Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wir, vom Wienerberg, sind die Guten: Bemerkungen zu einer Verarschung

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WGKK CT MR

Gestern verkündete der ORF in seinen Nachrichtensendungen die frohe Botschaft der am Wienerberg residierenden Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Mag.a Ingrid Reischl(http://www.bkkommunikation.com/fileadmin/user_upload/people/2013/People113WGKK.pdf) , dass „ab sofort für eine Computer- oder Magnetresonanztomographie kein Chefarzt mehr benötigt wird„.

JUHU

Es entzieht sich zwar meiner Kenntnis, weshalb diese „Neuigkeit“ gerade am 29.11.2014 verkündet wurde, während die neue Regelung (siehe Screenshot der Homepage der WGKK) schon ab 1.9. 2014 gilt,
http://www.wgkk.at/portal27/portal/wgkkportal/content/contentWindow?contentid=10007.724452&action=2

aber wurscht,

JUHU – Wien ist bei der Abschaffung der Chefarztpflicht Vorreiter

Auch das ist übrigens falsch, ich selbst erlebte ein ähnliches Modell der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, wo die Chefarztpflicht VOR einer teuren Untersuchung abgeschafft wurde, aber das soll nicht das Thema sein – Wien ist eben anders!

Unser Staatsrundfunk übernimmt die Propagandaarbeit der WGKK ohnedrei wesentliche Punkte zu erwähnen:

1. Durch die Aktion spart Reischl vielleicht ein paar Chefarztposten ein, die bisher völlig sinnlos einen Stempel unter 200.000 Überweisungen klopften, sie wird aber keinen zusätzlichen Cent für die Versicherten ausgeben müssen, weil die Anzahl der den extramuralen Instituten vergüteten CT- und MR-Untersuchungen ohnehin gedeckelt sind; d.h. für jede zusätzliche Untersuchung bekam der Radiologe auch bisher keine Refundierung vom Wienerberg.

2. Mit diesem genialen Schachzug verlageren sich die Diskussionenvom Chefarzt an den Empfang der Röntgenistitute. Während es früher für den Patienten transparent war, dass sich  „die Kasse“ zurecht oder nicht weigert für die CT- oder MR-Untersuchung aufzukommen, darf sich nun der Betreiber der Vertragsintitute mit dem Ärger seiner Kunden herumschlagen.

3. Schon bisher verweigerten „die Kassen“ (die privaten Zusatzversicherungen ebenso wie die Pflichtversicherungen) in einem zweistelligen Prozentsatz ihre Zahlungen im Nachhinein, da sie die Indikation anzweifelten.

Das Ergebnis wird also dasselbe sein, wie schon bisher in den überfüllten Krankenhausambulanzen, die die Insuffizienz des extramuralen Bereichs auffangen müssen: Management bei Wartezeit

Bemerkenswert, das die verbliebenen Vertragsinstitute (deren Zahl wurde ja vorsorglich vor Monaten reduziert, RSG!) so ruhig scheinen. Vermutlich rechnen sie insgeheim, dass sich eben noch mehr Patienten „ihr Knie-MR“ einfach privat zahlen werden und die Institute sich die nachträglichen Streiterein mit den Versicherungen ersparen. Immerhin ist der Privattarif bei einem orthopädischen Wahlarzt ja noch viel teurer gewesen, als die Bildgebung.

Written by medicus58

30. November 2014 um 12:09

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