Sprechstunde

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Parkpickerl begünstigt innerstädtischen Individualverkehr, Danke Maria

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Meine Kritik zum Rot-Grünen Parkpickerl in Wien habe ich schon mehrfach ausgeführt:

  1. Ein stehendes Auto ist kein ökologisches Problem, Parken zu verteuern hat mit Ökologie nichts zu tun sondern ist Abzocke
  2. Die undemokratische Art der Einführung (Vermummungsverbot für Vassilakou http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=78799) setzt die Reihe der Enttäuschungen über die Wiener Grünen fort.
  3. Der ohnehin knappe Parkraum wird durch „Überbuchung“ mehrfach verkauft und somit weiter künstlich verknappt: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=65272
  4. Die jetzige Maßnahmen verdrängen die Autos (vor allem der Anrainer) in den Verkehr, in teure Parkgaragen oder in andere Bezirke (Parken und Pudern in Wien – Beispiele einer erfolgreichen Stadtverdrängung http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=80702)
  5. Die Preise für das Wiener Parkpickerl sind international gesehen (vor allem für Anrainer) extrem hoch: http://derstandard.at/1339638803118/Ueberblick-Wie-das-Parken-in-Europas-Grossstaedten-funktioniert

Alternative Vorschläge
(http://www.vienna.at/manfred-juraczka-spricht-im-interview-ueber-das-reizthema-parkpickerl/3406358?) werden negiert und
in direkten Gesprächen mit Grünpolitikern wird munter drauf los bejubelt.

Ein weiterer Hinweis, dass das jetzige Konzept kontraproduktiv ist, ergab sich in einigen persönlichen Gesprächen.

Ein Hietzinger Jurist (Timo Gerersdorfer @T_Gerersdorfer) freute sich auf Twitter, dass das
Parkpickerl weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Abgase und mehr Parkplätze bedeutet …
Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass er in Hietzing wohnt und bei seiner Kanzlei eine Garage besitzt (die ihm dadurch wohl der Finanzminister finanziert) und
seine Erfahrung des geringer werdenden Autoverkehrs in Wien davon rührt, dass er nun schneller mit seinem Auto von seiner Wohnung an den Arbeitzplatz brausen kann …

Auch andere „Speckgürtelbewohner“ haben mir versichert, dass sie seit Einführung des Parkpikerls mit ihrem Auto viel schneller durch Wien fahren können!

Die derzeitige Parkraumbewirtschaftung fördert also den innerstädtischen Individualverkehr derjenigen, die am Arbeitsplatz einen Garagenplatz haben, den sie entweder als Selbstständige steuerschonend absetzen können oder als „fringe benefits“ von ihrem Arbeitgeber erhalten …

Damit trat gerade das ein, was ich immer kritisiert habe:
Vassilakous Parkraumbewirtschaftung fördert den innerstädtischen Individualverkehr derjenigen, die es sich leisten können!

Ob die Rücktritte ihrer Koalitionspartner etwas damit zu tun haben, ist augenblicklich noch offen:

Mit Jahreswechsel werden der Wiener SPÖ-Gemeinderat Karlheinz Hora und seine Stellvertreterin „aus persönlichen Gründen“ seine Funktion als Verkehrs- und Planungssprecher zur Verfügung stellen.
http://derstandard.at/1350260591721/Wiener-SPOe-Verkehrssprecher-und-Stellvertreterin-treten-zurueck?ref=article

Persönlich bin ich, Netzkartenbesitzer seit Jahrzehnten, der sein Auto am anderen Ende von Wien in einer (privat bezahlten 40€/Monat) Garage am Arbeitsplatz abgestellt hat und
nur aus persönlichen Gründen sein Auto am Wochenende nahe seines Wohnorts in einem „alten“ Pickerlbezirk innerhalb des Gürtels benötig,
nun gezwungen ist, eine zweite Garage am Wohnort (Kosten 120-147€/Monat) anmieten muss, da es weder für Parkscheine noch für Jahrespickerl innerhalb des Gürtels einen Parkplatz gibt.
Vermutlich sollte auch ich mir überlegen zumindest die Netzkarte einzusparen!
Ein genialer Lenkungseffekt Frau Vassilakou!

 

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Written by medicus58

11. November 2012 um 13:09

Veröffentlicht in Allgemein

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