Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Rot Grün in Wien: More of the Shame

with one comment


rotgruen

Auch wenn nun alle darüber debattieren, wie Frau Vizelakou unter über oder durch die Lobau kommen wird, soll uns bei der Neuauflage unser Landesregierung hier eher beschäftigen, wie es denn mit dem Kahlschlag der öffentlichen Gesundheitsversorgung weiter geht.
Also nehmen wir das Regierungsübereinkommen 2015 zur Hand und lesen nach, was sich die alten und neuen HerrInnen der Stadt so vorgenommen haben.

Solidarische Gesundheitsversorgung, klingt einmal gut, übrigens auf Seite 74 zu finden …
und man warnt vor dem „europaweiten schleichenden Privatisierungsdruck„.

Nur eigenartig, dass man seit Jahren in die Führungsetagen des KAV ausschließlich Leute holte, die im Dienste privater Gesundheitsdienstleistungsanbieter stehen bzw. für die arbeiteten ….

Unter Vereinbarungen beruft man sich auf das 2011 vorgestellte (und seither mehrfach gänzlich veränderte) Wiener Spitalskonzept 2030, also den laufenden Prozess aus vielen kleinen und 5 Schwerpunktspitälern drei Paare ausgehöhlter „Schwerpunkte“ zu basteln. Natürlich vereinbaren auch Rot-Grün die Rolle des AKH, nur halt dumm, dass es weiterhin keine gemeinsame Führung (Stadt/Bund) in Österreichs größtem Spital gibt…

Mit einer Palette an aufeinander abgestimmten Maßnahmen wird die Stadt- und Landesregierung in der kommenden Legislaturperiode sicherstellen, dass Leistungsspektrum und Qualität auch in Zukunft der Erwartunghaltung der breiten Mehrheit der Wiener Bevölkerung entsprechen.

Da die breite Mehrheit der Stadt nicht so schwer krank ist, dass sie den KAV benötigt, kann dieses Vorhaben sogar gelingen. Eine Umfrage unter den ambulanten und stationären Patienten im Wiener Krankenanstaltenverbund würde sicher anderes ergeben. Schwer vorstellbar, dass monatelange Wartezeiten auf Spezialambulanzen, geschlossene Abteilungen und durch Bürokratie und sinnentleertem Reformismus gestresstes Personal der sehnlichsten Erwartung der Wiener entsprechen.

Dazu gehört der Medizinische Masterplan 2030 mit seinen interdisziplinären berufs- und fachübergreifenden Schwerpunktsetzungen sowie die entsprechende Transformationsplanung.

Will heißen, die die es in ein Krankenbett geschafft haben, werden von Eierlegenden-Wollmilch-Säuen betreut, denn Spezialisierung ist vielleicht für die Berater ein Thema, aber in der Medizin muss dann eh jeder alles so irgendwie können.

Die Stadt Wien ist sich bewusst, dass die 30.000 Mitarbeiter des KAV (sind es noch so viele?) … von den tiefgreifenden Veränderungen der letzten und der kommenden Jahre unmittelbar betroffen sind. Daher wird im Spitalskonzept der Fokus zukünftig gezielt aud fie medizinische Kernleistung und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen gelegt.

Nur Naive glauben, dass das heißt, dass die desaströse EDV-Infrastruktur  ersetzt wird, die allen Berufsgruppen Nerven und produktive Arbeitszeit kosten. Die Millionen sind ausgegeben (Impuls-KIS, Dienstplanung, .. etc.) und für wirklich zeitgemäße Lösungen fehlt das Geld.

Die PatientInnen müssen optimalen Zugang in zeitlicher sowie räumlicher Hinsicht zu den für sie notwendigen Leistungen haben.

und am besten eine Öffi-Jahreskarte, wenn sie bald für ein Augenproblem nur mehr in die Rudolfstiftung fahren können, wenn die Schilddrüse imPrivatspital operiert wird und die Nachsorge in einer Ambulanz am anderen Ende von Wien erfolgt, wenn in manchen Häusern halt kein Urologe mehr im Nachtdienst zur Verfügung steht, …

Sämtliche Berufsgruppen im KAV werden geschult, um die Qualität der Versorgung von PAtientInnen mit Behinderungen sicher zu stellen und ausreichende Versorgung zu gewährleisten.

Klingt gut, habe aber gehofft, dass das schon bisher der Fall war.

Noch ein bisschen Frauengesundheit und Gut versorgt im Alter und aus ist es mit dem Thema auf Seite 79 …
also Gesundheit und Pflege  auf weniger als 6 Seiten, des 139 Seiten dicken Pamphlets

Wir dürfen also davon ausgehen, dass die Aushöhlung der Spitalslandschaft weiter geht,
im Dezember 2017 jedenfalls die Ströck-Filiale im Krankenhaus Nord eröffnen wird,
die Erweiterung der Notfallaufnahmen aus Platzmangel und die PHCs wegen mangelnder Attraktivität Papiertiger bleiben und
die grüne Patientenanwältin nur jene Fragen aufwirft, die dem Koalitionspartner nicht allzu sehr stören und ihren Posten nicht gefährden …

http://images.derstandard.at/2015/11/14/regierungsuebereinkommen-2015.pdf 

 

 

Written by medicus58

17. November 2015 um 22:31

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. SUPER,danke!!!!!

    Dr. Silvia Wogritsch

    18. November 2015 at 00:27


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: