Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Und dann macht’s Klick: Gedanken über Ärzte und Blogger

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maus

Jetzt führe ich seit fast 5 Jahren einen Blog.
Wie bekannt nistete ich mich zuerst auf einem inzwischen eingestellten Server ein (Ende eines Blogs http://wp.me/p1kfuX-Sf) und wechselte zuerst zögerlich und dann konsequent auf wordpress.com.

In diesen Jahren erlebten meine Artikel etwa 200.000 „Klicks„.
An meinem besten Tag (2.3.2015) war dies sogar über 2.800 mal der Fall.

Da stellt sich schon die Frage, ob man denn als Arzt für seine Umgebung nicht mehr tun sollte, als sich um ein paar Mausklicks bemühen.

Dann stolperte ich über das Freeware-Tool MouseClickr
(http://www.softpedia.com/get/System/System-Info/Mouse-Clickr.shtml),
das ohne Installation auf jedem Rechner brav die Mausklicks mitzählt, die wir alle täglich ausführen müssen, um in unserer voll durchdigitalisierten Arbeitswelt, unseren Job zu machen.

Für einen angestellten Arzt bedeutet das neben der inzwischen für uns alle üblich gewordenen Durchsicht der Mailbox auch einen Blick auf die Mitteilungen der Generaldirektion, deren Weisungen in immer kürzeren Abständen zum Geltungsdatum eintrudeln.
Aber auch in der Patientenversorgung geht nichts mehr ohne den Griff zum digitalen Nagetier.

Einloggen in das KIS,
Abfragen der Befunde der stationären oder ambulanten Patienten,
Anmelden des Patienten im RIS für die verschiedenen Röntgenuntersuchungen,
im LIS für die gewünschten Laboruntersuchungen.
Überprüfung und elektronische Signatur des Arzt- oder Ambulanzbriefes,
Suchen eines Operationsberichtes im Medarchiv, weil der Patient behauptete in einem anderen Krankenhaus vor einem Jahr „am Krebs“ operiert worden zu sein,
die Befunde des Arztes in Ausbildung gehören noch korrigiert und vidiert,
und dann kommt der Krankenträger auch nur, wenn er mittels EDV angefordert wird….

Um also überhaupt ärztlich tätig werden zu können, sind unendlich viele Mausklicks erforderlich.

Natürlich nicht unendlich viele, mit MouseClickr ließ sich das sehr leicht messen.

Pro Tag kamen somit im Mittel 8000 Klicks auf der linken Maustaste und 1500 Klicks auf der rechten Maustaste zusammen.

Insgesamt als 9500 Klicks pro Arbeitstag!

Also pro Jahr mache ich beruflich als Arzt mehr Klicks als ich bei meinen Blog-Lesern in 5 Jahren auslösen konnte.
Was man daraus nun auch immer ableiten möchte, eines sei den angehenden Kollegen und Kolleginnen ins Stammbuch geschrieben:
Während früher der Tennisarm als typische Berufserkrankungen des Arztes gelten konnte, sind wir zukünftig mehr von Karpaltunnelsyndromen bedroht. < irony off>

Written by medicus58

26. Juli 2015 um 11:03

2 Antworten

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  1. Welcome to the club. Das geht uns auf anderen Feldern genauso. Früher musste man dafür 5000 mal den Zeigefinger um den Griffel legen. Die Zukunft: Sprachsteuerung.

    Konrad

    26. Juli 2015 at 12:41

    • Also meine Erfahrungen mit Sprachsteuerung aber auch mit Spracherkennung sind, soweit es um medizinische Belange geht, sehr schlecht. Das liegt aber auch daran, dass insbesondere im KAV für sehr viel Geld sehr schlechte EDV eingekauft wurde.

      medicus58

      27. Juli 2015 at 14:12


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