Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Die Leere nach dem Sturm bzw. die Lehre aus dem Sturm

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smile

Nachdem Stadträtin Wehsely
sowohl den Wiener Ärztekammerpräsidenten als auch seinen Stellvertreter ausmanövriert, abgefotzt (Lohn der Genossen: ÄK Chef Szekeres zum Abschuss freigegeben http://wp.me/p1kfuX-UT) und zuletzt einseitig der politischen Arena verwiesen hat (http://wien.orf.at/news/stories/2709529/), ist das öffentliche Interesse am Dienst- und Besoldungspaket für die angestellten Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund gegen Null gesunken. Damit hat die Gesundheitsstadträtin und ihre trojanischen (Berater)Pferde die Grundlagen geschaffen, die Krankenhäuser des KAV auf eine reine Akut- und Basisversorgung herunter zu fahren ohne dass es der wählenden Bevölkerung überhaupt bewusst wird, was da gespielt wird.

Die Durchschnittsverdiener (Proleten kommt so schlecht) vor dem Anmeldeschalter pöbeln bestenfalls ihresgleichen hinter der Scheibe an, wenn die Wartezeiten auf medizinische Versorgung nicht mehr in Tagen und Wochen, sondern in Monaten und Jahren gemessen wird, durchschauen aber die politische Absicht nicht, wenn gleichzeitig „ihre“ Stadträtin (http://wien.orf.at/news/stories/2707273/) den Plänen eines Privatspitals neben dem AKH ostentativ offen gegenüber steht.
Die „Ösi Roten“ haben von Blairs „New Labour“ gelernt und Wehsely ist nicht die einzige die hier in Österreich, das öffentliche Krankenanstaltensystem für die Privatisierung freischießen möchte. LH Voves, versucht dies seit Jahren (http://wp.me/p1kfuX-lV,  http://www.kpoe-steiermark.at/steirische-spitaeler-droht-neuerliche-schliessungswelle.phtml), schließlich hat er nicht nur Eishockey gespielt sondern auch bei der Merkurversicherung seine Brötchen verdient.
Anders als Voves, der aus seinen Plänen öffentlich nie ein Hehl gemacht hat, umgab sich Wehsely vorsorglich mit Berater, die die Privatisierung als alternativlos vorbereiten:

Reich wird, wer das Seine jedem verkauft: Die Gesundheitsberater http://wp.me/p1kfuX-P7
Dr. Ebner – Die “objektive” Krake im Gesundheitssystem http://wp.me/p1kfuX-xw
Warum wir die Medizin nicht Ökonomen überlassen dürfen, auch wenn es schon zu spät isthttp://wp.me/p1kfuX-lq
Nach dem Köck auch den Bock zum Gärtner … http://wp.me/p1kfuX-cy
Wer macht da den Köck zum Gärtner? http://wp.me/p1kfuX-cs

Als Wehsely Ende Jänner einseitig eine Einigung zwischen Gewerkschaft, Personalvertretung und Ärztekammer verkündete, in Wahrheit haben alle Verhandler nur vorbehaltlich der Unterstützung ihrer Gremien unterzeichnet (http://wien.orf.at/news/stories/2691951/), hat sie bereits den nächsten Etappensieg eingefahren.
Dass sie es darüberhinaus für notwendig hielt, den Boulevard noch mit der sachlich völlig falschen Schlagzeile „25% mehr Geld für weniger Arbeitszeit“ (Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen http://wp.me/p1kfuX-Tm) zu bedienen, entsprang mehr ihrer politischen Sozialisierung in Faymanns Tradition als einer echten Notwendigkeit.
(Für die Uneingeweihten, für die überwiegende Mehrheit der Ärzte bedeutet diese „Reform“ eine Minimierung der Verluste und keine Gehaltserhöhung; die Abteilungsvorstände verdienen dann weniger als ihre langgedienten Fachärzte und das augenblicklich vom Komplizen Meidlinger kolportierte Primarärztegehalt von 8793€ für 48h Arbeitszeit (http://kurier.at/chronik/oesterreich/wer-im-spital-wie-viel-verdienen-soll/129.539.783) ist sachlich falsch:
PÄ haben eine rund um die Uhr Bereitschaft und keine 48h Tätigkeit und keiner, der von extern (z.B. nach einer universitären Karriere) in den KAV wechselt, schafft es in diese Gehaltstufe zu kommen (Wenn Kollege Meidlinger mir gegenüber sein Brutto-Jahresgehalt offenlegt, das übrigens ausschließlich vom Steuerzahler bezahlt wird (bemerkenswerten Karriere des 51-Jährigen Meidlingerhttp://wp.me/p1kfuX-UX) bin ich gerne bereit meinen Jahresausgleich öffentlich zu machen, in Schweden müssten wir das beide ohnehin!)

Wer sich fragt, warum der Druck in Richtung Posten- und Dienstradstreichungen und verlängerten Tagespräsenzen augenblicklich nachgelassen hat, während in den ersten Workshops Generaldirektion und EHC-Berater Schulter an Schulter massiv die Ärztlichen Direktoren und Abteilungsvorstände zu Konzessionen gedrängt haben, hat noch immer nicht begriffen, dass es Wehsely ohnehin geschafft hat ihren Plan zum Selbstläufer zu machen und bereits ihre politischen Ziele erreicht hat.
Der Rest ist Schweigen und alternativlos.

Schließlich hat der Gemeinderat mit den Stimmen der Grünen das Besoldungsschema durchgewinkt (Das rote Osterei für den KAV http://wp.me/p1kfuX-Wd), obwohl die Rot-Grüne Koalition in dieser Sitzung durch frechen Abgeordneten“raub“ (Wer glaubte, Ärzte wären nur wehleidig, möge sich Demokratieverständnis der Wiener SPÖ im Gemeinde… http://wp.me/p1kfuX-W0) eigentlich zu Grabe getragen wurde.
Wehselys Wunschpaket ist durch. 
Nachträgliche Geplänkel, pardon Nachschärfung, nahmen ohnehin nur mehr einige unverbesserlich Gutmeinende ernst und vielleicht zieren sich noch einige Personalvertreter, die politisch massiv von ehemaligen und noch aktiven Gewerkschaftsgranden eingeforderte Kapitulation, pardon Betriebsvereinbarung, zu unterzeichnen (Da ist irgendwo der Hund drinnen, Herr Minister Hundstorfer! http://wp.me/p1kfuX-UXÄrzte wissen nicht was sie wollen http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4724168/Hundstorfer_Aerzte-wissen-selber-nicht-was-sie-wollen). In Wirklichkeit ist der Zug abgefahren. Der politische Aal (und Ex-Stadt Wien Gewerkschafter und Ex-ÖGB Chef) Hundstorfer war sich seiner Sache, schließlich hat er das Gesetz formuliert, bereits vor einen Jahr sicher („Einigkeit“ statt Beschluss  http://orf.at/stories/2232676/).

ÖGB Präsi Foglar, dem zwar für andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst selbst die 40 Stundenwoche zu viel scheint (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1348521/Foglar_Weg-mit-40StundenWoche-im-Staatsdienst) hat keinerlei gewerkschaftliche Probleme, wenn die g’stopften Ärzte mit Opt out, dank Hundstorfers Gesetz bis zu 60 Stunden (max 72h/Woche) arbeiten und sorgt sich nun ausschließlich um die Pflege,  in deren Arbeitszeiten übrigens nicht am 1.1.2015 gesetzlich eingegriffen wurde (http://www.springermedizin.at/artikel/47092-spitalsaerzte-foglar-sieht-pfleger-benachteiligt).

Ja und GD „Prof“ Janßen hat zwar sein strahlend weißes Macher-Image gegen eine bisweilen hektische Blässe getauscht,  seit er sich mit seinen geförderten Wohnverhältnissen, Gerüchten um das KH Nord (Sonnenfinsternis über dem KAV http://wp.me/p1kfuX-Vo) und aufmüpfigen Turnusärztevertretern herumschlagen muss, er kann sich aber sicher sein, seine Zielvereinbarungen einfahren zu können:

Unter den nunmehrigen Rahmenbedingungen, kann sich die Stadt Wien sicher sein, dass sich die gewünschten Personalreduktionen durch Kündigungen und fehlende Bewerbungen von selbst einstellen werden.

Eine Zustimmung der Personalvertretung hat sich erübrigt …

Das Downsizing auf eine reine Akut- und Basisversorgung wird sich unter den herrschenden Budget- und Personalplanungen automatisch einstellen und
der Ausbau der Privatmedizin wird letztendlich als alternativlos darstellbar sein,
weil die öffentliche Hand, das einfach nicht auf die Reihe kriegt.

OK, und die Omi ohne Zusatzversicherung wird mit dem diabetischen Fuß halt in den PHCs abliegen.

Unverhohlene Kooperationen mit privaten Investoren sind da nur der Anfang (Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk http://wp.me/p1kfuX-Vz).

Wer so blöd war, sein ganzes Berufsleben lukrativere Angebote auszuschlagen, weil er sich überwiegend der wissenschaftlichen Lehre einer öffentlichen Universität und der öffentlichen Gesundheitsversorgung verbunden gefühlt hat, der hat einfach auf’s falsche Pferd gesetzt.

Wer aber mit seinem Kreuzerl am Wahltag diesem Gesocks verhilft an der Macht zu bleiben, der sollte entweder wohlhabend sein oder wenigstens nicht Seinesgleichen am Schalter anpöbeln und dem Boulevard zu mehr Inseraten verhelfen.

 

Die Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen und ihre Folgen
http://www.beigewum.at/wordpress/wp-content/uploads/036_martin_rammele.pdf
Haben Sie die Revolution verpasst? Die lautlose Diktatur des globalisierten und deregulierten… http://wp.me/p1kfuX-l1

8 Antworten

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  1. Hilfe! Ich finde Ihren Kommentar betr. Muttertag NICHT auf meiner Seite.

    Christine Kainz

    12. Mai 2015 at 08:59

  2. Jimdo schreibt mir zwar 2x per Mail, daß (ßßß;-) GTL einen neuen Gästebuch-Eintrag oder einen Kommentar hinterlassen hat und ich kann im Mail auch lesen: „Zweiter Versuch für meinen liebsten Muttertagstweet
    C Hufnagl https://twitter.com/MHufnagl/status/597305236378820609
    allein, auf meiner Seite sehe ich nichts davon.
    Können Sie Ihren Kommentar auf meiner Seite sehen?

    Christine Kainz

    12. Mai 2015 at 19:09

  3. … und bekam die Antwort, sie seien unter den Muttertagsbildern usw. Ja, dort sind 1. und 2. zu sehen, ABER nur im Bearbeitungsmodus. Nach dem Logout sind sie wieder weg… Habe neuerlich Jimdo angeschrieben, an was dies denn liegen könne…

    Christine Kainz

    15. Mai 2015 at 19:29

  4. Problem gelöst! Ich hatte vergessen, die Kommentarfunktion zu SPEICHERN….Danke also, für Ihren doppelten Kommentar (von denen man ja nie genug haben kann😉

    Christine Kainz

    15. Mai 2015 at 21:05


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