Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Der Eier-legende-Woll-Milch-Primarius

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EDV
Weiterbildung
ist heute unumgänglich, darüber soll auch gar nicht gemosert werden, aber hier geht es um etwas anderes:
Was ich hier kritisiere ist die Selbstverständlichkeit mit der im Österreichischen Gesundheitssystem davon ausgegangen wird,
dass ein Leitender Arzt (Abteilung-, Institutsleiter) neben seiner Letztverantwortung für den medizinischen Erfolg seiner Truppe, also je nach Fach Ärzte, Pflege, medizinisch-technische Dienste, Sekretariat, …etc., auch die Arbeit der Verwaltung, der Technik und oft auch der Gesundheitsbehörden zu übernehmen hat.
Dass er so nebenher auch für die studentische und ärztliche Ausbildung verantwortlich ist, versteht sich ja von selbst.

In der Kursbeschreibung des KAV-Managementkurses liest sich das so:
„Uns geht es darum, unsere Führungskräfte in ihren wirtschaftlichen Skills zu  stärken und ihnen dafür möglichst viele Instrumente zur Verfügung zu stellen.
Das beginnt beim effizienten Mitteleinsatz, geht über Controlling bis hin zu Benchmarking und Personalmanagement“, skizziert Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes, die wichtigsten Ziele des neuen Lehrgangs. http://www.wienkav.at/kav/ZeigeAktuell.asp?ID=21242

Dass ihm selbst andauernd „Aufpasser“ vor die Nase gesetzt werden, die dzt. gerade wieder einmal ausgetauscht werden,
d.h. der ehemalige Gen.Dir.Stv. Koblmüller (https://medicus58.wordpress.com/2012/11/21/bombenstimmung-im-kav/) wird durch ZWEI Wunderwuzzis (wie man hört ist einer aus Deutschland und einer zufällig aus einem dem Rathaus nicht ganz fernen Weltkonzern …) ersetzt, ist nebensächlich.

Aus leidvoller, jahrzehntelanger Erfahrung möchte ich folgende zwei Fragen in den digitalen Raum stellen:

Weshalb bläht man den Verwaltungs- (Berater-, Zertifizierer-, Qualitätssicherungs-)Apparat in der Medizin immer mehr auf, wenn er nicht die in vorderster Front Arbeitenden unterstützt, sondern ohne uns eigentlich nur sagt, was wir zusätzlich tun müssen?

Glaubt denn irgendwer, dass die Ressourcen des einzelnen unendlich sind, oder nimmt man billigend in Kauf, dass der Arzt, der sich in immer größerem Ausmaß mit dem Ausfüllen von Anfragen der Gesundheitsbehörden, stundenlangen Diskussionen mit indolenten EDV Abteilungen, dem Auffinden von Fehlern in der Leistungsstatistik beschäftigt, dadurch in seinen Kernaufgaben, nämlich dem Diagnostizieren und Behandeln von Kranken besser wird?

Völlig zu Recht wird immer mehr über die Überlastung von Ärzten in Ausbildung durch berufsfremde Tätigkeiten diskutiert,
dass sich dieser Missbrauch der Kernfähigkeiten eines Arztes auch in der weiteren Berufslaufbahn fortsetzt, hat noch nicht den Weg in die allgemeine Diskussion gefunden.

PS: In Österreich meint man mit PRIMARIUS den CHEFARZT, in Deutschland versteht man unter dem PRIMARIUS den PPRIMÄRTUMOR.
Letztere Definition wird in Österreich nur von den Oberärzten und der Gesundheitspolitik – allerdings unausgesprochen – verwendet …

Written by medicus58

2. März 2013 um 18:50

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