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China from China

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China from China 

Wir schreiben das Jahr 1988 und damals war eine Rucksackreise durch die VR China noch etwas, das einen selbst unter hardcore backpackern noch ein ein bißchen Anerkennung einbrachte.

Zwar musste man beim Visumsantrag in der Botschaft noch ganz exakt angeben, wohin man sich denn eigentlich bewegen wollte (war übrigens bei meinen ersten Vismuanträgen in der Indischen Botschaft auch so, jedoch wurde das vor Ort dann überraschenderweise nicht mehr allzu streng gesehen.
Klar waren bestimmte Gebiete off limits und um meinen Wunsch in der mongolischen Grassteppe zu übernachten zu realisieren musste ich mich in Hohot (http://de.wikipedia.org/wiki/Hohhot), der Provinzhauptstadt der Inneren Mongolei (nicht zu verwechseln mit der VR Mongolei) der Dienste des staatlichen Reisebüros CITS bedienen, aber immerhin war es möglich.

Der Ankauf der notwendigen Bahntickets war dann sowas wie einvorgezogener Managementkurs, da meine Versuche etwas Mandarin zu lernen mich gerade mal dazu gebracht haben einen Satz zu formulieren, aber schmählich versagten, wenn der Angesprochene dann antwortete.
Die Lösung war übrigens der Dumont Kulturführer China: Als Reiseführer war die Schwarte völlig unbrauchbar, dazu benötigte man damals – und das wussten alle, die den Wahnwitz einer solchen Reise außerhalb der großen Metropolen versuchten – den Lonely Planet Traval Survival Kit. Was mich aber rettete war, dass der Dumontführer eine Liste mit den wichtigsten Ortsnamen in chinesichen Schriftzeichen hatte. Gemeinsam mit den Zeichen für „Softsleeper = 2. Bahnklasse“ malte ich das auf einen Zettel und schob ihn den stets etwas verschreckt wirkenden Bahnbeamten hin. Auch für die Entscheidung in welcher der endlosen Schlangen an den verschiedenen Schaltern man sich einreihen sollte, war diese Liste segensreich.

Über all das vielleicht einmal später. Für heute möchte ich aber ein anderes Problem ansprechen.

Auch der Rucksackreisende hat manchmal das Bedürfnis ein Souvenier mitnehmen zu wollen.

Ein typisches Rollbild mit einer Tuschezeichnung war da kein Problem, es hängt noch immer in meinem Arbeitszimmer, ein Teeservice hingegen schon.

Nicht dass es sich dabei um ein teures Service aus der Ming-Zeit handelte, aber für zum Zertöppern schon zu schade. Um ehrlich zu bleiben habe ich mir das gute Stück erst in der letzten Woche des mehrwöchigen Trips zugelegt, aber trotzdem war es ein ziemlicher Eiertanz die Schachtel heil nach Hause zu bringen.
Kenner erkennen an dem Milchkännchen sofort, dass es sich bei dem Service um eine für den Export bestimmtes handelt, denn vor Ort gab es in der Regel nur grünen Tee und nie Milch. Das haben chinesische Mägen mit ihrer großen Prävalenz (94% !!!) von Lactoseintoleranz nicht so gerne.

Und jetzt mache ich mir eine Tasse Tee.

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Written by medicus58

11. November 2013 um 21:17

Veröffentlicht in Reisen

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