Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Zur Quadratur des Kreißsaals

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rotstift

Dass Wien planerisch den Stein des Rotstifts, wenn schon nicht den Stein der Weisen, gefunden hat und deshalb vermag wovon andere nicht mal albträumen, ist für den geneigten Leser wohl nix Neues.

Als einziges Bundesland glaubte Wien trotz des von der EU erzwungenen neue Ärztearbeitsgesetzes den Status quo der Versorgungsleistung aufrecht erhalten und gleichzeitig 382 Ärzteposten eingesparen zu können!
Die Teillösung der Volllösung einer Verarschung http://wp.me/p1kfuX-Wv

Im medialen Geschwubel der Neu-Neu-Auflage des Spitalkonzepts 2030, mit all den Abteilungsschließungen und Aushöhlungen ehemaliger Schwerpunktspitäler,
(Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9;
Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren! http://wp.me/p1kfuX-143 )
blieb eine andere rechnerische Volte des Rathauses unbemerkt.

Nicht dass da irgendeiner glaubt, dass 2030 das nunmehr Hinausposaunte noch irgendjemanden interessieren wird, aber bemerkenswert ist schon, dass sich niemand darüber gewundert hat,
wie das Runterfahren der Spitalslandschaft zum Rauffahren der Bevölkerungszahlen passt.

Kaum ein Tag vergeht, wo nicht irgendein Mitglied der rot-grünen Stadtregierung anerkennend davon stabreimt: Wie Wien wächst

Klar, irgendwie muss ja auch die rasant steigende Schuldenlast der Stadt argumentiert werden und da trifft es sich im Politischen wie im Wirtschaftlichen gut, wenn man auf Wachstum verweisen kann.
Finanzstadträtin Brauner: Bereits im Jahr 2029 könnte die Donaumetropole die Grenze zu zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten haben und in den darauffolgenden Jahren noch weiter wachsen
https://www.wien.gv.at/statistik/publikationen/wien-waechst.html

Weiters liest man da:

WIEN WÄCHST … UND IN DEN KOMMENDEN JAHREN WIRD WIEN JÜNGER UND ÄLTER ZUGLEICH.

und man könnte wohl annehmen, dass das mit einem vermehrten Bedarf an Kreißsälen und Spitalsbetten einhergehen sollte, jedoch hätte man da das Spitalskonzept mit den Grundrechnungsarten erstellt.
Wie bei der Kreditaufnahme in Schweizer Franken, macht es sich da der Wiener Rathausmann oder die Schwäbische Rathausfrau doch nicht so einfach!

Selbst nach dem ominösen 2030 geht nach Meinung der Stadtstatistiker diese Bevölkerungszunahme ungebremst weiter:
Am Ende des Zeithorizonts (2044) könnten etwa 2,11 Millionen Menschen in der Bundeshauptstadt residieren.
Nur zum Vergleich, 2014 waren in Wien 1.774.829 Personen hauptgemeldet!

Wien ist jetzt schon größer als die 44 größten Österreichischen Gemeinden zusammen! (https://wien1x1.at/site/wien-waechst-am-weg-zur-europaeischen-metropole/)

Während aber kaum jemand daran zweifeln würde, dass zum Beispiel Graz eine eigene Augenabteilung haben sollte, wird die einzige transdanubische Augenabteilung im Donauspital nun abgesiedelt. Die Bevölkerung Transdanubiens entspricht zahlenmäßig der der steirischen Landeshauptstadt, hat aber im Gegensatz zu dieser ein positives Bevölkerungswachstum. Lernen Sie Wienerisch!

Wir können nur bewundernd zur Kenntnis nehmen, mit welcher Gelassenheit das Wiener Rathaus zwar die zunehmenden Einnahmen aus dem erwarteten Bevölkerungswachstum bereits einkalkuliert, aber gleichzeitig davon überzeugt ist, dass ein Zuwachs von einer halben Million Einwohner durch weniger Vorhalteleistung an Spitalsversorgung kompensiert werden kann.

Aber, ach ja, wir haben ja schon ein PHC (PHC: Für wie blöd halten uns die eigentlich? http://wp.me/p1kfuX-11t), dass das alles auffangen wird, oder vielleicht ein zweites, irgendwo in einer leerstehenden Immobilie (Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz), dass das alles abfedern wird.

Und natürlich das AKH, das ja angeblich ein Viertel der Versorgungsleistung Wiens bietet, auf das ist Verlass.
Nur blöd, dass man in dem gestern so bejubelten neuen Zusammenarbeitsvertrag dort die Anzahl der Ärzte gleich einmal auf 1500 eingefroren hat (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/797866_Neue-Fuehrungsstruktur-fuer-das-AKH.html).

 

Oder vielleicht greift doch einmal die abgestufte Versorgung. Nur was tun, wenn die Patienten begreifen, was damit eigentlich gemeint ist, wenn sie vergeblich nach der zweiten geschweige denn dritten Stufe suchen?

Written by medicus58

28. Januar 2016 um 22:02

Veröffentlicht in Gesundheitssystem

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