Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Drücken Sie die 1 wenn Sie krank sind oder die 0 wenn sie tot sind

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Schelling

Wenn Sie Schmerzen über dem Zwerchfell haben, drücken Sie 1!
Wenn Sie Schmerzen unter dem Zwerchfell haben, drücken Sie 2!
Wenn Sie nicht wissen, was Ihr Zwerchfell ist, drücken Sie 3 oder wieder die Schulbank!

So stellt Hauptverbandschef HJ Schelling (Familie Putz geht zum Gesundheitsdienstleister http://wp.me/p1kfuX-12) den neuen gesundheitsreformerischen Geniestreich diverser und (m.E.) perverser LandesgesundheitsräteVersicherer und Telemedizinanbieteres natürlich nicht dar, wenn Ärztehonorare eingespart werden sollen, sondern so:

Meine Praxis 24“ bedeutet laut Hauptverband, dass Patientinnen und Patienten auch außerhalb gewohnter Ordinationszeiten medizinischen Rat und Hilfe finden – etwa durch medizinisch geschulte Ansprechpartner rund um die Uhr oder innovative telefon- und webbasierte Services.

http://medonline.at/2014/konferenz-ueber-zukunft-medizinischer-primaerversorgung/

Neu ist das ja ohnehin nicht, wie hier schon berichtet wurde, existieren bereits viele Versionen der elektronischen Patienteninformation:

Frag den Professor – er wartet nur auf Dich – Großes Kino oder medizinische Peepshow? http://wp.me/p1kfuX-tJ

Online Praxen, dort hat Ihr Arzt noch Zeit für Siehttp://wp.me/p1kfuX-fq

MED 2.0 Facebook for the insane http://wp.me/p1kfuX-iK

und jeder weiß, dass er bei DrEd ganz schnell sein Viagra rezeptiert bekommt:  http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=56206

Neu ist, dass die bisher installierten Systeme augenfällig gewinnorient sind und sich im Kleingedruckten jedwelcher Haftung entbinden, hier aber ein angeblich gemeinnütziges, staatlich geschütztes Monopol auf diesen Zug aufspringt. .

Auch das jetzt als beispielhaft als „Schweizer Modell“ genannte http://www.medgate.ch/ ist ein gewinnorientierter, privater Anbieter, der von den Versicherungen dafür entlohnt wird, Patienten davon abzuhalten in die Arztordinationen zu gehen.

Von der Problematik gesundheitsrelevante Informationen via Internetseite einem Entscheidungsalgorithmus zur Verfügung zu stellen, wollen wir hier gar nicht sprechen.

Keine Frage, viele Informationen werden schon jetzt vom nicht-ärztlichen Personal (Sprechstundenhilfe, Zahnarzthelferin, Arztgattin/Arztgatten, Portier, …) bezogen, aber ob man diesen mitunter gefährlichen Prozess nun ganz offiziell über die IT zementieren soll, wage ich schärfstens zu hinterfragen.

Wer mit den „überlasteten Ärzten“ argumentiert, die sich doch über all jene freuen sollen, die zusätzlich in den Gesundheitsmarkt drängen, sollte sich doch einmal fragen, ob diese Überlastung ausschließlich mit der finanziellen Gier meiner Kollegenschaft erklärt werden kann oder nicht auch etwas mit dem absurden Entlohnungsschema zu tun hat, das Masse vor Klasse setzt.

Wer sich dann noch überlegt, ob irgendetwas besser werden kann in diesem Gesundheitssystem, wenn man noch mehr Geld von den die primäre Leistung Erbringenden in Richtung gewinnorietierter Anbieter und IT-Industrie pumpt, dem kann ob dieses neuesten gesundheitsreformerischen Geniestreichs nur die Zornesröte ins Gesicht steigen.

Written by medicus58

2. Juli 2014 um 07:00

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