Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Kein Nachruf auf Stadträtin Frauenberger

with 9 comments


Vorausgeschickt sei, dass eine Stadträtin, die erst seit knapp einem Jahr das Ressort übernommen hat, nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann, was ihrer Vorgängerinnen Brauner und Wehsely in penibler Kleinarbeit klein gekriegt haben:
Ciao, Sonja Ciao; Leider nicht (16.5.) aber JETZT !!! 
Chapeau, auch wurde unter Frauenberger der von Wehsely gegen schwere Bedenken durchgeboxte Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) Janßen gekündigt, was prinzipiell als richtiger Schritt gelten mag:
Janßen identifizierte sich nicht mit dem Gesamtinteresse der Stadt Wien und musste gehen 
Es stimmt auch, dass es unter Frauenberger weniger Schreiduelle, weniger politischen Terror und etwas ruhigere Arbeitsbedingungen im KAV gegeben hat, jedoch wurde es in zahllosen Begebenheiten klar, dass Frauenberger und ihr Büro keine Ahnung vom Gesundheitswesen hatte und ihre Lernfähigkeit bis zum Schluss nicht ausreichte sich Basiskenntnisse anzueignen.
Vielleicht nicht ganz untypisch für viele Kammer-, Gewerkschafts- und VereinskarrieristInnen hatte sie keine Scheu Einlassungsfahrlässigkeit zu begehen, wenn ihr ein nicht gerade gering dotiertes öffentliches Amt angeboten wird.
(Zugegeben, gerissen hat sie sich ohnehin nicht darum, aber Kadavergehorsam einer Partei gegenüber, ohne der wir nichts wären, ist auch keine Entschuldigung!)

Nicht zugestimmt werden kann ihrer Aussage , dass sie nun voll von Reformvorhaben nur zurückgetreten ist, nur weil vom Boulevard „Grenzen“ überschritten wurden.
Ihr letztes „Reformvorhaben“ das neue Statut für den KAV wurde schließlich von ihren eigenen Parteikollegen abgelehnt, sogar von ihren Gewerkschaftern!
Ehrlicher wäre es gewesen offen zu legen, dass der Boulevard seine Munition aus den eigenen Reihen erhalten hat.
Wenn sie die fallweise Anwesenheit des AKH Direktors in der KAV Generaldirektion als ihre Managementleistung anpreist, kann das wohl nicht ihr Ernst sein.
Weder hat der bislang fühlbare Spuren hinterlassen, noch hat er sich in der „Energetiker-Affäre“ als unantastbar erwiesen. Auch diese Nachrichten kommen nicht aus der Luft sondern scheinen lanciert. Das alles hätte Frauenberger ansprechen können, hätte aber damit wohl ihr Ausgedinge im Gemeinderat, der Gewerkschaft oder wo auch immer gefährdet. Dazu war sie dann doch zu sehr Parteisoldatin. Wenn nun in den (A)Sozialen Medien von der besonderen Häme gegen Frauen geschwätzt wird, dann kann man sich nur mit wundern, wie die Saat aufgeht, von Fakten abzulenken..

So erleben wir die innerparteilichen Grabenkämpfe Wiens staunend mit: Just Bad Weibs um das KH Nord oder das Ende des Roten Konsenses?
und vergessen eigentlich auf das Wesentliche:
Seit etwa Jahr hat der größte Gesundheitdienstleister Wiens weder eine politische noch eine innere Führung.
Die angekündigte „Auslagerung„, die schließlich zur „Anstalt“ wurde, hängt völlig in der Luft.
Von der angekündigten „Personalhoheit“ ist noch keine Spur zu finden (von der Personalvertretung auch kaum beabsichtigt).
Hinter den Kulissen werden Verträge mit externen Anbietern geschlossen, während eigene Abteilungen personell ausgehungert werden.
Das Spitalskonzept 2030, der Master-Plan für die Organisation, alles dümpelt in den Akten herum und keiner weiß, was davon gilt und was nicht …
ein bemerkenswertes Chaos, das einen 30.000 Arbeitnehmer zählender Betrieb bald endgültig sturmreif geschossen haben wird.
Die Retter stehen schon bereit, wenn das Frauenberger nicht wusste, dann hat sie in ihrem etwa einjährigen Praktikum wirklich nichts gelernt und „ihr KAV Konzept“ wurde von den Genossen zu Recht zerrissen.

 

Written by medicus58

4. April 2018 um 22:06

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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9 Antworten

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  1. Und Euro 300,– ist sie mir noch immer schuldig!!!

    Christine Kainz

    4. April 2018 at 22:24

  2. Mann glaubt es geht nimmer schlimmer, aber Mann wird sehr oft eines Schlechteren belehrt.
    Ich hab schlicht und einfach Angst vor dem, was wir auf uns zukommen lassen.

    Hansi

    4. April 2018 at 22:37

  3. Dass sie inhaltlich ahnungslos war, hat sie mit ihrer Vorgängerin gemeinsam, die hat aber doch zwischendurch auch manchmal inhaltliches Interesse bekundet. Was aber nix an der gesamt sehr bescheidenen Bilanz ändert. Es wäre echt mal wünschenswert, dass das entscheidende Kriterium für die Nachfolge nicht das zweite X-Chromosom oder die Parteikarriere sein wird, sondern fachliche Kompetenz. Ja eh, ich weiß, wir sind in Wien 🙂

    Anonymous

    5. April 2018 at 22:45

    • Was es bräuchte wäre eine Person, frei von Protektion, Abhängigkeit und Eigeninteressen, die was von der Sache versteht, also um in Ihrem Bild zu bleiben, ein „drittes Geschlecht“.

      medicus58

      6. April 2018 at 07:31

      • Bitte was uns dieser Link sagen???

        Christine Kainz

        6. April 2018 at 12:11

      • Welcher Link?

        medicus58

        6. April 2018 at 13:13

      • …genau so jemand wird in Wien zu 100% nix 🤭

        Anonymous

        6. April 2018 at 18:09

    • Keine Ahnung wie das rein kam, manchesmal macht die wordpress App komische Dinge, werde das.vom PC aus korrigieren

      medicus58

      7. April 2018 at 00:16


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