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Roulette-Politik: Der Handwerkerbonus

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Unter Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger (kann sich noch wer an die beiden erinnern?) wurde im Sommer 2014 in Österreich der Handwerkerbonus eingeführt. Privatpersonen konnten für die Renovierung, den Erhalt oder die Modernisierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung bis zu 600 Euro an Förderung bekommen, vorausgesetzt sie nahmen die Leistungen eines Handwerkers oder befugten Unternehmens in Anspruch. Ob diese Querfinanzierung der Wirtschaft nun sinnvoll oder nicht ist, darüber ließe sich trefflich streiten, wo man sich als Bürger gefoppt fühlt, sind staatliche Leistungen mit unvorhersehbarem Ablaufdatum – Roulette-Politik, eben.

Ich darf die Originalkorrespondenz hier anonymisiert beilegen:

Sehr geehrter Herr XXX,

Ihr Antrag im Rahmen des „Handwerkerbonus“ ist bei der Bausparkassenzentrale am 14.07.2017 eingelangt.
Die für den Handwerkerbonus zur Verfügung stehenden Budgetmittel wurden am 13.07.2017 vollständig ausgeschöpft und die Aktion mit selbigem Tag beendet.
Eine Antragstellung ab 14.07.2017 ist daher leider nicht mehr möglich.
Freundliche Grüße
s Online Betreuungsteam/SN
Bausparkasse der österreichischen Sparkassen AG
OE 4500/s Vertriebsservice

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Written by medicus58

3. August 2017 um 18:00

Veröffentlicht in Was im Alltag so alles nervt

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10 Antworten

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  1. Ich dachte schon, du schreibst über Solarfianzierung, wo eventuell die Geschwindigkeit des Internetzugangs über Förderung oder leere Finger entschieden hat.
    Oder über Ärzte-in-Pension, die für die PVA Menschen begutachten und für kerngesund befinden.

    PS: Ich kaue immer noch an der Darstellung, was ich mir von einem Arzt, Chemiker oder Koch erwarte – da leben auch in mir unterschiedliche Universen parallel. Ich arbeite aber an einer vereinheitlichten Theorie.

    Hansi

    3. August 2017 at 18:14

    • Gebe Dir völlig recht, dass es noch Wichtigers gibt als den Handwerkerbonus, der Mechanismus ist leider überall ähnlich.
      Viel Glück bei der Theorienbildung 😉

      medicus58

      4. August 2017 at 07:47

  2. Apropos Politik, Handwerker und Vertrauen: In der Zeit, in der der ÖSG 2017 noch nicht offiziell war, hat es mehr darüber zu lesen gegeben als seit der Veröffentlichung. Oder kennst du irgendwelche Kommentare dazu?

    Hansi

    3. August 2017 at 18:17

    • Ehrlich weiß ich nicht mal (Urlaubszeit) ob der ÖSG überhaupt schon so beschlossen ist …
      Man hat allgemein den Eindruck, dass die konstruktive Kritik erschlafft ist angesichts der unbeirrt laufenden Prozesse

      medicus58

      4. August 2017 at 07:50

  3. Ich hatte noch „Glück“ bei diesem Roulett. Kaum hatte ich darüber gelesen, reichte ich auch schon ein. Das war im März 2017. Darauf bekam ich folgende „Automatische Antwort“:

    Sehr geehrte(r) FörderwerberIn,
    vielen Dank für die Einreichung Ihrer Unterlagen. Gerne erledigen wir Ihr Anliegen.
    Sollten Sie innerhalb von 14 Tagen keine Rückmeldung erhalten, ersuchen wir um nochmalige Kontaktaufnahme.

    Bitte antworten Sie nicht auf dieses E-Mail, da es sich um eine automatische Rückantwort handelt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Kreditmanagement-Team

    Nach 14 Tagen also nochmals. Leider hatte ich vergessen meinen Meldezettel zu schicken – holte ich aber schleunigst nach.
    Ich brachte mich nochmals in Erinnerung und bekam die schon bekannte „Automatische Antwort“. Nun allerdings mit 21 Tagen Wartezeit statt der 14.

    Ich brachte mein Ansuchen nochmals in Erinnerung und bekam …. mit 21 Tagen.

    Am 4.5. bekam ich endlich eine Mitteilung „… Leider ist bei der Erfassung der E-Mailadresse ein Irrtum passiert…“
    Zu guter Letzt durfte ich mich aber doch über Euro 129,– freuen.

    Also wirklich ein Roulett, denn von Beginn an stand fest, daß (ßßß;-) aus dem Bonustopf nur so lange geschöpft werden kann, bis dieser leer ist…
    Das Nachsehen hatten u.a. all jene, die berufsbedingt auch was anders zu tun hatten…

    Christine Kainz

    3. August 2017 at 23:25

  4. „Reparaturprämie“ http://www.krone.at/oesterreich/kern-das-ist-mein-pakt-fuer-die-wirtschaft-krone-interview-story-583226 („Gefördert wird die Reparatur von Fahrrädern, Schuhen, Kleidung, Lederwaren und Elektrohaushaltsgeräten. Mit 100 Millionen Euro wäre diese „Reparaturprämie“ zehnmal so hoch dotiert wie der bisherige Handwerker-Bonus.“)

    Christine Kainz

    20. August 2017 at 21:58

    • Leider werden 100 Mille Reparaturprämie nicht reichen den Schaden den SPÖVP verursacht haben zu reparieren

      medicus58

      20. August 2017 at 22:07


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