Sprechstunde

über alles was uns krank macht

Die viffen Siamesischen Ausschuss-Zwillinge

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Hier wurde schon im März 12 ein Zusammenhang zwischen dem Bestand unserer Regierung und der fraglichen Einstellung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses vermutet, nur schien mir – bislang fälschlich – Frau BuMin Schmied und ihre bislang nur sehr diskret angesprochene Verantwortung für „Zockerei“ der Kommunalkredit als ursächlich verantwortlich (http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54388).
Dass der Ausschuss nun, unabhängig von evtl, noch offenen Fragen zu
Schaltung von Inseraten auf Weisung
Staatsbürgerschaftsverleihungen (Part-of-the-Game-Affäre)
Telekomgeschäfte mit Schlaff und Taus

per Fristsetzungsantrag von SPÖVP mit 16. Oktober eingestellt werden soll, haben wir der
Angst von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ zu verdanken, dass noch mehr Zweifel an ihrer politischen Sauberkeit an die Öffentlichkeit kommen könnten (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/ausschuss/3121504/u-ausschuss-noch-drei-sieben-themen-ungeklaert.story) und
Herrn Bundeskanzler Faymann, der offenbar Antworten unter Wahrheitspflicht über die unbestrittene Verwendung von Geldern staatsnaher Einrichtungen für persönliche Imagekampagnen so scheut, dass er lieber strafrechtlich verfolgbare Delekte undiskutiert belässt, als sich seiner politischen Verantwortung zu stellen. (Dass man ihm strafrechtlich nicht an kann, wird aus Juristenkreisen seit Monaten eingestanden.) (http://derstandard.at/1347493098250/Netzwerkgrafik-Untersuchungsausschuss-Inseratenaffaere-Faymann)

Wer hat aber diesen Coup als Auftragstäter durchgezogen?

Die durch die aktuelle politische Konstellation der Koalition zusammengeschweißten viffen Ausschuss-Zwillinge:
Werner Amon und Otto Pendl

Link: http://www.gruene.at/topstories/artikel/lesen/85602/

Über Werner Amons „Vergesslichkeiten“ im Zusammenhang mit „Rechnungen“ an die Telekom, wurde schon berichtet: http://sprechstunde.meinblog.at/?blogId=54333 Seine „Verschörungstheorien“ als Leiter des Parlamentarischen Kampusch-Untersausschusses, „die Staatsanwaltschaft würde ihm den Verdacht der Parteinfinanzierung durch die Telekom nur anhängen, weil er sie bezichtigt hätte in der Causa Kampusch zu vertuschen“, hat auch Parteifreunde etwas verwundert. (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/741649/Fall-Kampusch_Amon-in-Bedraengnis http://wp.me/p1kfuX-bH ) Eigentlich hat er sich auch da schon als rücksichtsloser politischer Strippenzieher ausgewiesen, der keine Sekunde zögert, aus parteipolitischem Kalkül jegliche jedes Argument vorzuschützen, wenn es ihm oder seiner Partei nützt.

In Otto Pendl, der SPÖ Fraktionsführer im U-Ausschuss wurde, nachdem der ursprüngliche SPÖ Fraktionsführer, der Jurist Jarolim sich angeblich mit Amon nicht auf eine Zeugenliste in der Cause „Blaufunk“ einigen konnte ( http://derstandard.at/1336697633935/Untersuchungsausschuss-Jarolim-macht-Platz-Bloedsinn-dass-das-mit-OeVP-zu-tun-hat http://www.wienerzeitung.at/meinungen/portraets/459716_Otto-Pendl.html) hat Werner Amon nun einen großkoalitinären Partner gefunden, mit dem man das Kind schon schaukeln kann (ungeachtet, wer oder was da aus dem Boot fällt):

Pendl
, ein volksdümmlicher Redner: http://www.youtube.com/watch?v=xPjR-1F0KyQ http://www.youtube.com/watch?v=sUyG7FtyDtE http://www.youtube.com/watch?v=CoZdBsowhTY und alles andere als ein Linker.
Besser als auf „Linkswende“ kann man es nicht formulieren:
In vielen Diskussionen sind wir immer wieder mit der Abneigung vieler, an sich links stehender, Menschen gegenüber SPÖ-Funktionären (und auch gegenüber der ÖGB-Bürokratie) konfrontiert. Diese, über die Jahre gewachsene Abneigung hat viele Gründe, einer davon sind Apparatschniks wie Otto Pendl. Der ehemalige Justizwachebeamte, Bereichssprecher der SPÖ für »Innere Sicherheit« und SP-Vorstandsmitglied gibt den ungustiösesten Seiten der Sozialdemokratie ein Gesicht, das wir gerne ins Visier nehmen. Es ist nicht die erste Gelegenheit, schon als der rührige Pendl sich Gedanken um die armen Leute in Traiskirchen machte (gemeint sind die »Eingeborenen«, nicht etwa die Flüchtlinge), wäre er reif für ein »Visier« gewesen http://www.linkswende.org/1668/Im-Visier-Otto-Pendl

Diese zwei Untrennbaren haben es zusammengebracht, zuerst einen Formalstreit mit der Vorsitzenden Gabriela Moser, ob man per Antrag verhindern darf, dass neue Dokumente zu bereits abgeschlossenen Fragen (ungeachtet ob durch neue Erkenntnisse zusätzlicher Bedarf entstanden ist) angefordert werden dürfen, zur Kernfrage hochstilisiert, um eine Fortsetzung des Ausschusses zu torpedieren, so lange Moser diesem vorsteht, nur um kurz nach deren Rücktritt den Ausschuss ein nahes Ende zu bereiten.

Bei uns nennt man das VIF. Der Duden übersetzt es mit: aufgeweckt, wendig, rührig

Wir bewundern Menschen, die sich mit einer Argumentationen durchsetzen, ohne ihre wahren Beweggründe offen zu legen, obwohl ohnehin jeder im Publikum weiß, was dahinter steckt.

Berlusconi ist vif, deshalb würden ihn noch immer (und werden es vielleicht sogar) viele Italiener wählen, obwohl sie wissen, dass er korrupt – kriminell agiert. Der Klügere gibt nach, der viffere gewinnt.
Klimawandel in Österreich

Das meteorologische Klima wird „südlicher“, das politische ebenso.

Der Wolfgang Schüssel (https://medicus58.wordpress.com/2012/02/15/schussel-wolfgang-und-seine-unschuldsvermutung/) nannte schon Berlusconi seinen Freund, sein stiller Vize Jörg Haider schwänzelte bis zu seinem etwas derben Absturz lieber gleich mit Berlusconis „schmutzigem Spielkameraden“ Umberto Bossi (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-Archiv.525+M5b3bf6536f9.0.html?PHPSESSID=7dcbea0faa4cb056c714ef7ceb5ab314).

Österreich auf dem Weg in südliche Verhältnisse: Es wissen eh alle, was da gespielt wird, aber da ohnehin alle irgendwie korrupt sind, schlagen so kleine Geschäftsordnungstricks wie die von Pendl und Amon, um wieder aufs Thema zu kommen, bald in stumme Anerkennung um, dass die es dem Pilz und der Moser wieder gezeigt hätten.
Ein Coup halt, eh schon wissen, vif halt.

Zum Abschluss empfiehlt sich die Lektüre des treffenden Artikels Blaupause für den Untergang der Salzburger Nachrichten vom 17.9.: http://mein.salzburg.com/blog/koller/2012/09/blaupause-fur-den-untergang.html

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