Sprechstunde

über alles was uns krank macht

So funktioniert die Generaldirektion des KAV: Chronik der Unwahrheiten

with 10 comments


KAV

16.12. – Erste Informationen machen die Runde, dass der KAV eine externe Firma beauftragt hat die Tätigkeiten der Ärzte im Nachtdienst elektronisch zu monitieren.
19.12. Die Informationen erreichen die Ärztekammerhttp://schuetzenwirunserespitaeler.at/einsparungen-ueberwachung-und-neue-ideen-um-aerzte-zu-frustrieren/

21.12.: Die Medien berichten flächendeckend:
http://kurier.at/chronik/wien/wiener-spitalsaerzte-sollen-sich-kuenftig-selbst-ueberwachen/170.741.427
http://derstandard.at/2000027875965/Wiener-Spitaeler-Aerzte-fuerchten-Ueberwachung-und-Einsparungen
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4892158/Gesundheit_Aerzteprotest-gegen-Ueberwachung?_vl_backlink=/home/leben/gesundheit/index.do
http://wien.orf.at/news/stories/2748600/

21.12. 20:52 Resolution des PGA ÄrztInnen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Ärztinnen und Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund protestieren auf das heftigste gegen elektronische Kontroll- und Überwachungssysteme der Patientenbetreuung von Ärztinnen und Ärzten. 
Die Ärztinnen und Ärzte im Wiener KAV arbeiten schon jetzt am Limit und verwehren sich gegen eine weitere Erschwerung der Patientenbetreuung durch patientenferne Administration. 
Erschwerend kommt hinzu dass diese Maßnahme ohne Absprache mit den betroffenen Ärztinnen und Ärzten hätte umgesetzt werden sollen. Diese Vorgangsweise des KAV ist absolut inakzeptabel und zeugt von einer nicht zu tolerierenden Unternehmenskultur. 
Für den PGA ÄrztInnen
Wolfgang Weismüller, Vorsitzender

Trotz dieser klaren Faktenlage, der KAV wollte wieder einmal mit Hilfe externer Berater ein Projekt gegen seine Mitarbeiter durchpeitschen, dementiert der Pressedienst der Stadt Wien im Namen des Generaldirektors des KAV und beschuldigt anderer der Lüge!

22.12. 13:25 KAV zur Messung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer verbreitet Falschinformation
Aufgrund der Medienberichterstattung der vergangenen Tage zum Thema Tätigkeits- und Belastungsanalyse der Nachtdienste in zwei Wiener Gemeindespitälern hält der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) fest, dass diese Studie explizit auf Wunsch der Ärzteschaft und der Interessensvertretung geplant wurde. „Hier verbreitet die Ärztekammer wider besseren Wissens ganz bewusst Falschinformationen. Damit führt sie leider ihren unsachlichen Kurs des vergangenen Jahres weiter“, so
KAV-Generaldirektor Udo Janßen.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0098/kav-zur-messung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-verbreitet-falschinformation

22.12. 17:42 Überwachung der Arbeitsbelastung im Nachtdienst: Ärztekammer korrigiert KAV
Weder Personalvertretung noch Ärztekammer waren eingebunden
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151222_OTS0125/ueberwachung-der-arbeitsbelastung-im-nachtdienst-aerztekammer-korrigiert-kav

Hier geht es nicht um die berechtigten Wünsche einer Arbeitgeberin den eigenen Personaleinsatz zu überprüfen. Erst kürzlich wurden mehrere Abteilungen hinsichtlich des Personalsbedarfes von einer externen Firma überprüft, das – vermutlich dem KAV nicht genehme – Ergebnis aber unter Verschluss gehalten. Hier geht es um einen mit Steuergeldern finanzierten Versuch der Orwell’schen Umdeutung der Fakten. Das ist unerträglich!

Wie die Vertragsverlängerung des Generaldirektors, der derartige Managementfehler begeht, politisch schön geredet werden wird, werden wir bald erleben.

Written by medicus58

23. Dezember 2015 um 12:31

10 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Sehr interessant auch die differenzierte Berichterstattung (von „ärztefreundlich“ im Kurier bis „KAV-gesteuert“ im standard Marie Teres Egyed)

    doc141

    23. Dezember 2015 at 12:36

  2. Es wäre sehr schön, wenn die ÄK auf Rufschädigung klagt. Die Fakten versprechen ja offenbar einen positiven Ausgang des Prosesses und es würde untermauern, dass die ÄK kein doppeltes Spiel betreibt

    MD

    23. Dezember 2015 at 18:19

    • Fände ich auch gut, glaube aber dass die inneren und äußeren Interdependenzen der Kammer das nicht erlauben. Dazu ist die ÄK zu sehr Teil des Systems …😉

      medicus58

      23. Dezember 2015 at 18:30

  3. Diese elektronische Überwachung ist die direkte Fortsetzung des von Ihnen angesprochenen Projektes. Die EbnerHohenauerCons. hat vom HCM (Prof. Binder)den Auftrag bekommen, ein Personalbedarfsberechnungstool zu erstellen. Dieses sollte leistungs- und fallbezogene Daten heranziehen und den Personalbedarf berechen. Unter Mitarbeit der Vorstände aller kardiologischen, chirurgischen und gynäkologischen Abteilungen wurden die Daten von der subbeauftragten Consulting AG(Beratungsfirma Nr. 2) erhoben und nach Evaluation verarbeitet. Diese Consulting AG hat interessanterweise ein identes Tool bereits für mehrere große Krankenhausträger(NÖ, ST, AUVA)erstellt. Für dieses Projekt war sie allerdings nur für die Datenerhebung und ihr bereits funktionierendes Tool nur als benchmark für die Neuentwicklung von EHC vorgesehen. Vielleicht auch deswegen, weil das Programm der Consulting AG in den anderen Bundesländern mit ganz wenigen Ausnahmen einen Personalmangel errechnet hatte. Für Anfang November gab es bereits Termine für die Präsentation der Ergebnisse. Diese wurden ohne Angabe von Gründe abgesagt. Eine Anfrage der Fachgruppenkommission Chirurgie bezüglich dieser Ergebnisse ist bis zum heutigen Tag nicht beantwortet. Stattdessen wurde Ende November die PV HG II über eine Erweiterung des Projektes informiert, die die elektronische Überprüfung der Nachtdiensttätigkeit(durch eine 3.(!) Beraterfirma) an einzelnen Abteilungen um Jänner umfassen sollte. Mit ein paar unbedeutenden Einschränkungen wurde das durchgewinkt. Da anscheinend auch der Diensstellenauschuß Hietzing nichts dagegen einzuwenden hatte, wurden die Geräte Mitte Dezember ohne vorherige Information an dortige Mitarbeiter verteilt. Soviel zu Chronologie und Hintergründen. Bewertung folgt.

    doktorinwien

    23. Dezember 2015 at 21:09

    • Und die Ärztekammer, insb Präsident Szekeres wusste nichts davon?

      doc141

      23. Dezember 2015 at 22:51

      • Das ist ein KAV internes Projekt ohne Beteiligung der ÄK.

        doktorinwien

        24. Dezember 2015 at 00:54

    • Herzlichen Dank

      medicus58

      24. Dezember 2015 at 09:02

  4. Schade, dass es wieder einmal NICHT
    um Menschen geht, sondern um die Profilierung von frustrierten Beamten mittels
    Einsparung zu Ungunsten der Patienten und ihrer Helfer, den Ärzten.Ich fürchte, es werden Viele sterben müssen.
    Der Hass auf die Ärzte ist weit verbreitet
    Nur weil man ihnen die Macht des Wissens neidet,sollen sie doch selbst was lernen.

    Dr. Liane Saxer Novotny

    27. Dezember 2015 at 09:14

  5. Hi, ich habe diesen Blogbeitrag auf https://www.facebook.com/RuecktrittvonSonjaWehsely geteilt. Womöglich finden sich weitere Interessenten und Mitstreiter. Freue mich über jede Form der Unterstützung. Danke für den Artikel!

    suroalex

    19. Januar 2016 at 09:56


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: