Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Schämt sich der Arzt seiner Kutsche? Eine subjektive Betrachtung

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ÄKVÖ

Raschere ärztliche Hilfeleistung durch Förderung des Einsatzes von Automobilen – anstatt der bisherigen Pferdekutschen – bei der ärztlichen Berufsausübung“ war im November 1907 einer der Beweggründe, die Ärztlichen Kraftfahrvereinigung Österreichs (ÄKVÖ) zu gründen
(http://www.aekvoe.at/f_main.htm), die seit 1952 unter der proporzgemäß schwarzen Seite der österreichischen Kraftfahrervertretung ÖAMTC daherkommt.

Arzt und Kutsche gemahnt an Kafkas Kleinod „Der Landarzt„:
Eine entscheidende Stelle zu Beginn der Erzählung mag die Tür zum vermeintlichen Schweinestall sein, die als Schnittstelle zwischen realer und irrealer (Traum-)Welt des Unterbewussten interpretiert wurde. Die eigenartigen Pferde wurden als plötzlich frei werdende, innere Kräfte des Arztes gedeutet, die die Unzulänglichkeiten des Privat- und Berufslebens offenlegen und einen Prozess der Selbstfindung, der Selbstverwirklichung auch in sexueller Hinsicht auslösen. Die Geschichte kann aber auch als Kritik an einer rücksichtslosen, unsolidarischen Gesellschaft verstanden werden, die einen auf sich gestellten, Tag und Nacht seine Pflicht tuenden Arzt überfordert, in die Isolation treibt und letztendlich zerstört.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Landarzt#Die_Erz.C3.A4hlung_.E2.80.9EEin_Landarzt.E2.80.9C)

Aber eigentlich wollte ich es gar nicht so ernsthaft anlegen.
Mir ist nur aufgefallen, dass das ehemals so beliebte Emblem des Vereins, selbst in Spitalsgaragen heute kaum noch auf den Windschutzscheiben ärztlicher PKWs zu sehen ist. 
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo jede „Rostlaube“, kaum hatte ihr Besitzer seinen Dr. med univ. auf Kunstpergament, das schmucke Zeichen trug, als sollte damit vor der Dorfdisco signalisierte werden, dass man sich nur in einem Durchgangsstadium zu „Höherem“ befand.
Erst recht zierte das „Pickerl“ die Windschutzscheibe des „Bayern“, „Quattro“ oder „Benz“ um dem „einschreitenden Organ“ gleich einmal zu signalisieren, dass die Geschwindikeitsübertretung eventuell der Lebensrettung gedient haben könnte und man sich mit einer „Alkkontrolle“ nur Schwierigkeiten einhandeln würde, weil der Fahrer irgendwann einmal auch ein gerichtsmedizinisches Skript überflogen hat.

Dies schien sich geändert zu haben. Das ehemalige Statussymbol fällt nur mehr selten auf.
Über eine allfällige Erklärung, kann ich nur Mutmaßungen anstellen:
Vielleicht ist es heute gar nicht mehr so wünschenswert als Arzt identifizert zu werden?

Vergleiche: Unser Image ist im Arsch, soviel scheint sicher … http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=85300

Written by medicus58

3. Juni 2013 um 17:38

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