Sprechstunde

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Falsche Spuren im Nebel: Der Endbericht des Bundesheeres kann noch nicht das Ende sein

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Am 28. November 2018 übertrug des Österreichische Bundesheer die Präsentation seines Endberichtes über den Bootsunfall im Rahmen des Girl’s Day vom 1. September 2018 auf seinem Facebook-Kanal.

Auch wenn dieser Bericht in den letzten fast drei Monaten immer wieder hinausgezögert wurde, schien dieses Vorgehen nun meine Kritik an der Intransparenz 
Im Nebel der Öffentlichkeitsarbeit oder die Grenze zwischen selektiver Information und Lüge 
ebenso zu widerlegen, wie die Vertreter des Bundesheeres danach den Bericht von zwei Journalisten aus dem ORF Landesstudie NÖ, das Bundesheer hätte zu lange auf die Suche nach zwei Vermissten vergessen (Girls‘ Camp cont.; ORF NÖ verliert die Geduld) als haltlos abtaten. Zumindest für Letzteres

Am Podium nahmen Platz:
der Generalsekretär Mag. Dr Wolfgang Baumann, 
der Sektionsleiter für Personal- & Rechtsangelegenheiten Mag. Christian Kemperle,
der Sachverständige Univ. Prof. DI Dr. Hermann Steffan und
der Kommissionsleiter Oberst Herbert Walzer.

Sehr ausführlich wurde der Unfallhergang aufgearbeitet, kein Wunder es existieren neben den Handy-Aufnahmen vieler Beteiligten auch Videoaufnahmen des Bundesheeres, schließlich sollte der Event auch PR-technisch verarbeitet werden.
Ob der Kamera-führende Soldat durch diese Aufgabe vielleicht auch abgelenkt war hat übrigens bis heute noch niemand öffentlich hinterfragt.

Für den Sachverständigen Univ. Prof. Dr. Dipl.Ing. Steffan war das
um 9:49:26 „in ungünstigen Winkel“ erfolgte
Durchfahren der Heckwelle bei starker Frontbeladung
(alle Girl’s Day Teilnehmerinnen saßen im vorderen Bootsteil)
ein „normales und an sich unproblematischen Fahrmanöver, das mit mittlerer Gleitgeschwindigkeit“ ausgeführt wurde, kein Fahrfehler.
Als man das Manöver am 5.Okt. nachstellen wollte, gelang es erst nach 30 bis 40 Versuchen, dass das Boot Wasser nahm. 
Ob es dabei auch zum Kentern gebracht werden konnte, wurde nicht angesprochen, mag aber bezweifelt werden. Weshalb das Unglücksboot nach rechts die Heckwelle der vorderen Boote durchfahren hat, obwohl die anderen Boote nach links fuhren, wurde erst von einem Journalisten hinterfragt und blieb nicht ganz klar.

Viele, die Erfahrung mit diesen Booten hatten gaben mir gegenüber an, dass „das halt so richtig Spaß machen“ würde, so wie man es auch im PR Video mit Herrn Kratky (mit anderen Bootstypen) sehen kann.

Auch das Eintreten des Wassers (Hunderte Liter pro Sec)
war für den Gutachter nicht der entscheidende Vorgang, der zum Überkentern führte.
Dass das Boot innerhalb von 13 Sekunden nach rechts überkippte und 09:49:45 erklärte der Gutachter mit dem beibehaltenen Schub,
der  das Boot weiter unter die unter die Welle tauchte und ein 
ungünstiges Fahrmanöver danach.
Der Gutachter legte aber Wert, sich nur bis zum Zeitpunkt des Durchkentern mit der Angelegenheit befasst zu haben.

Das legte die (gewünschte?) Fährte und von der APA abwärts stand für alle Medien nun fest:
Bootsunglück hätte verhindert werden können 
Es war ein Fehler des Bootsführers

Bereits vor Tagen gaben die Medien ohnehin bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ohnehin schon gegen den Bootsführer ermittelt,
also alles rechtens im Rechtsstaat.

Wie ich aber hier schon am 15. September
(Das war der Girls’ Day beim Bundesheer, eine Materialiensammlung für alle, die sich ein Urteil bilden wollen)
darlegte, und was kurz danach vom ORF NÖ mit Fotomaterial und Aussagen der anwesenden Feuerwehren dokumentiert wurde,
handelt es sich bei dem tragischen Ausgang dieses Unfalls eben
nicht nur um die Frage des Unfallhergangs sondern viel eher um die vom Bundesheer als Organisation zu verantwortenden Rettungskette,
und da blieb man erneut bei aller sonstigen Detailtreue (bewusst?) vage. Gleich zu Beginn aber auch im Abschlussstatement sprach man von einer unübersichtlichen Lage, wo eben mancher auch einen falschen Blick haben konnte. Also können es ohnehin nur ein paar Leute genau wissen und die haben nun einen Abschlussbericht vorgelegt.
Die Kritik des Bundesheer an den angeblich widerlegten Berichten der ORF Journalisten ist bemerkenswert, weil sich die zeitlichen Angaben der Recherche des ORF NÖ mit der jetzt veröffentlichten Zeitleiste des Bundesheers decken. 
Ganz schön viel Arbeit für die Staatsanwaltschaft Korneuburg, die übrigens auch die Vorgänge im BVT untersuchen muss ….

Aber weiter zu den Fakten:
Bei der PK zeigte man auf einem Foto, dass sich 
um 9:51:10 fünf Insassen unterhalb des umgekippten Bootsrumpfes befanden.
So klar war diese Anzahl bis jetzt nicht kommuniziert worden. Auch schien der Präsentator bei der PK jetzt keinen Zweifel daran zu haben, dass eben 5 Leute noch im Boot waren.
Entlarvend auch, wie er die Art der nachfolgenden Rettung beschreibt:
„Es sind 3 Boote hingefahren, jedes hat Leute aufgenommen, es war natürlich nicht übersichtlich wer wen aufgenommen hat“. (=Originalkommentar PK)

Die Bugklappe des gekenterten Bootes wurde geöffnet. „Drei Teilnehmerinnen waren im vorderen Teil des Bootes in einer Luftblase, die so groß war, dass man reden konnten“. Innerhalb kürzester Zeit konnten sie von den beiden Bootsführern, die unter das Boot tauchten, gerettet werden.  Innerhalb von zwei Minuten wurden alle in Boote gezogen und mit den anderen auf das linke Donauufer gebracht. Niemand möchte den Einsatz der Soldaten mindern, die da ohne Westen in die Donau sprangen, aber es veranschaulicht, dass das bei einem treibenden Boot sehr wohl möglich ist, da Boot und Schwimmer annähernd gleich schnell abgetrieben werden! Auch das zeigten die präsentierten Fotos. 
Inzwischen ist das manövrierunfähige Boot innerhalb von 5 Minuten ca 1,5 km stromabwärts getrieben.
Um eine Eigen- und Fremdgefährdung der Schifffahrt zu verhindern wurde es dann mit Hilfe anderer Boote um 9:59 an die Sandbank geschoben. Wir werden sehen, dass die vielleicht fatalste Entscheidung war und bius heute wissen wir nicht, wer sie getroffen hat.
Die Kernfrage, ab wann das Fehlen der beiden Teilnehmerinnen nun wirklich klar war, versucht das Bundesheer so zu beantworten:

Es erfolgt eine mehrmalige Überprüfung der Vollzähligkeit durch Abzählen der Teilnehmerinnen am linken Donauufer.
Mehrmals lässt auf einen falschen Blick schließen, diesmal aber beim Bundesheer, denn so groß war die Zahl kaum, dass man sich verzählen konnte, es sei denn, die Personen befanden sich nicht in einem engen Umkreis.
Weshalb die früher vom ORF NÖ zitierte Aussage des Bundesheersprechers „Der Offizier (am Boot) hat mir versichert, dass noch auf der Donau eine Standeskontrolle durchgeführt worden ist.“ in der PK klar gestellt wurde mag durch den Zeitdruck erklär werden. Im schriftlichen Protokoll steht nur:
Suche nach den Vermissten auf der Donau, am Ufer stromabwärts und durch Tasten unter das Boot (Tauchen war nicht möglich)

Es werden aber nun (für mich erstmals)  Aussagen der Teilnehmerinnen (!) zitiert (die eigentlich von der Polizei verhört wurden), dass die Soldaten gleich mit der Suche nach den beiden Vermissten gesucht hätten.  Und man widerspricht der Darlegung, in der Rettungskette etwas Wesentliches falsch gemacht zu haben, räumte aber ein 
nicht selbst einen Notruf abgegeben zu haben,
vielleicht die Schulung der Bootsführer zu verbessern, bzw.
zukünftig kein weiteres Girl’s Camp veranstalten zu wollen.

Fast unter geht übrigens, dass sehr wohl ein Notruf innerhalb des Bundesheeres („SanReal“ durch den Kommandanten am Strom, also die Mitteilung nun einen Ernstfall zu haben) abgesetzt wurde, der aber von der übrigen Organisation offenbar nicht als so schwerwiegend interpretiert wurde, dass man sich weiterer Helfer versichern hätte müssen.
Man gestand auch zu, dass man keine Kontaktadressen der Teilnehmerinnen hatte aber betonte eine Unfallversicherung abgeschlossen zu haben, „die Tod, Invalidität und sonstige Maßnahmen, wie z.B. die Bezahlung des Rettungsfluges, abdecken würde„.
Ob diese Aussage so in der Vorbereitung trainiert wurde, mag bezweifelt werden, zumindest machte es unbeabsichtigt klar, was die Verantwortlichen über den Gesundheitszustand der beiden wissen.
Zum Abschluss äußerte der Generalsekretär Verständnis für das Verhalten des Bootsführer, wollte aber der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen.

Der Unfallhergang war klar und ging so durch die Medien. Die Rettungskette interessierte da nicht mehr.
Wird auch die Staatsanwalt nicht interessieren, wenn sie so oder so über das rein strafrechtliches Fehlverhalten des Bootsführers entscheidet. 
Ja, und durch die lange Zeitspanne ist das öffentliche Interesse auch schon gering. Die Materialzusammenfassung auf diesem Blog hatte damals ein Vielfaches der Zugriffe, die sich bis heute die Pressekonferenz auf Facebook ansahen.
Auch der verständliche Wunsch der Eltern nichts über den Zustand der beiden Teilnehmerinnen zu verlauten, erspart den Verantwortlichen vermutlich auch weitere unangenehme Fragen.
Litigation-PR, wie das @florianklenk immer nennt, macht privatrechtliche Klagen gegen das Bundesheer auch nicht leichter.

Von meinen früher hier gestellten Fragen wurden durch die PK, der Endbericht ist nicht veröffentlicht, nur wenige beantwortet:

Welche Einschulung haben die Teilnehmerinnen für den Fall eines Unfalls erhalten? 
Man zeigte ein Foto mit Teilnehmerinnen am Ufer und gab an, dass für die 15 minütige Fahrt eine Instruktion erfolgte.

Erhöhten Wetter und Sicht zum Unfallzeitpunkt das Risiko maßgeblich und wie wurde darauf reagiert?
Die Fotos zeigten, dass das Unwetter zu diesem Zeitpunkt offenbar bereits aus dem Raum Hainburg abgezogen war. Man sah nur relativ flache Wellen.
Obwohl noch lange nach dem Unfall der Sprecher des Ministeriums von „Wellen-“ und anderen -Gutachten und einzuholenden Daten sprach, hörten wir heute, dass es sehr rasch klar war, dass weder andere Schiffe noch Niederwasser ursächlich für den Unfall war. 
Warum es so lange dauerte, bis sich diese Nebelgranaten verzogen, darüber kann nur gemutmaßt werden. Die Erklärung wird wohl dieselbe sein wie die, weshalb andere, eigentlich unmittelbar nach dem Ereignis klare Fakten, wie Auffindungszeitpunkt und -ort der beiden der Öffentlichkeit verschwiegen wurden, davon aber noch später.

Ab wann ist das Fehlen der beiden Frauen wem bekannt geworden?
Hier gabt es nur die Aussage des Bundesheeres und das Zitat der anderen Teilnehmerinnen. Das ist bemerkenswert, denn schließlich wurden alle rasch vom Unfallort weggebracht. Andere Aussagen hatten wohl einfach einen falschen Blick.

Wer hat mit welchen Mitteln versucht zu klären wo sie sich befinden?
Wäre man der Annahme gewesen, dass sie (mit ihren Schwimmwesten) flussabwärts geschwemmt wurden, hätte eines der Boote sie sehen oder suchen müssen.

Da erfuhren wir nur: 
Da nicht klar war, wo die Vermissten wären, habe man „in mehreren Bereichen gesucht“.
Das halte ich für den zweiten Fehler, denn nach menschlichem Ermessen (Siehe Foto 9:51) konnten die zwei nur innerhalb des Bootes sein, und eigentlich hat das der Präsentator zu diesem Zeitpunkt auch so gesagt!

Welche Maßnahmen (Namensschilder, …) wurden für die Identifikation der Teilnehmerinnen getroffen.
Unklar.

Stimmt der mediale Eindruck, dass die Einsatzleitung federführend von anderen Organisationen und nicht dem Bundesheer selbst übernommen wurde und entspricht das der zu erwartenden Sorgfaltspflicht den Teilnehmerinnen gegenüber?
Nun, das scheint beantwortet …

Ganz am Ende der Pressekonferenz ergab eine Journalistenfrage noch ein ganz bemerkenswertes Detail: Es stellte sich heraus, dass die beiden Teilnehmerinnen, die wie alle anderen Girl’s Camp Teilnehmerinnen im vorderen Bootsteil saßen, aus dem Heck geborgen wurden. Als Erklärung bot man die Strömung beim Kentern an, die die beiden nach hinten gedrückt hätte, wo sie, anders als die drei gleich aus einer Luftblase im Bug geborgenen, schlechter gefunden werden konnten. 

Dies wird für mich eine weitere Frage auf, die weniger den Unfallhergang als den Ablauf der Rettungskette als maßgeblich für das tragische Ende erscheinen lassen, und damit hat der Bootsführer rein gar nichts zu tun.

Nur Außenstehende (die Mannschaft des Rettungsbootes und der anderen beiden nicht gekenterten Boote) konnten wissen, wer (noch am Fluss) geborgen werden konnte und ob noch wer im Umfeld im Wasser treibt. Die Demonstration der Schwimmwesten machte auch klar, dass selbst Bewusstlose durch die Westen über Wasser gehalten werden. Bei dem geringen Wellengang wären sie leicht zu sehen gewesen. 
Die explizite Erwähnung einer mehrmaligen Zählung am Ufer legt nahe, dass dieser wesentliche Schritt vielleicht doch noch nicht am Fluss erfolgt war. Da schien mir die Gesamtorganisation wirklich versagt zu haben. 
Dafür spricht auch ein veröffentlichter Text des Bundesheeres:

Wann war bekannt, dass sich die beiden fehlenden Frauen unter dem umgekippten Boot befinden?
Es wurde bereits nach dem Umkippen vermutet, dass noch Teilnehmerinnen fehlen. Ob diese unter dem Boot waren oder vielleicht abgetrieben wurden war nicht klar. Es wurde die Donau auch stromabwärts abgesucht.
Es wurden auch die Donau und der Uferbereich mit Stangen abgesucht. 

Wie man zur Einschätzung kam, dass der Uferbereich abgesucht werden muss, wenn jemand in voller Strömung über Bord geht, nimmt Wunder.
Warum das alles keiner der anwesenden Journalisten so zu Papier brachte erschließt sich mir nicht.
Der Anprall auf die Heckwelle würde Insassen eher Richtung Bug schleudern. Die Strömung wirkt sich auf Boot und den in ihm gefangenen Personen annähernd gleich aus. Auch ein von außen Mitschwimmender wird ähnlich beschleunigt. Deshalb konnten die Retter ja mit den drei Eingeschlossenen vorne gut sprechen und sogar ins Boot hinein tauchen.
Erst wenn von außen eine weitere Kraft auf das Boot einwirkt, entsteht eine Strömung, die Personen in das Heck spülen kann.
Das führt mich zur Annahme, dass erst das Abdrängen des Bootes auf die Sandbank zur Verlagerung der beiden noch eingeschlossenen Personen geführt haben könnte. 
Um das genau zu beurteilen, müsste aber mitgeteilt werden, in welcher Position (relativ zur Strömung) das Boot abgedrängt wurde.

Wären aber die mindestens 10 Minuten seit dem Kentern genützt worden um klar zu stellen, dass sich die beiden nur innerhalb des Bootes befinden konnten, hätte es wohl niemand, der bei Sinnen war es abgebremst und in den Schotter gesetzt.
Auch wenn man dem Bundesheer Glauben schenkt, dass den Verantwortlichen bereits um 9:51 das Fehlen von zwei Teilnehmerinnen klar war und sie die Möglichkeit, dass die beiden noch im Boot waren, nicht gänzlich ausschließen können (was sie bis heute auch nicht behaupten) , dann war das Verbringen auf die Schotterbank ein fataler Fehler.
Aber wie gesagt, das hatte der anwesende Gutachter ja nicht zu beurteilen, der untersuchte nur bis zum Durchkentern.

Die selektive Auslassung von bereits vorliegenden Informationen schrammt ebenso messerscharf an der offen Lüge vorbei, wie ein Limited Hangout (Unentschieden, oder was?).

Weitere Antworten des Bundesheeres finden sich hier
Aus Sicht des BH wird der Endbericht in einer APA Aussendung so zusammengefasst. 

Darüber hinaus wird der Bund seinen rechtlichen Verpflichtungen nachkommen.

Written by medicus58

1. Dezember 2018 um 19:41

4 Antworten

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  1. S.g. GTL Medicus!
    leider hab ich ihren umfassend recherchierten Bericht erst jetzt gelesen. Auch ich habe mich intensiver mit dem Vorfall beschäftigt und auch diverse Nachrichten ans Bundesheer gesendet:

    4.9.:
    Obwohl – wie berichtet
    „Ein Kentern der betroffenen Bootstype jedenfalls auch in eigenen Tests des Bundesheeres noch nie vorgekommen sei.“
    würde ich zwecks Ursachenforschung den Unfall trotzdem einfach nachzustellen versuchen:
    12 Soldaten nehmen die Sitzposition wie zum Unfallzeitpunkt ein.
    Der Bootsvorderteil ist dadurch mit ca.1000 kg ungesicherter „Ladung“ vermehrt belastet.

    Der Bootsführer gibt Gas, der Bug hebt sich aus dem Wasser und die Insassen neigen sich natürlich alle nach vor, um der Beschleunigung entgegen zu wirken und nicht auf den Nebenmann zu fallen.

    Der Schiffsführer nimmt den Schub abrupt wieder weg, der ABGERUNDETE Bugteil senkt stark ab und der – fast VERTIKALE- Ober-Bug gerät unter Wasser und löst damit eine Art Vollbremsung aus.

    Die Insassen fallen mit ihrem Gewicht nach vorne und drücken den Bug noch weiter abwärts und das Wasser schwappt massiv ins Boot.
    FERTIG IST DAS DESASTER !

    in einem laufenden Verfahren halten die beteiligten Stellen natürlich alle eventuell belastenden Fakten zurück.

    Die Bugwelle eines Schubverbandes im Zusammenwirken mit der Wellenerhöhung durch Niedrigwasser als Auslöser erscheint dabei schon etwas weit hergeholt, da die drei anderen Boote diese Welle anscheinend problemlos uberwunden haben.
    Der Donauwasserstand war zu diesem Zeitpunkt auch schon 60 cm über dem Niedrigwasser-Pegel und die Unfallstelle befindet sich in der eingetieften Schiffsfahrstraße.
    Zum vollständig Kentern braucht das 2,5 m breite Boot ja auch eine entsprechende Wassertiefe so dass von Wellen erhöhendem Niedrigwasser dort eigentlich keine Rede sein kann…

    Die betreffenden Boote sind für Benützung und Ausbildung jedenfalls auch gesperrt, was eventuell auf mögliche Konstruktionsschwächen in Extremsituationen schließen lässt.

    Auf Grund der zahlreichen Augenzeugen wird die Untersuchungskommission den Unfallhergang jedenfalls ziemlich genau ermitteln können.

    Ja, offensichtlich kommt auch der Herr Oberst Bauer ins Stocken, wenn er abenteuerliche Unfallursachen Münchhausen-artig aus der Luft herbei redet…https://www.facebook.com/100012935118721/videos/533766083731224/?t=27

    9.11.
    sehr geehrter Herr Oberst Bauer!
    Es tut mir leid, dass Ihr keinen Einfluss auf die Erstellung des wellentechnischen Gutachtens habt und eine so lange Verzögerung in Kauf nehmen müsst!
    Aber heißt es nicht: „WER ZAHLT, SCHAFFT AN“?
    Vielleicht kann ich euch inzwischen mit einem Foto von DONAUWELLEN aushelfen?
    Beim Durchfahren von Wellen kommt es in erster Linie auf den Durchfahrtsswinkel und die Geschwindigkeit an (Sprungschanzeneffekt!)
    Eigentlich schade um die Kosten des Gutachtens, aber es vergeht halt viel Zeit und vielleicht wächst doch Gras über die Donau?

    29.11.
    Es ist verständlich, dass man die Darstellung des Unfallherganges für die Öffentlichkeit auf das unbedingt notwendige Ausmaß begrenzt und dabei auch den Bootsführer nicht schon vor dem zu möglicherweise zu erwartenden Gerichtsverfahren öffentlich anprangert.

    Was jedoch sogar mir als „Laien“ aufgefallen ist:
    Der Gutachter, Herr Univ.Professor Dr. Dipl.Ing. Steffan, spricht beim vorliegenden, – vielleicht ungünstigen – Durchfahren der Heckwelle von einem „normalen und an sich unproblematischen“ Fahrmanöver, das mit „mittlerer Gleitgeschwindigkeit“ ausgeführt wurde.
    Bei der abschließenden Beantwortung einer Journalistenfrage spricht er allerdings von 30 bis 40 Versuchen, bis man das Boot bei der versuchten Nachstellung des Unfallhergangs in die Lage brachte, dass sich der Bug bis unter die Wasserlinie absenkte.
    Das müsste dann eigentlich schon ein zumindest außergewöhnliches Fahrverhalten erfordern???

    In einer weiteren Anfrage, warum das Unfallboot die Heckwelle eigentlich nach rechts durchfahren hat, obwohl die vorderen Boote schon eine Wende nach links ausführten, begründete Herr Oberst Mag. Walter das mit einem möglichen „Ausholen“ für die folgende Linkswende, er gab an, das dieses Fahrverhalten (Aufkreuzen) als unkritisch anzusehen wäre.
    Ist das nicht, als ob man mit dem PKW noch kurz über das rechte Bankett rumpelt, um dann anschließend nach links abzubiegen? Das würde man dann zumindest als unnötig und auch gefährlich bezeichnen.

    Aber wie ja mehrmals angemerkt wurde, ist die Erhebung möglicher strafrechtlich relevanter Tatbestände alleinige Sache der Staatsanwaltschaft Korneuburg.

    meine -vorerst- abschließenden Erkenntnisse:
    Die Präsentation der Untersuchungskommission in der Pressekonferenz war höchst umfangreich und detailliert, die Darstellung des Unfallherganges selbst wurde allerdings auf das unbedingt nötige Ausmaß gekürzt, um endlich der überfälligen -unangenehmen- Informationspflicht nachzukommen.
    Wenn man eine Fahrtrichtungsänderung nach links einleiten will und trotzdem nach rechts „aufkreuzt“ und dabei die BEIDEN Heckwellen des vorausfahrenden Bootes „überspringt“ kann das kein normales und übliches Fahrmanöver sein.
    Zum Überspringen reichte es – meiner Ansicht nach- nur für die linke Heckwelle. Im Wellental dazwischen senkte sich der Bug ab, wahrscheinlich kam es auch zur Gewichtsverlagerung der Teilnehmerinnen nach vorne und genau da traf man frontal auf die rechte Heckwelle, die das Boot abbremste und gleichzeitig hineinschwappte. Wäre das 10 bis 20 m weiter hinter dem vorausfahrenden Boot geschehen, hätte sich das Unfallboot dazwischen wieder stabilisieren können, so aber stieß es genau „am tiefsten Punkt“ mit dem Bug in die Welle…
    Die Bergung hätte an der Sandbank ebenfalls früher erfolgen können, wenn das gekenterte Boot nicht so weit ans Ufer geschoben worden wäre, bzw. seilgesichert wenige Meter zurück in die Donau geschoben worden wäre, um einen ebenfalls gesicherten Soldaten von unten her ins Boot greifen zu lassen, wobei ein weiteres Boot die erforderlichen Sicherungsarbeiten hätte unterstützen können. Diese Manöver muss aber natürlich jemand anordnen und von einem „Einsatzleiter“ vor dem Eintreffen der Schifffahrtsaufsicht bzw. Feuerwehr war im Bericht ja keine Rede. „Man hat gesucht“.

    Von den wortwörtlich als lebensgefährlich zitierten Umständen wie hohem Wellengang fehlt „offensichtlich“ jede Spur und die Strömung ist an einer Sandbank weitaus geringer als z.B. in der Außenkurve des Flusses.

    Diese Aussage zielt eindeutig darauf aus, Verantwortung abzuwenden.

    Franz Holzer

    10. Dezember 2018 at 11:29

    • Knackpunkt wird aber nur mehr sein, ob wer für die lebenslang erforderlich Betreuung der beiden Opfer so aufkommt, dass den Angehörigen neben dem psychischen Leid nicht auch noch die finanzielle Seite bleibt. Dazu wäre es auch notwendig die Organisationshaftung des BH zu thematisieren

      medicus58

      10. Dezember 2018 at 11:48

      • Inwieweit und bis zu welcher Höhe die angeblich extra für die Teilnehmerinnen abgeschlossene Versicherung alle Folgekosten übernimmt, oder sich die Angehörigen beim Gerichtsverfahren als Nebenkläger anschließen werden (müssen?) wird längere Zeit noch einige weitere Juristen beschäftigen….

        Franz Holzer

        10. Dezember 2018 at 18:33

      • Wenn die Staatsanwaltschaft überhaupt die Sache vor Gericht bringt. Wenn das die Öffentlichkeit so wenig interessiert wie jetzt habe ich meine Zweifel

        medicus58

        10. Dezember 2018 at 19:38


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