Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Nun gibt die Politik die Potemkinschen Spitäler langsam zu, schiebt aber Verantwortung auf Ärzte

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HOSPITAL
Was hier vor über einem halben Jahr bereits besprochen wurde (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=75056), das Potemkinsche Spital, das im ÖSG 2012 (Öster. Strukturplan Gesundheit) unter dem Titel „reduzierte Organisationsformen“ vorausgeplant wurde, beginnt nun die Politik in die Tat umzusetzen.

Die OÖ Nachrichten berichten unter 
Drohender Ärztemangel: Spitals-Nachtdienst wird flexibler (http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aerzte/Drohender-Aerztemangel-Spitals-Nachtdienst-wird-flexibler;art115742,883659
davon, dass es statt der bisherigen „starrer“ Anwesenheitspflicht von Abteilungs-Fachärzten in Nacht- und Wochenenddiensten es eine gesetzliche „Mindestanwesenheit“ in medizinischen Kernfächern geben. Welche Ärzte zusätzlich anwesend sein müssen, wird die ärztliche Leitung zu entscheiden haben.

Erstens kann sich z.B. ein Patient mit Gesichtsverletzung nicht mehr ganz sicher sein, dass es – obwohl am Spitalseingang eine Augenabteilung angekündigt wird – auch einen Facharzt gibt, der sein verletztes Auge fachmännisch versorgt,
zweitens wird die Verantwortung wie selbstverständlich an die ärtliche Direktion bzw. die Abteilungsleiter delegiert.

D.h. die Politik hat nichteinmal die cochones einfach festzulegen, dass es in der Augenabteilung vielleicht nur mehr einen stundenweise vorbeischauenden Facharzt für Augenheilkunde geben wird, weil es weder Geld noch Ärzte gibt, sondern überläßt die heiße Kartoffel „der Front“. 

Landeshauptmann Pühringer formuliert das einfach so: 

Pühringer: „Wir vollziehen nur eins zu eins das bereits gültige Bundes-Krankenanstaltengesetz nach“. 

Wer weiß denn, dass er selbst wie wild dafür lobbyiert hat, sich das vom Bund so vorschreiben zu lassen.

Der aktuelle Gastkommentar Krenmayrs in der Presse umschreibt den Wandel des ärztlichen Berufes nicht ganz zuunrecht so:

Ich wäre nicht mehr Anwalt der Gesundheit meiner Patienten, sondern ein Gesundheitssachverständiger, der dem Patienten im Krankheitsfall mitteilt, was der Staat für ihn vorgesehen hat. Das Ergebnis kann, ja muss mir egal sein, verantwortlich wäre ich ja der Politik und der Kasse, die exklusiv meine Arbeitsbedingungen bestimmen. Ob ein weisungsgebundener, von der Politik bestellter Beamter („Patientenanwalt“) ein ausreichender Ersatz für einen unabhängigen Arzt sein wird?

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Written by medicus58

21. März 2013 um 17:45

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