Sprechstunde

über alles was uns krank macht

8:1 im Match Wunsch : Realität

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Arzt

Am 4. Juli werden sich 12.600 Bewerber um die 1.560 Studienplätze an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und (LOL) Linz bewerben.

Das heisst also, dass der Berufswunsch Mediziner zu werden achtmal stärker ist, als der Realitätscheck, der zeigt, dass

den erfolgreichen Bewerbern ein eher chaotisches Studiumbevorsteht (siehe die noch immer fehlenden Vereinbarungen zwischen medizinischer Fakultät über das letzte Studienjahr (http://oe1.orf.at/artikel/375188)

Seit Jahren wird zwischen Kammer und Bundesministerium erfolglos über die Finanzierung der postpromotienelle Berufsausbildung (Stichwort: Lehrpraxis) diskutiert.

Auch dass das Berufsbild des Arztes als  freier Beruf nur mehr auf dem Papier existiert, bzw. zwar die Nachteile weiterbestehen, wir z.B. die Zwangsmitgliedschaft in einer teuren Standesvertretung (Ärztekammer) und einem ebenso teuren wie wenig suffizienten Versicherungssystem (Wohlfahrtsfond), lässt die Bewerber nicht zurückschrecken.

Vielleicht spekulieren sie ohnehin alle damit, sich nach der Ausbildung in das EU Ausland abzusetzen. Jedoch existieren da für viele Fachrichtungen eine Reihe praktischer Hürden. Innerhalb der EU exitieren z.B. 54 verschiedene Fachrichtungen, jedoch nur 18 davon sind in allen Ländern vertreten. Ein habilitierter und wissenschaftlich angesehener Endokrinologe musste z.B. bei seiner Berufung nach Deutschland die Facharztprüfung nachholen.

Letztendlich vollzieht sich – auch für viele Ärzte – weitgehend unbemerkt eine Entwicklung, die eine Reihe von dzt. Ärzten vorbehaltene Tätigkeiten an Pflege oder sogar an Lehrberufe delegiert.

Über die „operierenden Krankenschwestern“ haben wir schon berichtet (Was sich der Stöger hier wieder erlaubt hat … http://wp.me/p1kfuX-GM). Fragen Sie einmal ihren Augen- oder Ohrenarzt, was er davon denkt, dass allabendlich Herr Hartlauer im TV dafür wirbt sich seine Brillen oder Hörgeräte unter Umgehung dieser Fachrichtungen „von seinen Experten“ anpassen zu lassen. Natürlich geht es dau auch ums Geld, aber letztendlich gehen wir alle unseren Berufen nach, weil wir die Miete bezahlen müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch.
Als ich mit dem Medizinstudium begonnen habe, drohten mir mindestens vier Jahre „Taxifahren“, ehe in Wien eine Turnusstelle in Aussicht kam.
Ich bin auch weiterhin der festen Meinung, dass jeder, der sich für einen bestimmten Beruf wirklich interessiert, diesen entgegen aller Unkenrufe anstreben soll.
Über die falschen Unkenrufe zum Thema Ärztemangel, habe ich mich auch hier schon oft aufgeregt (Ärzteschwemme – Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit http://wp.me/p1kfuX-Q).

Mich wundert nur, das sich all die – inzwischen auch in den Medien diskutierten – Entwicklungen des Arztberufes so wenige abzuhalten scheinen, sich um die Ausbildungsplätze zu balgen.

Aber vielleicht ist die Antwort viel einfacher.
Erstens ist der Beruf des Arztes einfach bekannt und
zweitens fehlt vielleicht vielen einen anderer Perspektive.

Weitere Links:
Die Diskussion über Ärztemangel nervt http://wp.me/p1kfuX-Bv
Ärztemangel und Dr. Frankenstein http://wp.me/p1kfuX-yt

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