Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Wir haben aus dem Fall Südamerikas nichts gelernt

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Eigentlich handeln die Beiträge hier in der Kategorie „Reisen“ von Erlebnissen, die zum Teil Jahrzehnte zurück liegen. Das heutige Bild der Auslage einer Bank in Colonia (Uruguay) ist zwar auch schon 15 Jahre alt, führt uns aber geradewegs in die Gegenwart.
Heute ist die Inflationsrate in Uruguay mit ca. 8% relativ gering
(http://www.indexmundi.com/uruguay/inflation_rate_(consumer_prices).html) und lag selbst in den späten 90er jahren mit ca. 15% 1997 nicht allzu hoch, als ich dieses Bild schoss.
Die 21% Zinsen für eine Einlage von 360 Tagen, jedoch noch viel mehr die
18% für eine Einlage von nur 30 Tagen reflektieren die gerade überstandene ökonomische Talfahrt.

Uruguay war der erste Sozialstaat Südamerikas. Wie in vielen südamerikanischen  Ländern unterstütze die (mit tätiger Hilfe der USA eingesetzte) Militärregierung auch Uruguay die neoliberalen Wirtschaftsreformen der „Chicago Boys“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Chicago_Boys).

Die Folge waren der Ausverkauf an ausländische Investoren (einschließlich der Rücklagen der Sozialversicherung), die großflächige Verarmung des Mittelstandes und die Destruktion staatlicher Strukturen, von denen sich die meisten südam. Staaten Ende der 90er Jahre zwar kurzfristig aber nicht andauernd erholten. Uruguay stürzte gemeinsam mit seinem Nachbarn Argentinien 2002 wieder in die nächste Krise aus der es sich wie Argeninien nie wirklich erholt hatte.
All dies wurde von Europa nicht als Gegenbeweis der neoliberalen Ideologie gesehen, sonder als rein lokales Problem; spätestens seit 2008 sollten wir uns auch fragen, ob wir aus der Entwicklung Südamerikas in den letzten Jahrzehnten die richtigen Schlüsse ziehen sollten.

PS_ Ein Beitrag nicht nur aber auch für Bloggerfreund EP —

Written by medicus58

27. September 2012 um 17:55

Veröffentlicht in Finanzkrise, Reisen

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2 Antworten

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  1. stimmt – die erfolge des realen sozialismus sind atemberaubend besser! besonders während dem sprung vorwärts in china, oder aber jetzt in nordkorea sind sie bestens zu sehen! btw. neoliberalismus ist eine strömung, die von der sozialen marktwirtschaft des ludwig erhards bis zu den chicago boys. letztere werden im übrigen oft bereits nicht mehr dazu gezählt, die gehören dann nämlich zu den anarchokapitalisten! jedenfalls finde ich jetzt auch, dass das allokationsproblem viel viel viel besser durch staatliche institutionen gelöst wird, als durch jede marktwirtschaft – und verspreche, ab heute nur mehr marxistische lehren zu verbreiten 🙂

    EP

    27. September 2012 at 20:15

    • EEeeeeeeeeeeeeeeendlich, wenigstens eine Bekehrung; von einer Religion (Neolibs) zur anderen (Marxismus) …. zufrieden werde ich erst sein, wenn Du Dich zum linken Anarchismus bekennst!

      Anonymous

      28. September 2012 at 19:52


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