Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Zur Quadratur des Primärversorgungszentrum im 22. Wiener Bezirk

with 2 comments


Dass die neuen Primärversorgungszentren die KAV Krankenhäuser nicht entlasten werden, darüber wurde hier schon geschrieben (Wie oft kann man die Sau durchs Dorf jagen, ohne dass es den Medien auffällt? http://wp.me/p1kfuX-Tw ), nur soll es darüber heute gar nicht gehen.

Viel mehr schon, wie Wehselys KAV Steuergelder verwendet, um die fehlende Versorgungsleistung der Wiener Gebietskrankenkasse zu kaschieren und somit Freundschaften festigt (Wehsely finanziert die Wiener Gebietskrankenkasse und keinen stört’s http://wp.me/p1kfuX-Un).

Link: http://www.springermedizin.at/artikel/45215-zwei-wiener-pilotprojekte-zu-primary-health-care

Mit großem medialen Tamtam spritzt man eine bereits bestehenden Gruppenpraxis unter Beteiligung der Barmherzigen Brüder zu einem PHC um (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150211_OTS0100/krankenhaus-barmherzige-schwestern-wien-erfreut-ueber-primaerversorgungs-projekt-in-mariahilf) und wundert sich beim zweiten Projekt vor den Toren des Donauspitals, dass sich keine Bewerber findet.
Warum das so ist, erklärt sich vielleicht dadurch, dass man beim Auschreibungstext besonders sicher sein wollte, dass alles nach Plan verläuft:

Originäre Gruppenpraxis-Neugründung für das Pilotprojekt „Primary Health Care SMZ-Ost“ auf Basis des Gruppenpraxengesamtvertrags vom 1.1.2011 mit untenstehenden besonderen verpflichtenden Anforderungen. (nur Teambewerbungen von drei Ärzten möglich)
http://www2.aekwien.at/py/ks/161.php 

Aus dem Nichts drei Ärzte zu finden, die sich schnell mal als Team in dieses Abenteuer stürzen, ist in Zeiten des Ärztemangels naturgemäß nicht leicht, so dass man glauben könnte, dass wenigstens die anderen Rahmenbedingungen einladend formuliert werden, jedoch wird der weitere Text besonders schrullig:

Ort: Wien 1220  im Umkreis von 170 Metern des Haupteingangs SMZ- Ost“

und damit das auch ganz klar ist, präzisierte man:

als genaue Lokalisation dient die äußere Schiebetür

Sieht man sich die Gegend (http://tinyurl.com/ndgy37n) an und malt sich einen Kreis 170 m um den Haupteingang, bemerkt man, dass über die Hälfte des in Frage kommenden Areals (wegen Verbauung) für eine Gruppenpraxis nicht in Frage kommt:

Dass für Wehselys Projekt die U2 Haltestelle verlegt wird, kann nicht einmal der Bescheuklappteste glauben. Weiters befindet sich in diesem Areal das aus allen Nähten platzende Donauspital, das nichteinmal genug Platz hat für die eigene Notfallaufnahme, die Langobardenstraße, eine Straßenbahnhaltestelle, …

 

SMZ Kreis

Eigentlich gibt es in diesem Bereich ohnehin nur ein einziges Objekt, das für die Errichtung des PHCs in Frage kommt: Das bereits eröffnete, aber noch Mieter suchende Danubemed Gesundheitszentrum:
http://danubemed.at/

DanubeMed

 

Diese Gebäude ist um die erst am 16. 6.2014 eröffnete Dentalklinik Danubemed errichtet worden, wobei sich dieses (man beachte die vorausschauende Formulierung) online wie folgt präsentiert:

Die DANUBEMED Dentallklinik versteht sich als vorgelagertes Zentrum zur Entlastung der Spitalsambulanzen und der gesamten Gesundheitsbetreuung – dem Landes- und Bundeszielsteuerungsvertrag für Gesundheit entsprechend.

Das Doppel-L (kann schon im Zuge der Euphorie passieren) steht so (23.3.2015) auf der HP: http://dental-danubemed.at/

Weshalb eine Zahnarztpraxis vor dem Donauspital dieses entlasten soll, obwohl dort zwar eine Abteilung für Kieferchirurgie nicht aber ein Zahnambulatorium existiert, soll auch nicht weiter hinterfragt werden.

Über die Mietmodalitäten des Objekts ist die Stadt Wien ja bestens im Bilde, weil sie sich dort schon am 7.11.2014 – eh kloar im Beisein von Stadträtin Wehsely und Gebietskrankenkasen-Obfrau Reischl – (https://www.wien.gv.at/rk/msg/2014/11/03004.html) mit dem Kompetenzzentrum für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie und Jugendzahnheilkunde eingemietet hat. Dessen alter Standort musste geschliffen werden, weil er selbst den nachsichtigsten Auflagen nicht mehr gerecht wurde.
http://www.wienkav.at/kav/dsp/medstellen_anzeigen.asp?ID=417

Fassen wir zusammen: Die Ausschreibung für das gewollte PHC scheint so formuliert, dass den zukünftigen Betreibern gar nichts anderes übrig bleibt, als sich in einem kürzlich errichteten und zum Teil leerstehenden Privathaus einzumieten, in dass sich die Stadt Wien bereits selbst eingemietet hat.

Ehe sich nun allfällige Bewerber in die U2 setzen und zum Standort fahren, mögen sie aber noch kurz und staunend das Kleingedruckte des Vertrages überfliegen.

Besondere über die Bestimmungen des Gruppenpraxengesamtvertrages hinausgehende verpflichtende Bedingungen für dieses Pilotprojekt bzw. Berechtigungen, die integrierender Bestandteil dieser Ausschreibung sind und von den Bewerberinnen und Bewerbern zu erfüllen sind: http://www.aekwien.at/media/PHC.pdf

Written by medicus58

24. März 2015 um 19:00

2 Antworten

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  1. Primärversorgungszentren: Tempo steigt http://oe1.orf.at/artikel/415329

    Christine Kainz

    20. August 2015 at 09:39

    • also für das zweite geplante PHC in Wien finden sich unter den gebotenen Bedingungen mWn schon in der dritten Ausschreibung keinen Bewerber ….

      medicus58

      20. August 2015 at 11:12


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