Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Von der Fernbehandlung zur Telepathologie

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Hier haben wir im Dezember 2017 darauf hingewiesen, dass sich auch unsere Regierung der Telemedizin verschreiben möchte:
Gesundheit: Zwischen den Zeilen des Regierungsprogramms

Die Digitalisierung und Telemedizin werden dazu verstärkt eingesetzt; eHealth Anwendungen und Angebote erleichtern den Menschen den Zugang und helfen zukünftig, die Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft zu erhöhen

Folgerichtig betreibt auch die Österreichische Ärztekammer eine Referat für Telemedizin (von dem man aber kaum was vernimmt).

Wir reden nicht von Schellings feuchtem Traum Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind , sondern von der von der deutschen Bundesärztekammer gewünschten Lockerung des Fernbehandlungsverbotes oder wie es das lachsfarbene Qualitätsblatt titelte: Die Angst der Ärzte vor der Onlineordination

Klar, dass Marie-Theres Egyed keine Sekunde darauf verschwendet, dass vor sowas auch ein Patient Angst haben kann und lässt den Schweizer Betreiber einer Onlinepraxis seine App bejubeln und zitiert noch den von Prölls Gnaden schon im vorigen Jahrhundert zum „Patientenanwalt“ geadelten Juristen Bachinger:
„Bis jetzt haben wir keinen Hinweis, dass Patienten mit Onlinediagnose schneller sterben“.

Ich bin ja seit in den letzten Jahrzehnten, abgesehen von Zahnärzten und Augenärzten, nie Patient gewesen, aber als Patient würde ich mich sogar schon vor so einer Aussage fürchten!

Laut Standard soll der Schweizer Kollege nun im Auftrag des Gesundheitsministeriums zwischen Hauptverband und Ärzten vermitteln und Abrechnungsmöglichkeiten für Onlinekonsultationen vorschlagen.
Ich frage mich nur, weshalb das Gesundheitsministerium niemanden beauftragt mal gescheite Abrechnungsmöglichkeiten für Schilddrüsenerkrankungen (in Wien Wartezeiten von bis zu einem Jahr), für echte Diabetesbehandlung, Kinderpsychiatrie, optisch erträgliche Zahnfüllungen, etc, etc. zu finden … 

 

Written by medicus58

17. Mai 2018 um 20:12

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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2 Antworten

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  1. Ich glaub, das größte Problem ist „someone“. Solange die für Handlungen Zuständigen/Verantwortlichen nicht mit dem Namen genannt werden (können), wird nichts passieren – ist nicht nur im Gesundheitsbereich so, aber dort natürlich schlimm zum Quadrat.

    Hansi

    18. Mai 2018 at 07:01

    • Nun, die Namen der Handlanger sind bekannt, ihre Beweggründe wohl die üblichen (alles außer Patientenwohl). Mir scheint das Problem eher (wie bei Daten-, Konsumentenschutz, Sozialsystem, …) dass sich in dem allgemeinen Geschwurbel keine Opposition mehr gegen manche Pläne ausbilden lässt – und da es ein mehr Frontenkrieg ist jeder der es versucht als Querulant daher kommt..

      medicus58

      18. Mai 2018 at 07:36


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