Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Ärztestreik, geh bitte …

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Streikabstimmung a

Wir schrieben 2015
Streikabstimmung: Die Frage – Die Forderungen https://medicus58.wordpress.com/2015/06/19/streikabstimmung-die-frage-die-forderungen/
Schau dir „AKH Streik 2015“ auf YouTube an https://medicus58.wordpress.com/2015/05/12/schau-dir-akh-streik-2015-auf-youtube-an/ 
S=T=R=E=I=K https://medicus58.wordpress.com/2016/07/04/streik/
und streikten dann doch nicht ….

Wir stimmen 2016 schon wieder ab

Protest ja

und die Forderungen sind ziemlich ähnlich.

Kein Wunder, dass selbst einige, vor allem jüngere Kollegeninnen und Kollegen sich fragen, ob das Sinn macht und ob Ihnen bei allfälligen Vertragsverlängerungen ein allfälliges „JA“ nicht schaden könnten (Fall Rainer).
Trotz dzt. in den Kinos laufender und gar nicht so schlecht gemachter „Informationsfilmchen“, glaube ich, dass viele Bürger noch viel weniger verstehen werden, weshalb in Wien die Ärzte streiken sollen.

Eine detaillierte Begründung für mein JA zu einem Streik werde ich noch zeitgerecht nachliefern (die Abstimmung läuft ja noch), aber ungeachtet allfälliger Ressentiments, was die Ärztekammer bzw. einige ihrer Mandatare mit diesem Votum dann wieder machen, wäre ein Streik vielleicht die letzte Möglichkeit unsere Mitbürger (und Steuerzahler) darauf aufmerksam zu machen, dass nun hinter Ihrem Rücken das öffentliche Gesundheitssystem so herunter gefahren wird, wie das Pensionssystem.

Die Politik des „Irgendwie“ – und ihre Nebenwirkungen
Die Umstellung der Ärztearbeitszeit wird in Wien mit der Härte der Eiligen vollzogen. Das ist weder aus Patienten- noch aus Steuerzahlersicht lustig.
http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/5067602/Die-Politik-des-Irgendwie-und-ihre-Nebenwirkungen

Alle Befürchtungen (Bettenreduktionen, Abteilungsschließungen, Personalreduktion, Budgetreduktionen, Dienstpläne unter Zwang, …) aus dem Jahre 2015 sind inzwischen voll eingetreten, die Warteschlangen werden größer, der Unmut der Patienten auf Ärzte und Pflege wächst, aber die mediale Diskussion wird von einer mit Millionen an Steuergeld finanzierten Dementier- und PR-Walze der rot-grünen Stadtregierung dominiert, die einzelne publik gewordene Versorgungsengpässe abstreitet und Kritik als Keppelei aus der ärztlichen Komfortzone abtut.

Jeder von den im KAV Tätigen, Ärzte wie Pflege, kennt genügend Bereich, in denen die Versorgung über  jedes verantwortbare Ausmaß eingeschränkt wurde, jedoch kaum einer kennt das Gesamtergebnis der Salamitaktik der letzten Jahre;
die Gesamtzahl der eingesparten, nicht besetzten oder minderqualifiziert besetzten Stellen,
die Gesamtzahl der ersatzlos gestrichenen Dienste,
die Gesamtzahl der reduzierten Ausbildungsstellen,
die Gesamtzahl der Betten- und Stationssperren,
die Gesamtzahl der nicht reinvestierten Geräte,
die Gesamtzahl der offenen Investitionsanträge,
die Gesamtzahl der nicht mehr im KAV erwirtschafteten LKF Punkte, … etc., etc., etc.

Ein offener Arbeitskonflikt ergäbe auch die Möglichkeit unter Aufmerksamkeit der Medien, diese Zahlen an die Öffentlichkeit zu bringen.
Er würde es auch ermöglichen unseren Patienten darzulegen, dass es bei der ganzen Aufregung nicht (nur) um den Wahlkampf in der Kammer oder den Verlust ärztlicher Privilegien sondern um die Sicherung des letzten Netzes einer medizinischen Spitzenversorgung in nicht-gewinnorientierten Krankenhäusern geht, der sowohl die Defizite des extrauralen Bereichs aber auch der Privaten auffängt.
Bislang landete noch jeder komplizierte (und teure) Fall in den KAV Häusern, auch wenn er vorher von anderen Gesundheitsdienstleistungsanbietern lukriert (abgeschöpft oder ausgenommen) wurde.

Fällt dieses letzte Netz, dann heißt es „aus die Maus„, für die G’stopften so wie für die Mittellosen.

Sind in Kenntnis der Tatsachen die Bürger (Steuerzahler) aber mit der von Wehsely und ihrem Beraterklüngel gebotenen „Basisversorgung“ zufrieden, dann erfreuen wir uns alle unserer 40 Stundenwoche und brauchen wir auch auf keine Beschwerden mehr eingehen und kein schlechtes Gewissen mehr, denn dann gibt es endlich einen informed consent des Souveräns. 

Written by medicus58

12. August 2016 um 17:46

2 Antworten

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  1. Es hilft nichts -ohne einen Streik analog zu 2006 in Deutschland wird sich nichts ändern. Die Androhung alleine wird nix bewegen!

    Quacksalber

    12. August 2016 at 19:26

    • Das ist klar, aber wenn zur Überwindung der inneren Differenzen der Kammer diese Abstimmung gebraucht wird, dann sollte sie eindeutig ausfallen.

      medicus58

      13. August 2016 at 08:03


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