Sprechstunde

über alles was uns krank macht

30 Jahre braucht der KAV um ein Gesetz zu lesen – muss nun der Generaldirektor gehen?

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marhold_heute

Wir haben es hier schon einmal geschafft, den Abgang eines Stv. Generaldirektors im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) richtig vorherzusagen, als der ungeliebte Dr. Kobelmüller plötzlich nicht mehr verlängert wurde (Bombenstimmung im KAV http://wp.me/p1kfuX-w1) . Versuchen wir’s wieder, einige sich bedeckt haltenden, vielversprechende Nachfolger für den aktuellen Generaldirektor Marhold (http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wissen/mensch/144653_Neue-Fuehrung-fuer-den-KAV.html) hätten wir ja.
Der rezent aufgetretene und einige Stunden lang anhaltende Totalausfall der EDV aller KAV Spitäler kann man ihm schlecht anhängen, aber der aktuelle Wirbel um das
Arbeitsruhegesetz wär naturgemäß dafür geeignet den Generaldirektor los zu werden, der seinen Aufstieg natürlich nicht seiner Herkunft aus der Gewerkschaft verdankt …

Aber zuerst einmal zur Erklärung:

Die Arbeitszeit der Ärzte wird vom KA-AZG 1997, das durch geeignete Ausnahmen „praxistauglich“ gemacht wurde und dem ARG 1983 geregelt.
Blöd ist nur, dass das Arbeitszeitruhegesetz (Jeder hat Anspruch auf ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden pro Kalenderwoche)
diese Ausnahmeregelungen nicht kennt und
auch die öffentliche Hand (im Gegensatz zum KA-AZG) für seine Einhaltung haftet und
man 30 Jahre (bzw. einen Kontrollamtsbericht http://www.kontrollamt.wien.at/ausschuss/03/03-11-KA-II-KAV-5-12.pdf) benötigte,
um draufzukommen.

Vereinfacht heißt das nun, dass ein Arzt, der einen Wochenenddienst (entweder den ganzen Samstag oder häufiger von Sa 8:00 bis Mo 9:00) ableistet in der vorangegangenen Woche einen ganzen Tag freibekommen MUSS.

Viel ließe sich nun zu den Ärztedienstzeiten in den Spitälern sagen …

Ich kann mich noch gut an die Überraschung meines Vaters (kein Arzt aber lange Betriebsrat) erinnern, als ich ihm als junger Assistentsarzt der Klinik mitteilte, dass „ich habe morgen Dienst“, nicht heißt, dass ich morgen, so wie er, „in die Arbeit gehen werde“, sondern bis übermorgen 19:00 nicht mehr daheim sein werde …

Auch, das Phänomen, dass niemand hinterfragt, das ein Feuerwehrmann natürlich auch in den Nächten, in denen es nicht brennt, voll bezahlt wird, während der Ärztenachtdienst ein komplexes Geflecht aus Arbeitszeit, Ruhezeit, die aber jederzeit durch einen Notfall unterbrochen werden kann und anderen Sonderlichkeiten darstellt, nur damit sich das gesetzlich irgendwie ausgeht, damit die Dienstgeberin weniger Geld benötigt und die Spitalsärzte sich nachmittags in ihrer Ordination oder im Ärztenotdienst etwas dazuverdienen können. Nicht weil sie so geldgierig sind, sondern weil ihre Leistung so schlecht bezahlt wird.
Das mit diesen Nebenbeschäftigungen die Arbeitsgesetze noch viel mehr umgangen werden, das will ohnehin niemand so genau wissen.
Es könnte dann der Turnusarzt nicht mehr 8 Nachtdienste im Monat „schieben“ und würde sich fragen, weshalb sein Gehalt für den Grunddienst so mickrig ist.

Fragen über Fragen, die alle beantwortet wären, wenn man den Generaldirektor Marhold austauscht.

Dass es mir hier wenig um die Person geht, wissen Leser dieses Blogs wohl ohnehin: 
Nebelgranaten mit Steuergeld im Gesundheitssystem oder wie uns Gen.Dir. Marhold mit unserem Geld die Welt erklärt
http://wp.me/p1kfuX-1h
Gangbetten gibt’s net
http://wp.me/p1kfuX-fC
Reform=Stillschweigen zur Errichtung eines Potemkinschen Dorfes
http://wp.me/p1kfuX-8V

Auch die nun losbrechenden Mailorgien von Ärztekammer ( http://www2.aekwien.at/news_p.py?Page=1&id_news=8052), Gewerkschaft (die einer Zwischenlösung bis 31.7.2013 zugestimmt hat, was nun aber anders klingt) und Kollegialen Führungen sind mir egal.
Dass die klinisch tätigen Ärzte mit dem Problem allein gelassen werden sollen (Lösung ab 1.3.2013 gefordert !) macht die Arbeit nicht gerade leichter …
Der Gedanke, dass sich da ein paar freuen weil das alles gerade jetzt auch losbricht, weil man damit Personalschacher betreiben kann ist beängstigend.

Mein Mitleid mit Marhold hält sich in Grenzen:
Als er und die damalige Führungsriege 2004 Eugen Hauke nachfolgte, wusste jeder, dass der KAV mit den vorhandenen Geldreserven bis zum nächsten Budget nicht auskommen wurde.
Vorausgehende Aussagen der Gesundheitsstadträtin Pittermann kosteten schon der ihr Amt. Trotzem versicherte Marhold den Medien eloquent, dass alles in bester Ordnung wäre …. 
 

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Written by medicus58

16. Februar 2013 um 20:44

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