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Jörg: Rehabilitation für Populisten ohne Wahlempfehlung

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JÖRG

Am 11. Oktober ist es wieder einmal Jahrestag, da sich ein betrunkener Kärntner Landeshauptmann mit seiner Luxuskarosse überschlagen und sich
– wie es sein politischer Ermöglicher, Wolfgang Schüssel, wohl formulieren würde –
aus dem Spiel genommen.

Wie jedes Jahr wird wieder kontrovers über sein Erbe diskutiert werden und sich die Mehrheit der „gutmeinenden Kräfte“ darauf einigen, dass er ein begabter Populist war.
Damit lassen sich sowohl Verehrer als Hasser befriedigen, weil sie mit diesem Begriff Unterschiedliches meinen, aber beide den Kern des Begriffes verfehlen.

Mit den meisten ihrer Aussagen haben Populisten nämlich recht,
vereinfacht, zugespitzt, rücksichtslos, aber sehr häufig im Kern am Punkt, sonst bekämen sie nicht einen derartigen Zuspruch.

Die unerträgliche Dominanz von SPÖVP in allen Lebensbereichen dieses Landes, unsere Probleme zu einer gemeinsamen Einschätzung unserer Vergangenheit zu kommen, der mit sich selbst zufriedenen Kammerstaat, eine politisch beeinflusste Justiz, eine Einbürgerungspolitik, die wenig mit echter Humanität zu tun aber viel mit möglichen neuen Wählerschichten zu tun hat, ….

würde man Haiders Aussagen wortwörtlich nehmen, und seine praktische Politik ausblenden, ist viel richtig gewesen.

Auch wenn es den „Gutmenschen“, zu denen ich mich eigentlich auch zähle, weh tut, haben Populisten aus zwei Gründen ihre Wahlerfolge:
Erstens weil sie die richtigen Fragen stellen und
nur zweitens weil sie den Leuten nach dem Maul reden.

… und jetzt behaupte einer, dass die anderen Partein zweiteres nicht ebenfalls in unerträglichem Ausmaß tun!

Es wäre zu wünschen, dass sich die angeblich staatstragenden Parteien der Beantwortung der gestellten Fragen nicht durch den lapidaren Hinweis auf „Populismus“ entziehen dürften.
Manches ist populär, weil es richtig ist!
Nur weil all die Fragen, die der junge Haider dereinst gestellt hat weiterhin unbeantwortet blieben, können seine Nachahmer damit weiter auf Stimmenfang gehen.

Natürlich hat Haider dort, wo er politische Macht bekam, noch korrupter, noch verlogener und noch undemokratischer agiert als die, die er kritisiert hat, aber seine Fragen an diesen Staat sollten wir endlich befriedigend lösen, dann wäre der Weg frei, sich nur noch an seine politischen Handlungen zu erinnern. Das würde dann seinen Jüngern weh tun.

Written by medicus58

10. Oktober 2013 um 20:17

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