Sprechstunde

über alles was uns krank macht

höret was erfahrung spricht: hier ists so wie anderswo – nichts genaues weiß man nicht – dieses aber ebenso

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Nie werde ich das Gefühl vergessen, als Otto Grünmandl (* 4. Mai 1924 † 2. März 2000) in „Ich heiße nicht Oblomov“ einen virtuellen Zuschauer mit der Pistole bedrohte, ihn aus dem Zuschauerraum komplementierte und dann im off ein Schuss knallte.
Damals vielleicht eine Banalität in Dutzenden Aufführungen experimenteller Theateraufführungen aber bislang, als österreichische  Kabarettisten noch Kabarett machten und nicht ihre Geschichten als Theater ausgaben, ungehört.

Kürzlich von Andreas Vitasek wiederentdeckt, war es für mich aber erschreckend, dass Grünmandl bis jetzt noch nicht Einzug ins hiesige Herrgottswinkerl fand.
Danach war ich mir ganz sicher ihm hier eine angemessene Ruhestätte bereitet zu haben, so wie er damals seinem Hansi:

Aber irgendwie scheine ich es dann doch nicht getan zu haben, was also letztlich genauso unverständlich ist, wie dass ich die letzten Weihnachten nicht zum Anlass genommen zu haben, dies zu tun:

 

Auch viele andere passende Gelegenheiten, den Erfinder der Felsenzackenschleifundzuspitzmaschine und des Ein-Mann-Stammtisches,
sowie den Chefermittler des alpenländischen Inspektoreninspektorates zu ehren, ließ ich ungenützt verstreichen,
so wie ich es auch verabsäumte, bei Dutzenden Gelegenheiten an diese archetypische Darstellung eines Lokalpolitikers zu erinnern:

Beinahe hätte ich es so gemacht, wie Grünmandls Interviewer Theo Peer, der hier wirklich
unglaubliche Dinge auspackte …

Nur liegt mir nichts fremder, als nun meine intimsten Erlebnisse mit Otto Grünmandl auszupacken, aber eines muss jetzt noch wirklich sein.
Wie Grünmandel im Rahmen einer Pharmapräsentation im Wiener Konferenzzentrum, bei der er, also Grünmandel, nicht Peer, den ich nie gesehen habe, einen wissenschaftliche Vortrag hielt, der ebenso erschreckend echt wirkte, wie die nachfolgende Radiosendung mit Gerhart Polt und Professor Sonnblum:

Also in diesem Vortrag lotete Grünmandl, wir schrieben die 80er Jahre, die sieben falschen Möglichkeiten ein und dasselbe Diapositiv an die Wand zu werfen ebenso aus, wie die mannigfachen Möglichkeiten der missbräuchlichen Verwendung statistische Teste – er war schließlich gelernter Techniker – und endete mit dem Klassiker jedes wissenschaftlichen Vortrags, eben dass das alles noch präliminär wäre und weitere Studien erforderlich wären

Ich sollte jetzt wirklich einmal  Grünmandel in mein Herrgottswinkerl stellen …

 

 

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Written by medicus58

15. April 2017 um 14:07

Veröffentlicht in Herrgottswinkerl

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2 Antworten

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  1. Deine Tat war in Wahrheit würdig und recht – und auch notwendig.
    Mir schwirrt auch oft noch „hunderte Polizistenaugen durchdringen die undurchdringliche Finsternis“ durch den Sinn.

    Hansi

    16. April 2017 at 09:58

    • Traurig ist nur, dass das ebenso wie Monty Python bei Jüngeren nicht mehr zu funktionieren scheint.

      medicus58

      16. April 2017 at 10:26


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