von den seit 5 Jahrzehnten von den Sozen verschließenen Parteivorsitzenden habe ich zwei etwas persönlicher (Sinowatz, Rendi-Wagner), zwei (Kreisky, Gusenbauer) zumindest in direkter persönlichen Interaktion und einen (Vranitzky) sehr genau aus zweiter Hand erlebt. Müßig hier Vergleiche anzustellen, aber bei einigen unterschied sich ihr mediale Bild schon sehr deutlich von meinem persönlichen Eindruck.

Als Beispiel sei hier nur an den (wohl nur den Ältesten noch erinnerliche) peinliche Ballettauftritt von bin-nichts-ohne-die-Partei und alles-ist-kompliziert Sinowatz mit Marlene Charell erinnert.

Erlebte man Fred Sinowatz aber in kleiner Runde privat oder als Patient, dann überraschte er als feinsinniger, gebildeter und bescheidener und humorvoller Mensch, keine Spur vom Polit-Apparatschnik den er bisweilen im Amt zu verkörpern schien.

An diese Diskrepanz erinnern mich die bisherigen Medienauftritte der aktuellen SP Vorsitzenden Rendi-Wagner, die abgehoben und verbiestert rüber kommt, so dass ihre Inhalte kaum wahrgenommen werden.

Dabei habe ich auf die naheliegende Kombination von Arzt und linker Politik schon mehrfach hingewiesen: Heilberuf und Berufung

Zugegeben, das Ausmaß an persönlichem Ehrgeiz muss schon ziemlich groß gewesen sein, um sich von Drodza in dieses Amt bugsieren zu lassen, weil er selbst völlig chancenlos gewesen wäre, aber ganz ohne Ehrgeiz klettert niemand ein paar Sprossen des Peter Prinzips hinauf.

So sehr es mich gejuckt hat, die Pam mit der ikonischen Fotografie des Ché zu kombinieren, so wenig glaube ich natürlich, dass sie die alte Tante SPÖ weiter nach links führen wird, nur was wäre die Alternative?

Doskozil?

Der Gendarm, der Migranten- und Flüchtlingsströme so lange nach Deutschland schleuste, bis er den Hardliners in sich entdeckte, um daraus politische Karriere zu machen und plötzlich von den weltfremden Deutschen schwadronierte? Ein paar seiner Wuchteln gefällig?

An BK Kern konnte und sollte man aus linker Sicht einiges kritisieren, aber wer ihn wie Doskozil grün-linken Fundi-Politik bezichtigt, scheint sich IMHO in der falschen Partei, wenn nicht sogar im falschen Land zu befinden. Im Burgenland, wo Landeshauptleute traditionell wie Landesherren agierten und früher auch schon mal zum Spaß mit einem Panzer herum dröhnten, scheint derartige Devianz ja nicht aufzufallen; als Parteivorsitzende gäbe Doskozil der österreichischen Sozialdemokratie endgültig den Rest.

Da alle Umfragen nahelegen, dass wir bei der kommenden Wahl ja ohnehin nur entscheiden können, mit wem der türkise Balkanrouten-Schließer seine message control fortsetzen kann, überlegen wir uns mal, wenn sich FPÖVP Kickl-bedingt und Türkis-NEOS-Grün arithmetisch nicht ausgeht, wen wir denn als SP Widerpart wollen.

Für mich spricht das sehr dafür Rendi-Wagner durch ein gutes Wahlergebnis auch innerparteilich zu stärken.

Written by medicus58

10. August 2019 um 08:48

Veröffentlicht in Nationalratswahlen 2019

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