Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Milliarden für Bakterien sind der neue Krebs

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hta

In Deutschland spricht man seit Tagen davon (http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-01/antibiotika-resistenzen-keime-entdeckung), nun schwappte die Meldung auch nach Österreich herüber und man zählt die Patienten, die an multiresistenter Bakterien (Hospitalismuskeime) versterben (http://www.focus.de/gesundheit/toedliche-keime-weiterer-patient-stirbt-zwoelf-patienten-in-kieler-klinikum-gestorben_id_4432759.html).
In Universitätsklinikum Kiel spricht man aktuell von 12 Toten, Zeit-Online hat aber schon am 7.1. viel mehr zu bieten:

 Recherchen von ZEIT ONLINE, DIE ZEIT und CORRECT!V haben erst kürzlich ergeben, dass allein in Deutschland jedes Jahr wohl Tausende mehr Menschen an den Folgen solcher Keiminfektionen sterben als offiziell bekannt. Das Auffinden neuer Antibiotika drängt.

Bei einer Anhörung im Europäischen Parlament warnen Experten der Initiative CDI Europa und die EU-Abgeordnete Karin Kadenbach(SPÖ) davor, dass
Europaweit jede vierte Clostridium-difficile-Infektion übersehen wird und jährlich 27.000 Menschen daran versterben.
http://derstandard.at/2000010782772/Krankenhauskeime-Die-stille-Gefahr

US-Präsident Barack Obama will 2016 1,2 Milliarden (1,07 Milliarden Euro) für die Forschung im Kampf gegen Antibiotika-resistente Keime ausgeben.
Weitere 47 Millionen Euro (41,80 Mio. Euro) sollten den Behörden zur Verfügung gestellt werden, um neue Medikamente zu bewerten. Das Verteidigungsministerium bekommt unter diesem Titel 75 Millionen Dollar, die Landwirtschaft 77 Millionen und Veteranen (?!?) 85 Millionen Dollar. http://derstandard.at/2000010931825/Obama-verspricht-12-Milliarden-Dollar-fuer-Kampf-gegen-toedliche-Keime

Jetzt ärgert mich seit meinem Studium (Tarivid is gut für’s Glied http://wp.me/p1kfuX-JA) die unkritische Anwendung von Antibiotika von Arzt und Patient und ich bin auch davon überzeugt, dass der massiven Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung das Problem mit verschärft.  Auch dass wir einerseits völlig überzogene Hygienemaßnahmen am falschen Ort ergreifen, wenn jedes Salatblatt in der Werksküche im Einweggeschirr serviert werden muss, während im Krankenhaus eine häufigere Händedesinfektion auch im nicht-chirurgischen Bereich viel mehr bringen würde, gestehe ich gerne ein.
Mich überkommt nur bei all den Horrormeldungen (Das Ende der Antibiotika; Krankenhauskeime: Die stille Gefahr) nur der böse Gedanke, dass hier politisch Milliarden an Steuergeld als Querfinanzierung der Pharmaforschung locker gemacht werden sollen, während andere, weniger spektakuläre Investitionen im Gesundheitssystem unterhalb der Reizschwelle der politischen Geldgeber sind.

Ähnliches erleben wir im Bereich der Onkologie: Kaum eine Versorgungsstruktur ist im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Gesundheitssystem_Qualitaetssicherung/Planung_und_spezielle_Versorgungsbereiche/Oesterreichischer_Strukturplan_Gesundheit_OeSG_2012 ) so detailliert ausgearbeitet wie die onkologische Versorgung, auch wenn z.B. rehabilitative Maßnahmen, Diabetikerschulungen, Arbeitsmedizinische Interventionen, … mit weniger Kapitaleinsatz vermutlich mehr erreichen würde.

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