Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Ich glaub mich tritt ein Alpaca

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So nebenher läuft das Radio und ich höre im Radiodoktor, dem Ö1 Gesundheitsmagazin (http://oe1.orf.at/programm/378947), eineziemlich unkritische Werbung für die Tiergestützte Therapie mit Alpacas.
Hier die Sendungsbeschreibung

Die Gemeinde Gföhl im Waldviertel hat seit 2011 drei neue tierische Bewohner. Das wäre jetzt keine Meldung wert, handelte es sich bei den Dreien nicht um Alpacas. Deren Heimat liegt in den südamerikanischen Anden. Die Wolle der kuscheligen Tiere, die optisch einem Lama ähneln, war schon bei den Inkas begehrt.
Aber ihrem Besitzer, Dr. Wolfgang Schuhmayer, geht es nicht um die Körperbehaarung der Vierbeiner. Der Allgemeinmediziner setzt die Alpacas für therapeutische Zwecke ein.
Die sogenannte „tiergestützte Therapie“ erobert seit einigen Jahren immer mehr Bereiche. Zuerst wurden Tiere in Altersheimen eingesetzt. Dann ist natürlich die Hippotherapie zu nennen. Das Reiten auf Pferden unter physiotherapeutischer Anleitung kann bei vielen körperlichen Beeinträchtigungen hilfreich eingesetzt werden. Aber das sind nur einige der Einsatzmöglichkeiten von tiergestützter Therapie.
Dominique Stiefsohn hat Wolfgang Schuhmayer auf seinem Hof in Großmotten besucht und mit ihm über die Therapieerfolge mit Alpacas und über deren Besonderheiten gesprochen.

Ich liebe Alpacas, das Bild zeigt übrigens eine persönliche Begegnung in den chilenischen Anden, aber die Erfahrungsberichte des „Allgemeinmediziners Schuhmayer“ nehmen mich schon wunder, denn bisher ist mir Kollege Schuhmayer in anderen Rolle über den Weg gelaufen:

Selbstbeschreibung: http://www.aiaatr.com/kompetenz.html

Wirtschaftsjournalist
Mehrjährige Praxis in der Krankenpflege
Medizinstudium an der MedUni Wien
Notfallmedizinausbildung des Österreichischen Bundesheeres
Gastdozent an der MilAk Wr. Neustadt
Tätigkeit in der allgemeinmedizinischen Praxis
Medizinjournalist
10 Jahre Pharmaindustrie / Management
Verlagsleitung Österreich Medical Tribune
18 Jahre unabhängige Kommunikationsberatung mit Schwerpunkt Medizin/Gesundheit
Internat. Wissenschaftsjournalist (A,D,CZ,NL,USA)
Postgraduelle Beschäftigung mit dem Thema PTSD
Hospitierung an der MedUni Wien im Bereich ADHS & Autismus (b. Prof.in Dr. Brigitte Hackenberg)
Internationale ADHS-Publikation
Zusätzliche berufsbegleitende Ausbildung bei der Österr. Ges. f. tiergestützte Therapie
WIFI-Diplom: Personal Coach im tierassistierten Setting
Verschiedene Publikationen – zuletzt Fallstudie bei der ÖGPP-Jahresstagung (siehe Wissenschaft) April 2014
Wissenschafts- & Gesundheitspublizist – mit K. Zwiauer „Kindern helfen ohne Medikamente“
Tiertrainer

Als Geschäftsführer der MEDCOMMUNICATIONS GmbH(http://www.v-p-c.at/1.html) warb er in den letzten Jahren als „Arzt mit einer 35 jährigen Erfahrung als Medizinjournalist“ mit seinen guten Verbindungen zur überschaubaren Schar österreichischer Medizinjournalisten als Veranstalter von Pressekonferenzen und Werbestrategien.

Es sei schon an dieser Stelle verraten, dass wir etwa Full-Service-Pressekonferenzen inkl. Medienbeobachtung zu diesen Themenbereichen, sofern die Inhalte aus unserer Sicht medientauglich erscheinen und die Chemie mit der AuftraggeberIn stimmt, um 3.000.-€ (exkl. Abgaben) anbieten. Das ist tatsächlich der Satz unseres Gründungsjahres 1996.

Nicht dass Dr Schuhmayer 2011 (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120625_OTS0204/eroeffnung-des-alpacatherapiehofes) nun das Erste Institut für tiergestützte Therapie in Österreich eröffnet hat, halte ich für bemerkenswert, sondern dass der Kommunikationsberater von Ö1 alsTherapie(!)experte interviewt wurde:

Der Allgemeinmediziner setzt die Alpacas für therapeutische Zwecke ein. 

Die Tiergestützte Therapie (TGT) stellt eine nicht-medikamentöse Behandlungsoption in der Versorgung von Klienten mit psychischen Belastungszeichen dar. Ob diese krankheitswertig sind oder noch nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Das „Österreichische Institut für Alpaca-Therapie & Forschung“ (Austrian Institute for Alpaca Therapy & Research, AIATR) bietet diese Möglichkeit als einzige autorisierte Institution in Österreich an.

Na wenn es egal ist, ob was krankheitswertig ist oder nicht, dann freue ich mich auf zukünftig viele andere therapeutische Streichelzoos. Hoffentlich werden die dann vom Medienexperten Schuhmayer auch zertifiziert …

Aber:

Dieser Therapieansatz ist ein relativ junger. Erst vor 20 Jahren begann man, sich mit den therapeutischen Möglichkeiten des Einsatzes von Tieren intensiver zu befassen. Große Studien zum Therapieerfolg liegen bislang noch nicht vor. Lediglich Erfahrungsberichte und kleinere Studien belegen die Wirksamkeit der TGT.

Einem Schulmediziner würde man hier entgegenen, dass er eben keine Evidenz vorweisen kann, aber ein Medienprofi kommt trotzdem ins Radio ….

http://www.springermedizin.at/artikel/33461-tiergestuetzte-therapie

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