Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wer lange schläft, ist früher tot

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Koelldorfer

wer gestern Heute las,
der stolperte auf der Webseite der Gratiszeitung auf obige Pressekonferenz,
wo Frau Magistra Direktor Kölldorfer-Leitgeb sich u.a. über den Schlafrhythmus der Ärzte verbreitete.
Vermutlich unter das Redaktionsgeheimnis fiel, weshalb dieser Beitrag gemeinsam mit zwei anderen gelistet wurde:

Eine Schock-Studie hat die Universität von Sydney veröffentlicht, nachdem Untersuchungen an 200.000 Personen durchgeführt wurden.
Untersucht wurde das erhöhte Sterberisiko bei Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel. Eigentlich nichts Neues, würde das Ergebnis nicht heißen,
dass langes Sitzen und langes Schlafen ebenso tödlich wie Saufen und Rauchen wäre.
http://www.heute.at/lifestyle/gesundheit/Wer-laenger-schlaeft-ist-frueher-tot;art23696,1243039

Vermutlich hat das inhaltlich ebenso wenig mit den Ärzten zu tun, wie die gleich darunter verlinkten Essstörungen von Schülerinnen,
andererseits führt uns der Link zum lachenden Konterfei unserer Gesundheitsstadträtin (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Drei-Viertel-der-Schuelerinnen-wuenschen-sich-Untergewicht;art23652,1227678),
so dass dass man ob der inhaltlichen Zusammenhanglosigkeit der gebotenen Informationen ins Grübeln kommen könnte.

Aber zurück zur Frau Direktor K-L für Organisationsentwicklung , der Generaldirektor ist in der augenblicklichen Diskussion ja ebenso wie Frau Wehsely im medialen Mariannengraben abgetaucht.

Magistra Kölldorfer-Leitgeb, die es durch bemerkenswertes Engagement schaffte, parallel zum Hauptjob als Pflegedirektorin des KFJ auch Akademische Health Care ManagerIn zu werden und ein Studium für Gesundheitswissenschaften zu absolvieren, weiß,
dass die ganze Aufregung in ihrem Konzern ausschließlich von der Ärztekammer angefacht wurde:

Man darf aber auch nicht vergessen, dass es im kommenden Jahr Ärztekammer-Wahlen gibt. Es gibt jedenfalls in unseren Häusern sehr viele engagierte Ärzte, die den Kopf darüber schütteln, dass hier permanent versucht wird, nötige Veränderungen zu blockieren und zu verhindern.

Kein Wort von den Einsprüchen der Personalvertretungen.
Den „Führungsstil“ des KAV kritisiert auch Wolfgang Weismüller, Personalvertreter der Ärzte im KAV und Vorsitzender des Personalgruppenausschusses Ärzte. Der KAV wolle die wöchentliche Arbeitszeit der Ärzte um jeden Preis von wöchentlich rund 55 Stunden auf 42 reduzieren, was zu einer „unglaublichen Arbeitsverdichtung“ führe und die Aufrechterhaltung des Spitalsbetriebs gefährde.
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5043300/Aerzte-drohen-nach-Kurzungen-mit-Streik?from=suche.intern.portal

So ganz sicher ist sie im geforderten Neu-Sprech noch nicht, lässt sie doch durchblicken, wie einseitiger der Prozess war:

Seit einem Jahr sind wir mit den Mitarbeitern im Gespräch, haben unzählige Workshops veranstaltet und dargestellt, wie das neue Dienstzeiten-Modell umzusetzen ist.

http://kurier.at/chronik/wien/krankenhaus-managerin-es-geht-nicht-um-einsparungen/209.260.728

Die ganze Verhöhnung geht aus der Pressemappe zum Thema, die der KAV am 4. Juli verteilt hat hervor:

Die Generaldirektion hat die Umsetzung massiv unterstützt und den Stand der Umsetzung genau beobachtet. Ergebnisse:

  • In den Abteilungen, die auf das neue Dienstzeitmodell umgestellt haben, sind die Vorteile für die MitarbeiterInnen und die PatientInnen evident.

Liest sich doch nach dem wohlwollenden Auge von Big Brother und delegiert wie immer die Schuld nach unten:

  • In vielen Bereichen ist noch nicht gelungen, die Dienstpläne der ÄrztInnen gemäß dem neuen Modell umzugestalten

Warum wohl, weil es nicht genug Ärzte mehr gibt?
Weil sich die Patienten noch immer in den Nachtstunden einbilden akut zu erkranken?
Weil da die Rahmenbedingungen doch noch nicht so erfüllt sind, wie behauptet?

OK, da kann man wirklich nur mehr den Kopf schütteln …

Wir wollen aber auch nicht vergessen, wer bei dieser Pressekonferenz neben Frau Direktor saß und ebenfalls „im Namen der KAV Ärzte sprach“::

Dr. Lothar Mayerhofer,
Ärztlicher Direktor (und ehemaliger OA auf der Notaufnahme, machte seine Managementausbildung auch neben seinem Direktionsjob), Donauspital
Donauspital: Ein Arzt weniger in der Nacht auf der Notaufnahme
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Donauspital-Ein-Arzt-weniger-in-der-Nacht;art23652,1302344
Die in Notfallambulanzen notwendige Vorhalteleistung für unvorhersehbare Spitzenbelastungen wird durch die Zusammenarbeit mit der Internistischen Stammabteilung sichergestellt“, betont Mayerhofer.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160620_OTS0120/donauspital-weist-oevp-und-aerztekammer-kritik-an-fehlenden-nachtdiensten-zurueck

… die gerade Dienste einspart und (siehe unten) nicht einmal mehr am Tag genügend Ärzte hat …

Prim. Prof. Dr. Christian Sebesta
2.Medizinische Abteilung, Donauspital UND
Medizinische Abteilung KH Floridsodorf
In den Monaten Juli und August 2016 sind an der Onkologischen Ambulanz der 2. Medizinischen Abteilung keine planbaren Neuvorstellungen von Patienten möglich.“
http://diepresse.com/home/panorama/wien/5048195/Aufregung-um-Sommersperre-im-SMZ-Ost
http://kurier.at/chronik/wien/machtkampf-um-wiens-spitaeler/82.938.022

Prim. ao. Univ.-Prof. Dr. Andreas Steiner 
Dermatologische Abteilung, Wilhelminenspital UND
Dermatologische Abteilung, Krankenhaus Hietzing
http://hautarzt-wien.at/ordination/

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch
Medizinische Abteilung, Kaiser-Franz-Josef-Spital
Seine Ordinationszeiten (gemeinsam mit seinem eigenen  OA Dr. Hermann Laferl)
Mo und Do 15:00 – 18:00

http://www.praxisplan.at/17117/Christoph-Wenisch

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe 
Medizinische Abteilung, Wilhelminenspital
Seine Ordinationszeiten im Privaten Ordinationszentrum Döbling
Montag: 16:00 – 18:00

 

Written by medicus58

12. Juli 2016 um 20:16

3 Antworten

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  1. Mir dreht sich alles!
    UND bitte, wie ist es möglich, dass 1 Prim. Vorstand von Abteilungen in 2 verschiedenen Krankenhäusern sein kann??? (ist das schon Einsparung?)
    UND bitte, wie vielen Privatpatienten kann man sich in 3 bzw. 2 Stunden widmen???
    UND bitte, was mache ich mit meinem Krebsverdacht jetzt über den Sommer. Muss ich mich ZU TODE FÜRCHTEN? Das fehlt übrigens noch beim „erhöhten Sterberisiko“…

    Christine Kainz

    12. Juli 2016 at 20:54


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