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Master BO – Die tickende Zeitbombe

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Master

Erschöpft und erleichtert nehmen die meisten den Abgang von Wiens Gesundheitsstadträtin Wehsely zu Kenntnis und sie warten darauf wie lange „ihr Generaldirektor“ noch den KAV via Morgenjournal beschädigen darf (http://www.krone.at/nachrichten/wien-kav-boss-reagiert-mit-zynismus-auf-kritik-ist-schicksalhaft-story-550279).
Vermutlich darf er das ohnehin nur noch, weil der Bürgermeister zwar die angekündigte Studie über die Ausgliederung in Händen hat, aber offenbar sich weder entschieden hat oder überhaupt noch kann (http://wien.orf.at/news/stories/2820508/).

Irgendwie laufen die ganzen Abteilungs-Schließungen und -Verlagerungen, die Pärchen- und Schwerpunkt-bildungen des Spitalskonzeptes 2030 so dahin, ohne dass irgendwer zu bemerken scheint, dass das Kernstück des Konzepts, das modernste Spital Europas irgendwie noch immer nicht eröffnet ist.

Wehsely und Janßen bejubelten trotzdem im Zuge der Demission der Ersteren „die Umsetzung des Spitalskonzeptes 2030“ als die größte Leistung ihrer Zusammenarbeit.
Von der größten Zeitbomben dieses federführend von Ebner-Hohenauer-Consult (Dr. Ebner – Die „objektive“ Krake im Gesundheitssystem https://medicus58.wordpress.com/2012/12/19/dr-ebner-die-objektive-krake-im-gesundheitssystem) entwickelten Konzeptes, der Master-Betriebsorganisation, redet aber niemand.
Dabei hat es sogar die Gratiszeitung-Heute schon vor einem Jahr auf den Punkt gebracht:
Kernpunkte sind neben den drei Versorgungsregionen, der Schwerpunktbildung, den zentralen Notaufnahmen, dramatischen Änderungen im Rettungswesen, eben diese Masterbetriebsorganisation. Dort heißt es euphemistisch:

In der Master-Betriebsorganisation sind Aufgaben, Abläufe und Struktur der Zentren definiert. Auch die verbesserte Nutzung vorhandener Infrastruktur, der optimierte Einsatz von Personal und die Festlegung von einheitlichen Standards in Medizin, Pflege und Therapie sind Bestandteil der Master-Betriebsorganisation. Die Master-Betriebsorganisation legt unter anderem allgemeine Prinzipien für Arbeitsabläufe und für den strukturellen Aufbau von Stationen, Abteilungen und Häusern fest. Die Nutzung von räumlichen, technischen, personellen sowie fachlichen Ressourcen wird optimiert, es werden teils neue Organisationsformen geschaffen, zum Beispiel Zentrale Notaufnahmen, Zentral-OPs und Intensivbereiche. Für alle medizinischen Kernleistungen sind standardisierte Organisationsabläufe vorgegeben. http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Spitalskonzept-2030-So-werden-wir-kuenftig-behandelt;art23652,1251405

In Wirklichkeit handelt es sich um die Entmachtung der Abteilungsleitungen und die Verschiebung der Entscheidungsbefugnisse von den Ärzten zu Pflege und Medizinisch-technischen Diensten.

Obwohl die Master BO seit Monaten im Intranet schlummert und Teile davon schon munter umgesetzt werden, scheint das Problem, dass hier schon 2014 angesprochen wurde (Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber https://medicus58.wordpress.com/2014/05/23/master-betriebsorganisation-im-kav-da-fahrt-die-eisenbahn-druber/) niemanden zu kümmern.

Beispiele gefällig?
Sekretariats-/Schalterpersonal wird gepoolt und untersteht nicht mehr den Abteilungsleitungen (Ergebnis: zwei zusätzliche Posten in der Verwaltung), die Anordnungskompetenz über eine Priorisierung der anfallenden Arbeit wird den Ärzten genommen, die Verantwortung für den Gesamtprozess natürlich nicht.
Bettenmanagement liegt in den Händen der gehobenen Pflege, die andererseits keine fachliche Entscheidung über die Entlassungsfähigkeit der stationären Patienten hat, wenn dringend ein Bett benötigt wird.

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Written by medicus58

27. Januar 2017 um 20:15

2 Antworten

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