Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Die Diskussion über Ärztemangel nervt

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Arztjobs

Wie schon vor zwei Jahren hier unter Ärzteschwemme-Ärztemangel, aber geh … alles eine Tochter der Zeit festgehalten, hängt es vom eigenen Standpunkt ab, welche Meinung man absondert …  

Wenn Rektoren (http://wp.me/p1kfuX-Q) oder Politiker sich mit einer Gesundheitsuniversität schmücken wollen, sind sie plötzlich vom Ärztemangel überzeugt (Med-Unis: Neue Spielwiese der Provinzpolitiker? http://wp.me/p1kfuX-l5).

Gesundheitsökonomen, die letzlich vom Versprechen leben, man könne sich mit ihren Ratschlägen so viel einsparen, dass das Geld für ihre Expertisen im Vergleich dazu vernachzulässigen ist, können gar nicht anders als eine zahlenmäßige Einsparung von Ärzten zu empfehlen:

Als die am höchsten qualifizierte und daher auch am höchten bezahlte Berufsgruppe im Gesundheitssystem trifft ihr Bannstrahl naturgemäß den Facharzt.

Darüber hinaus verursacht ein diagnostizierender und therapeutisierender Arzt weitere Kosten, spart man ihn ein, hat man akut einen Dreifachnutzen:

Kein Arztgehalt
Keine Diagnosekosten
Keine Therapiekosten

an Langzeitkosten, Opportunitätskosten und dergl. denkt in unserer kurzlebigen Zeit ohnehin niemand.

Wird irgendein Fall der Rationalisierung und/oder Rationierung bekannt (Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte http://wp.me/p1kfuX-Br) kommt sofort das Politikerdementi, dass weiterhin das Beste für alle gerade gut genug wäre  (http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1378817/Quote-fuer-teure-Hueftgelenke-OOe-Spitaeler-dementieren).

Aber  gibt es denn eine klare Antwort darauf, ob wir nun genügend oder zu wenig Ärzte haben?

Für alle Marktfetischisten sollte eigentlich genau dieser Markt die Antwort auf die Frage geben, ob nun zu viele oder zu wenige Ärzte zur Verfügung stehen.

Schau’n Sie sich einfach einmal eine Ärztezeitung von vor 10 Jahren und jetzt an und zählen Sie die Anzahl der in- und ausländischen Inserate wo fertig ausgebildete, aber auch Turnusärzte gesucht werden. 

Schaun Sie sich die diversen Jobbörsen im Internet an und stellen sie die Anzahl der Inserate in Relation zur Gesamtzahl der Ärzte in Österreich (http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/gesundheitsversorgung/personal_im_gesundheitswesen/022350.html)

Und dann fragen Sie einmal ein paar Ärzte, was die so in ihren Briefkästen finden:

In meinem Fall z.B. das Angebot des Springerverlages in den hauseigenen wissenschaftlichen Zeitschriften aktiv nach Ärzten für Onkologie und Radioonkologie zu suchen, um die offenen Stellen endlich besetzen zu können:
Stellenanzeige Ärzte RADONK
… dass ich weder Radioonkologie noch Onkologe im eigentlichen Sinn bin, sei nur der Vollständigkeit erwähnt. Da ich aber bisweilen auch in dieen Fächern publiziert habe, habe ich es auf dem Verteiler geschafft.

Written by medicus58

22. März 2013 um 17:03

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