Sprechstunde

über alles was uns krank macht

#NRW17 So unauffällig verschwiegen, dass es völlig untergeht.

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In den inflationär auf allen Kanälen zum Gaudium des TV Publikums hereinbrechenden „Duellen der Spitzenkandidaten“ wird ein gesellschaftspolitisches Thema in seltsamer Einigkeit aller Beteiligter penibel ausgespart.

Neben dem scheinbar artabhebenden Merkmal „des Asylantenproblems“, das Gutund Bösmenschen verlässlich in jeder Diskussion zur Selbstdefinition nützen, wird grad noch darüber schwadroniert, dass die Pensionen sicher sind, die Lohnnebenkosten und die Mieten sinken und die Einkommen steigen müssen. Dass wir für die Sicherheit unserer persönliche Freiheit diese offenbar gänzlich aufgeben müssen, versteht sich offenbar ohnehin, ohne viele Worte …

Über den Bereich, der seit über einem Jahrzehnt das politische Spielfeld permanenter Reformen ist, das neben dem Bildungswesen und der Altersversorgung einer der wenigen Bereiche ist, für die eine gesamtgesellschaftliche Einigung unumgänglich scheint, herrscht flächendeckende und in besorgniserregender Einigkeit eingehaltene Funkstille:

Über das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem schweigen wir beredt.

Wenn überhaupt kommt das Gesundheitssystem ins Spiel, wenn die einen Asylanten als aktueller Kostenfaktor, die anderen als zukünftiger Nettozahler ansprechen, aber alles andere scheint belanglos.

Die Diskrepanz zwischen politisch erweckter Erwartungshaltung und täglich erlebten Unzulänglichkeit, die undurchsichtigen Finanzierungsströme, die Widersprüche zwischen bundesweiter Planung und regionaler Umsetzung.

Es ist für den Durchschnittsbürger vielleicht nicht uninteressant, ob seine Versorgung zukünftig von einem Helpdesk, von einer Pflegekraft oder seinem Hausarzt übernommen wird. Ob er weiterhin einen freien Zugang zum Facharzt hat oder in ein managed care System gelotst wird.

Vielleicht sollte mal den Wähler fragen, ob er es schätzt, wenn er in einem Krankenhaus zwar Spezialabteilungen, aber phasenweise keine Spezialisten mehr vorfindet.

Wurde dem Wähler schon einmal die Wahl gegeben, ob er ELGA finanzieren will oder es zumindest geil findet, seine Blutbefunde im Netz suchen zu dürfen?

Ist der Wähler nicht ndig genug mit seinem Wahlzettel auch darüber zu entscheiden WELCHES Gesundheitssystem er denn gerne hätte?

Ich behaupte einmal, dass für die meisten die Gesundheitsversorgung ein weniger abstraktes Thema ist als viele anderen rauf und runter diskutierten Themen ist.
Es sollte uns doch etwas misstrauisch machen, wenn darüber nicht gesprochen wird. Auch vor der letzten Wiener Gemeinderatswahl war das Thema tabu und danach ist der KAV implodiert …

PS: Die Abbildung oben zeigt das Deckblatt des Arbeitsprogramms der Bundesregierung 2017/2018 nur mal so zur Erinnerung

Written by medicus58

19. September 2017 um 18:17

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