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Wehselys Coup: Wien lässt sich Demontage der öffentlichen Spitäler von der EU finanzieren!

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Kav

Fest steht, dass am kommenden Dienstag (19.1.2016) Stadträtin Wehsely wiedereinmal das Spitalskonzept 2030 anpreisen wird.

Dieser Sachverhalt wäre an sich eher die Fortsetzung eines Treppenwitzes, über dessen ersten Stufen hier schon mehrfach berichtet wurde:

Als Wehsely am März 2011
https://www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/spitalskonzept.html
http://www.wienkav.at/kav/ZeigeText.asp?ID=36461
dieses scheinbar zukunftrsträchtiges Programm verkündete, handelte es sich um – sachlich sinnvolle –Schließung einiger kleinerer Spitäler.

„Die Qualität der Akutversorgung besteht nicht darin, ein Spital um die Ecke zu haben.“

Die Zentralspitäler (AKH, WSP, KHL, KFJ, RUD, DSP und irgendwann KH Nord) sollten zukünftig mit ihrem kompletten Fächerkanon die stationäre Versorgung sichern.

Wir wollen in Zukunft nicht mehr 12 Häuser in Konkurrenz, sondern sieben (!) kooperierende Spitalsorganisationen.

2012 wurden (unter kräftiger Beteiligung der Wiener Gesundheitsstadträtin) die bundespolitischen Weichen (im Österr. Strukturplan Gesundheit) gestellt, das Leistungsspektrum von Schwerpunktkrankenhäusern auszuhöhlen:
Die Potemkinschen Spitäler http://wp.me/p1kfuX-n8
Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte
http://wp.me/p1kfuX-Br

2014 war dann klar, dass auch in Wien die sieben (6 Schwerpunktkrankenhäuser und 1 Zentralkrankenhaus) das Geschichte sind und die Spitäler unter dem Titel „Schwerpunktbildung“ so ausgehöhlt werden, dass nur mehr jeweils zwei Spitäler gemeinsam das Leistungsspektrum eines Schwerpunktkrankenhaus bieten werden (Wien entledigt sich der Unbequemen an der Front http://wp.me/p1kfuX-J2).
Paarbildung, hieß das plötzlich und nun waren es nur noch vier (3 Pärchen, die jeweils ein Schwerpunktspital darstellten und 1 Zentralspital, das AKH).
Der Kahlschlag hätte eigentlich viel größer ausfallen sollen und die Rudolfstiftung komplett gesperrt werden (http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,976181) was aber der Bezirk vorerst verhindern konnte. Ende des Jahres fand man sogar nicht unspaßige Wortschöpfungen um zu vernebeln, dass es sich hier um eine signifikante Verschlechterung in der Patientenversorgung handelt (KAV: Superkalifragilistisch Expealigorisch http://wp.me/p1kfuX-RB). Etwas, was Ende 2015 sogar der Wiener Ärztekammerpräsident sehr deutlich machte: KAV / ÄK Hick Hack http://wp.me/p1kfuX-13T

Dass Wehsely nun zu Beginn 2016 die neueste Version des Spitalskonzeptes (Spitalskonzept 2030 und die „wehsentliche“ Wandlungen seiner Produktdeklaration http://wp.me/p1kfuX-K9; Schwerpunktbildung ist das gesundheitspolitische Codewort für Einsparung http://wp.me/p1kfuX-13f) verkündet, wäre eigentlich nur der übliche Alte Wein in Englischen Schläuchen (AGB der Gesundheitsreform müssen her http://wp.me/p1kfuX-D7).

Sie wird aber sicher nicht die ersatzlose Streichung einer ganzen Reihe von Fachabteilungen in den Vordergrund stellen,
gegen den nicht nur die Protestbriefe der betroffenen Abteilungsleiter und des Mittelbaus sondern auch schon welche der niedergelassenen Ärzte im Rathaus eintrudelten.

Sie wird sicher nicht erklären, wie die geplanten interdisziplinären Belegstationen den funktionieren sollen, wenn grad mehrer Fächer akut ein Bett belegen müssen und
sie wird sicher nicht erklären, dass mit der Master-Betriebsorganisation
(Master-Betriebsorganisation im KAV: Da fährt die Eisenbahn drüber http://wp.me/p1kfuX-NS
Hurra, Terminambulanz! Ein Geschenk vom frisch gebackenen KAV Chef http://wp.me/p1kfuX-RP
Spezialisierung zur Qualitätsverbesserung ist out, im Spital gibt’s fachärztlichen Pannendienst http://wp.me/p1kfuX-Pr)
in Zukunft Ärzte nur mehr die Verantwortung tragen dürfen, die Prozesse aber von anderen gesteuert werden.

Es mag auch bezweifelt werden, dass Wehsely sich dafür loben lassen wird, das es zukünftig in ganz Wien nur mehr eine Augenabteilung geben wird,
in vielen Häusern bald für multimorbide Patienten keine fachspezifische Versorgung für dermatologische, neurologische, urologische, opthalmologische oder otologische Probleme mehr vorgehalten wird.

Wir werden auch kaum Informationen darüber bekommen, wie viele Nachtdienste bereits gestrichen wurden, ehe noch die versprochenen zentralen Notaufnahmen personell und strukturell ausgebaut wurden und
welchen Grad an fachärztlicher Betreuung ein mit Magenbeschwerden eingelieferter Patient in einem KAV Haus ohne Kardiologen erfahren wird, der sich als akuter Hinterwandinfarkt entpuppt hat

All das wird Wehsely vermutlich nicht so deutlich ansprechen.

Es werden Wetten angenommen, dass sie freudig verkünden wird, dass die augenblickliche Zerschlagung des öffentlichen Krankenhauswesens in Wien finanziell von der Europäischen Investitionsbank unterstützt werden wirdhttp://kurier.at/wirtschaft/wirtschaftspolitik/molterer-haben-gewaltiges-stueck-arbeit-vor-uns/175.074.361

Komisch nur, dass dieser Fond mehr Beschäftigung fördern sollte.
Offenbar sind dabei aber nicht die Gesundheitsberufe sondern die Bauwirtschaft gemeint (Eine große Familie baut sich viele Häuser http://wp.me/p1kfuX-kg).

Lang, lang ist’s her, als Wehsely noch mit Gen.Dir. Marhold glücklich lächelte, dass die Europäische Investitionsbank einen 300 Millionen Eurokredit für das 2015 in Teilbetrieb gehende Krankenhaus Nord rausrücken sollte.
http://www.wienkav.at/kav/khn-pm/ZeigeText.asp?ID=32787 

Jetzt geht’s um deutlich mehr Knete. Jetzt geht’s um die Renovierung, Sanierung und Ausbau des Wilhelminenspitals, des Kaiser-Franz-Josef-Spitals und des Krankenhauses Hietzing im Rahmen des Wiener Spitalkonzepts 2030
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/4904826/Neuer-EUFonds-fordert-Wiener-Spitaeler?_vl_backlink=/home/nachrichten/oesterreich/4904633/index.do

Es darf nur gehofft werden, dass es die Europ. Investitionsbank mit den angegebenen Zeithorizonten nicht so genau nimmt (Nordlichter, weshalb der Stadt für Ärzte und Pflege kein Geld mehr bleibt http://wp.me/p1kfuX-X3).

Written by medicus58

15. Januar 2016 um 21:50

3 Antworten

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  1. Ob ein Ausbau statt findet (z.B.KHR), schau ma mal……..Da es nicht mal Geld für ein U-Gerät gibt, wir mit dem alten nichts mehr erkennen können und uns das seit 3 a versprochen wird, bin ich vorsichtig.

    Dr. Silvia Wogritsch

    15. Januar 2016 at 22:35

  2. Leute, so seht es doch ein. Das Geld wird dringend an anderer Stelle gebraucht http://wien.orf.at/news/stories/2801378/

    Christine Kainz

    5. Oktober 2016 at 23:15

    • Das passt schon, ärgerlich dass sie das im Willkommenstaumel abgestritten hat.

      medicus58

      6. Oktober 2016 at 08:13


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