Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wir werden alle reich: Ob an Geld oder Erfahrung ist noch offen

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Reds

24 Stunden nachdem Tanja Wehsely (SPÖ) jubelte:
Wien investiert sich aus der Arbeitslosigkeit
Stadt Wien sieht für 2015 etwa 4,7 Mrd Euro für nachfragewirksame Ausgaben vor. Wir investieren in Ausbildung, Forschung, Entwicklung, den Ausbau der Öffis, den Bau neuer Spitäler, in die Energiewirtschaft und in viele andere Bereiche. Wien setzt konkrete Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln“
. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150128_OTS0123/sp-wehselysp-ekkamp-wr-landtag-wien-investiert-sich-aus-der-arbeitslosigkeit

verkündete Gesundheitssstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), flankiert vom Wiener Ärztekammerpräsident Sekeres (SPÖ), Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (wieso eigentlich?) und Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten die

Einigung über ein neues Entlohnungsschema für die angestellten Ärzte der Stadt Wien.
(sehr große Strukturreform, Spitalsorganisation auf neue Beine, gutes und solidarisches Ende, durchschnittlich 25% Gehaltserhöhung…) http://wien.orf.at/news/stories/2691951/

Dass die Betroffenen zuerst über die Medien und dann in widersprüchlichen Mails von Dienstgeberin, Ärztekammer und Gewerkschaft informiert wurde, mag man als kleines Kommunikationshoppala abtun, dass 25% (aber hallo!) Gehaltserhöhung etwas ist, was selbst  hartgesottene Metallergewerkschafter nie schafften, sollte das alles in den Schatten stellen.

„Das ist der Stadt auch etwas wert gewesen“ Originalton Wehsely

Auch wenn die bisherigen Mitteilungen, viele Fragen offen lassen, was da zuletzt „im Börserl“ bleiben wird, zumal ein Teil der Gehaltserhöhung erst 2017 (!) kommen wird, relativieren auch die genannten absoluten Zahlen den Abschluss: 70% (47 Mill €) der Erhöhungen kommen aus den Dienstumschichtungen, den Rest (19,9 Millionen €) schießt angeblich die Stadt extra zu, um die Reformen zu finanzieren. Keine Ahnung, welche Zeiträume da summiert wurden, in denen sich die Summe auf die rund 3000 angestellten Ärzte herunterrieselt. An absoluten Zahlen hörte man bis jetzt folgendes:

Turnusärzte verdienen mit 1. Juli 2015 3.400 Euro bis 4.000 Euro brutto monatlich, was eine Steigerung von 25 bis 29 Prozent entspricht.  Fachärzte verdienen künftig zwischen rund 5.200 Euro und rund 7.900 Euro – diese Anpassung wird in zwei Schritten durchgeführt: Die erste Etappe im Ausmaß von 70 Prozent wird mit 1. Juli 2015 durchgeführt, die zweite dann am 1. Jänner 2017.

Da passt der eben erschienene StepStone Gehaltsreport (http://www.stepstone.de/gehaltsreport/), der für Deutschland die Befragungsergebnisse von Fach und Führungskräfte, für Mediziner folgendes ergab:

Das durchschnittliche Brutto­jahresgehalt für deutsche Ärzte beträgt 63.500 €. Das lag im Schnitt über dem Mittelwert alle befragten Berufsgruppen (52.000 €).  Es fand sich ein Süd-Nord und West-Ost Gefälle und das Jahresgehalt in Kliniken ist mit 66.300 €  21% höher, als das von niedergelassenen Ärzten. Je größer der Arbeitgeber, desto besser zahlt er. Bei einem klinischen Groß­betrieb von mehr als 1.000 Mitarbeitern werden im Schnitt rund 78.000 € verdient, bei klei­neren ärztlichen Arbeitgebern (1-500 Mitarbeiter) sind es im Schnitt 58.400 €. Ärzte mit Personalverantwortung verdienen mit durchschnittlich 78.600 € gegenüber anderen Ärzten (63.500 €) um  24% mehr. Bei Chefärzten zeigte die Analyse des Personaldienstleisters Kienbaum ein durch­schnittliches Jahresgehalt von 280.000 €., wobei die Spanne von 80.000 € bis 750.000 € reichte und natürlich gibt es Fächer die sehr gut und solche, die vergleichsweise sehr schlecht verdienen.

Sobald die Details der heute bejubelten Einigung klar werden, kann somit jeder für sich entscheiden, ob sich ein Umzug nach Germanien lohnt.

6 Antworten

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  1. An wordpress gerichtet: Zum falschen Datum unter meinem Namen. Es ist noch immer Donnerstag, der 29. Jänner 2015 und es ist 23:19 Uhr.

    Christine Kainz

    30. Januar 2015 at 00:20

  2. Nochmals das Gehalt und die geänderten Arbeitszeiten betreffend: http://wien.orf.at/news/stories/2691951/ Falls „Frauenstadträtin“ Frauenberger wegen betroffener Ärztinnen oder weiblichem Pflegepersonal, da im Bild herumsteht, frage ich mich, WO IST DER MÄNNERSTADTRAT???
    Immer diese Ungleichbehandlung!!! (29.1.2015, 23:38)

    Christine Kainz

    30. Januar 2015 at 00:38

  3. Bitte ich kenn` mich NICHT aus! Über die Neuorganisation der Wiener Spitäler wird in „Wien heute“ berichtet: Diplomierte Krankenschwestern und Pfleger, dürfen nun all das machen, was früher die Turnusärzte machten. Z.B. Blutabnahme, Katheter setzen – learning by doing :-(( – udgl. http://tvthek.orf.at/program/Wien-heute/70018/Wien-heute/9201640/Neuorganisation-der-Wiener-Spitaeler/9201645

    Bitte wie und wo lernen dann die Turnusärzte dieses alles???

    Christine Kainz

    4. Februar 2015 at 23:18

    • Die Frage ist oft: Wo lernt die Pflege das. In vielen Ländern nehmen Ärzte weder Blut ab noch setzen Magensonden, etc.
      Das Problem ist jedoch, dass auch jetzt schon die Pflege an vielen Abteilungen voll mit Pflege, Dokumentation und. Bürokratie ausgeladtet ist und rein kapazitiv die Zusatzarbeitungen nicht mehr schafft

      medicus58

      5. Februar 2015 at 19:11

  4. Hab ich grade gefunden: Welchen Ländern wir mit Spitalsmöbel helfen. Ab Seite 39 https://www.wien.gv.at/politik/international/md-eui/publikationen/pdf/ezabericht2012.pdf

    Christine Kainz

    23. Februar 2015 at 17:37


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