Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Beraten – Verraten: Das wahre Problem hinter externen Beratern

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Seit Jahren werden die Beraterkosten im KAV kritisiert, mal vom Rechnungshof, mal von den Medien.
Die Krone brach die alt bekannte Tatsache nun auf eine für den Normalo leicht vollziehbare Formel herunter:
30.000 €/Tag: Spardiktat bei Rettung, Rekordgagen für Berater

Seit Jahren beschäftigt sich auch dieser Blog mit dem Thema:

3/2017 Der KAV beschäftigt die falschen Berater

11/2016 Das Muster Post für den Wiener Krankenanstaltenverbund 

2/2016 Hilfe, wer berät mich in meiner Ratlosigkeit? 

10/2014 KAV: Wir sparen – koste es was es wolle

7/2014 Beratungsleistungen im KAV: Ein Millionengeschäft

6/2014 Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater

1/2014 Accenture im KAV: Wir zahlen doppelt für den Strick an dem sie uns aufhängen 

12/2012 Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem 

5/2012 Die planlose Planwirtschaft im Gesundheitswesen

2/2012 Sicherheitsberater: Widerstand zwecklos

Ex-Siemens Manager und jetzige Stv Generaldirektor Balazs wischte die inkriminierten Zahlungen an externe Berater mit den angeblich ernormen Einsparungen vom Tisch, die diese zugekaufte Expertise ermöglichten:

Mehr als die Hälfte der Beraterkosten stamme aus einem Projekt zur Optimierung der Sachkosten. „Dort haben wir es geschafft, über die letzten zwei, drei Jahre mehr als 130 Millionen Euro nachhaltig mit genau diesen Maßnahmen einzusparen“
http://wien.orf.at/news/stories/2858495/

Es mag bezweifelt werden, dass er dabei die wieder eingestampften Projekt Unit-Dose-System gemeint hat, wo der KAV Millionen verloren hat (http://wien.orf.at/news/stories/2754735/).
Auch die externe Beratung um das KH Nord scheint nicht als Erfolgsgeschichte: Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt .

Ja, und das Impuls-Projekt, der Versuch der GD mit Hilfe Externer gleichzeitig den ihr unbekannten Ist-Zustand der laufenden Prozesse in ihrem Unternehmens festzustellen, diese zu standardisieren und in ein einheitliches Softwarekorsett zu pressen und dieses auf ein relativ unabhängig von einer anderen Firma zu gekauften Krankenhausinformationssystem aufzusetzen, das wird es wohl auch nicht gewesen sein.

Worauf sich wahlweise GD oder Rathaus in ihrer Verteidigung beziehen, ist das SOUND Projekt, das die Einsparungen gebracht haben soll. Außer einer einfachen Summengrafik, lässt sich aber keine substantielle Analyse zu den behaupteten Einsparungen finden und selbst KAV-eigene Controller winken zu diesem Thema nur genervt ab. Irgendwie erinnern die behaupteten Millionen-Einsparungen an die gerade im parlamentarischen Untersuchungsausschuss „zerlegten“ Gegengeschäften im Zuge der Eurofighter Beschaffung, von der uns Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer am 3.3.2002 in der ORF-Fernseh-„Pressestunde“ noch versprach:
Für den Ankauf der Abfangjäger seien Gegengeschäfte, „die mehr als 100 Prozent ausmachen“ Bedingung….
http://www.airpower.at/news02/news0203.htm

Immer wieder fällt mir da der Sager eines unter Finanzminister Grasser leidenden Spitzenbeamten zu den damals zu Hundertschaften engagierten Beratern im Finanzministerium ein:
Der schaut Dir auf Deine Uhr und sagt Dir wie spät es ist.

Was aber viel schwerer wiegt, als die Millionen, die da an mehr oder weniger befreundete, mehr oder weniger fähige Berater verpulvert wurden, ist die Frustration der eigenen Mitarbeiter, denen hier jede Kompetenz abgesprochen wurde, selbst „ihren Betrieb zu optimieren“.

Wer auf externe Berater setzt, sollte sich Fragen, ob er angesichts seiner fehlenden Kompetenz nicht auf der falschen Position sitzt und weshalb er seinen Mitarbeitern nicht mehr über den Weg traut ….

Written by medicus58

4. August 2017 um 19:12

4 Antworten

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  1. By the way: Stimmen eigentlich die Gerüchte, dass der geschasste Ex-GD jetzt seine Rolle als Berater des KAV wiedergefunden hat?

    Ignorant

    7. August 2017 at 22:30

    • Keine Ahnung, noch nicht gehört, ist aber so absurd, dass es stimmen „muss“

      medicus58

      7. August 2017 at 23:24

  2. Renate Brauner wird „Beraterin für Daseinsvorsorge“ http://wien.orf.at/news/stories/2912679/

    Christine Kainz

    17. Mai 2018 at 00:45


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