Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Nachtdienst-Zahlenspiele: Bin ich nun verwirrt, oder was?

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pfeiferl

Kurz vor den Sommerferien (3.Juli) und parallel zur Euro 2016 schockte eine Mail von PGA ÄrztInnen Vorsitzenden Weismüller, in dem er mitteilte, er hätte am 1.Juli erfahren, was die Ärztlichen DirektorInnen schon seit Anfang des Vormonats wussten:

1. In allen KAV Häusern werden Wien weit 50 Nachtdiensträder ersatzlos gestrichen
(S=T=R=E=I=K https://medicus58.wordpress.com/2016/07/04/streik/)

Der Standard schrieb dann am 4. Juli: 40 Nachtdienste sollen in den Tag wandern
http://derstandard.at/2000040395215/Wiener-Spitaeler-40-Nachtdienste-sollen-in-den-Tag-wandern

Da in der Folge mehrere Medien nur mehr von 40 Nachtdiensten sprachen (http://orf.at/stories/2351533/2351534/), gehen wir halt mal von 40 (und einem Missverständnis) aus …

Die nachfolgenden Ereignisse dürfen als bekannt vorausgesetzt werden …

Chronisch unzufrieden, wie ich nun einmal bin, war ich am 22. September mit dem Zwischenergebnis, das zur Absage des nächsten Streiks führte, nicht zufrieden.
Zurück in die Zukunft des KAV https://medicus58.wordpress.com/2016/09/22/zurueck-in-die-zukunft-des-kav/

Am 7. Oktober gab ich unter Streikentschädigung: sind wir wieder gut … (https://medicus58.wordpress.com/2016/10/08/streikentschaedigung-sind-wir-wieder-gut/ )
meiner Bestürzung über einen Artikel im Standard Ausdruck, der plötzlich titelte:
Wiener Ärztestreit: 17 von 20 Nachtdiensten bleiben vorerst gestrichen
http://derstandard.at/2000045554238/Wiener-Aerztestreit-17-von-20-Nachtdiensten-bleiben-vorerst-gestrichen

Dazu fand sich auf meinem Blog folgender Kommentar:
Der Bericht im Standard stimmt nicht, es wurden mehr Dienstreduktionen zurückgenommen. Wir werden das genau nachprüfen und dann berichten, trotzdem wurde der Streikbeschluß nicht zurückgenommen, wir sind sehr vorsichtig. Es gibt auch keine Gespräche hinter verschlossenen Türen Ich habe offen via Medien kommuniziert. lg Thomas Szekeres

Am Montag den 10.Oktober um 16:07 fassten GD  Janßen und PGA ÄrztInnen Vorsitzender Weismüller das Ergebnis in einer Mail so zusammen:

In zwei Fällen gab es ein Missverständnis.

Von der verbliebenen Gesamtzahl von 11 Nachtdienstenreduktionen

werden 2 ausschließlich im Zeitraum Mitte April bis Mitte November durchgeführt, mit der Zusatzvereinbarung, dass in den Wintermonaten ein zusätzlicher Nachtdienst zur Abdeckung des erhöhten PatientInnenaufkommens in den Kinderambulanzen eingeteilt werden kann.

6 befristet durchgeführt und nach einem vereinbarten Zeitraum (je nach Abteilung bis zu 4 Monate) gemeinsam evaluiert, wobei eine Evaluierung über die Auswirkungen innerhalb der Abteilung laufend zu erfolgen hat.

2 nicht durchgeführt.

Macht zusammen einmal 8 Streichungen und 2 Nicht-Streichungen.
Auf der Suche nach der Diskrepanz zwischen 11-8-2=1  bzw. der Diskrepanz zu den anfänglichen 50(40) finden sich noch zwei Informationen:

…. das weitere Vorgehen zur Nachtpräsenz der Chirurgie im Krankenhaus Floridsdorf ab November wird aufgrund vakanter Dienstposten gesondert in Zusammenschau mit den anderen Abteilungen betrachtet und gemeinsam gelöst.
Alle weiteren Veränderungen in der Nachtpräsenz sollen zukünftig nach derselben Vorgangsweise gemeinsam betrachtet und besprochen werden, wobei für November keine zusätzlichen Reduktionen vorgesehen sind.

Also, wenn wir schon hinsichtlich der Gesamtzahl etwas verwirrt sind,
das vom Standard kolportierte Verhältnis und von den Verhandlern NICHT widersprochene Verhältnis  zwischen
gestrichenen und nicht gestrichenen Nachtdiensten wäre: 17:3 also etwa 5:1 Streichungen
Das Verhältnis, das die Hauptverhandler nun verkünden ist 8:2, also 4:1 Streichungen

Also entweder bin ich verwirrt oder da will uns jemand verwirren ……

Wie schon früher einmal (Die toten Seelen in der Computertomografie https://medicus58.wordpress.com/2013/06/13/die-toten-seelen-in-der-computertomografie/) erinnert mich das an eines meiner Lieblingsromane:“ Gogols „Die Tote Seelen“.
Hier wird mit dem Verkauf und der Verpfändung bereits verstorbener Leibeigenen, die bis zur nächsten Revision nicht aus den Steuerlisten gestrichen waren und als Besitz galten, ein rechtlich beglaubigter Handel betrieben. (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_toten_Seelen)

Vergleichen wir aber die Wiener Zeitung vom 22.9.2016 Neue alte Vereinbarung wird vielleicht doch noch ein Schuh daraus.
Für den KAV habe sich mit der nun detailreicheren Vereinbarung – immerhin sind es jetzt schon vier Seiten statt der bisherigen zwei Seiten – nicht viel geändert. Man habe „Missverständnisse“ ausgeräumt, betonte KAV-Generaldirektor Udo Janßen. Von den insgesamt bis 2018 zu reduzierenden Nachtdiensten, sind bis jetzt 28 gestrichen worden. Weitere 12 Nachtdiensträder folgen nun im Oktober. Diese werden nun nach der neu getroffenen Vereinbarung überprüft und genau geschaut, ob sie bleiben oder nicht. Und dort, wo es notwendig ist, wird der laufende Oktober-Dienstplan dann abgeändert. Nach dem Monat Oktober wären dann noch weitere 20 Nachtdiensträder zu streichen. Plan ist es für den KAV weiterhin, mit einer Normalarbeitszeit der Ärzte auszukommen und „ausgeschlafene Ärzte“ zu haben. http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/846393_Neue-alte-Vereinbarung.html

Also 28 sind bereits im September weg gewesenund stehen außer Streit.
Über die verhandeln wir offensichtlich eh nimmer, denn nur so machen die in der letzten Aussendung angesprochenen 11 irgendwie Sinn,
und davon sind 8 einmal weg.

Zwar sprach man von 11, aber eh scho wissen, halt ein kleines Missverständnis.

28+8 = 30 sind augenblicklich offenbar weg …… ich hoffe ich bin nur verwirrt?

Who Framed Roger Rabbit? 
https://de.wikipedia.org/wiki/Falsches_Spiel_mit_Roger_Rabbit

oder doch The Matrixhttps://de.wikipedia.org/wiki/Matrix_(Film)

Written by medicus58

10. Oktober 2016 um 20:25

3 Antworten

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  1. Es schwindelt mir! Jedenfalls erinnert es mich an eine gewisse Denksportaufgabe und zwar:

    Wo ist der 30te Euro?
    Trickrätsel
    Drei Kinder gehen in ein Spielwarengeschäft und wollen sich einen Ball kaufen. Der Verkäufer verlangt 30 Euro. Also gibt jedes der Kinder 10 Euro.

    Der Filialleiter bekommt das Ganze mit und bittet den Verkäufer zu sich, um Ihm mitzuteilen, dass er den Ball zu teuer verkauft hätte. Er koste nämlich nur 25 Euro. Der Verkäufer sollte nun die fünf Euro, die zuviel bezahlt wurden, den Kindern wieder zurückgeben. Allerdings steht der Verkäufer vor einem Problem: Wie sollte er fünf Euro aufteilen, damit er jedem Kind die gleiche Summe zurückgibt? Er beschließt daher, jedem Kind nur einen Euro zurückzugeben und die restlichen zwei selbst zu behalten. Jedes Kind zahlt also letztendlich neun Euro für den Ball, das ergibt total 27 Euro. Zwei Euro hat der Verkäufer eingesteckt, ergibt 29 Euro.

    Wo aber ist der 30te Euro?😉

    Christine Kainz

    10. Oktober 2016 at 21:25


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